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Wanderstab des Glaubens

 <>< Predigt zur Konfirmation 2008
am Sonntag Exaudi
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Konfirmationsfotos

Gottesdienst am 4. Mai 2008

Konfirmation - Wanderstab für den Glauben

Liebe Konfirmanden, liebe Eltern und Verwandte, liebe Gemeinde!

1.1 Es gab Zeiten, da war der Wanderstab, mit dem die Jugendlichen soeben in die Kirche eingezogen sind, Zeichen eines neuen Lebensabschnittes. Wenn nämlich kurz nach Ende der Kindheit die ersten Dinge im Beruf gelernt waren, ging es ab auf die Wanderschaft. Einen Taler bekam man für die ersten Tage. Dann musste jeder selbständig sein und für Essen, Wohnen, Sicherheit, Kleidung, Lernen und Schaffen selbst aufkommen. Was so romantisch Wanderjahre hieß war in Wirklichkeit der Schubs aus dem Nest, aber kräftig.

1.2 Keine Sorge. Das heißt es heute nicht. Keiner fliegt raus. - Auch wenn manche den Wanderstab bei der Konfirmation doch zum Auswandern aus der Kirche gebrauchten: Es gilt das Gegenteil. In der Gemeinde Gottes seid Ihr dabei. Ihr erneuert heute Euer Ja zu Gott von der Taufe. Ihr bekennt selbst: Ja, ich gehöre zu Jesus Christus. Ihr seid damit Kinder Gottes, ein Teil des Leibes Christi, selbständig Christ. Ihr seid Empfänger des Heiligen Abendmahls, wenn wir gleich um den Altar stehen. Ihr seid berechtigt Pate bei der Taufe anderer Kinder zu werden. Mit dem allen gehört ihr dazu.

1.3 Aber eines stimmt doch von damals. Ihr müsst ab jetzt selbständig für Euren Glauben aufkommen. Was Ihr im Glauben zu Euch nehmt, geistlich essen wollt, bestimmt Ihr. Wo Ihr im Glauben zu Hause seid und wohnt, wie Ihr euch zur Gemeinde haltet und zu welcher, ist Eure Sache. Wie Ihr Euren Glauben schützt, dafür steht Ihr selbst gerade. Wie Ihr Euren Glauben zeigt, was Ihr in ihm noch lernt, wie Ihr ihn lebt, für das alles kommt Ihr selbst auf. Die Wanderjahre und Selbständigkeit des Glaubens haben begonnen. Vor dem Gesetz seid Ihr religionsmündig. Ihr seid selbst dran.


2.1 Einen Taler bekommt Ihr auch mit, etwas Wertvolles, mit dem Ihr Euch versorgen könnt. Damit Ihr das immer vor Augen habt, ist es gleich am Wanderstab festgebunden. Es sind vier Dinge. Wir haben das in der Zeit des Unterrichts eingeübt, wie man daraus Nahrung für den Glauben bekommt.

2.2 Da ist zunächst das kleine Licht. Es ist das Zeichen aus dem Raum der Stille. Ihr erinnert Euch an unsere Lichtübung. Wer das Licht in Jesus in seinem eigenen Herzen sieht, der geht nie unter. Im Gebet könnt Ihr damit jeden Tag Euren Weg mit Jesus suchen und zeigen lassen. Wer darin treu ist, zu dem ist ER treu.

2.3 Dann ist da Gottes Wort in der Bibel, das Tagebuch Gottes. Wie viele Bücher gibt es in der Bibel? Insgesamt 66. Zweimal die Seite 1, im AT und im NT. Und vorne ein Inhaltsverzeichnis, um die Stelle zu finden, wenn ich es nicht auswendig weiß.
Die Liebe Gottes in diesem Wort finden und entdecken ist die Aufgabe. Manchmal ist das nicht leicht. Da muss ich erst einmal um das Verständnis ringen. Wenn ER zu mir spricht ist das Ziel erreicht. Zum Beispiel in dem Wort: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Ich halte es im Herzen für mich fest. Dann hält ER mich damit fest. Solche Worte sind Schätze.
Eines bekommt Ihr gleich persönlich als Segenswort ins Herz gelegt. Ihr müsst es dann einsetzen, wenn es dran ist. Einen Taler kann man in den Bach werfen. Dann ist er weg. Aber wenn Ihr dafür Essen kauft wenn Ihr hungrig seid, dann habt Ihr etwas davon. Macht es so mit Eurem Konfirmationsspruch. Setzt ihn klug ein.

2.4 Nichts geht wenn Absprachen nicht halten. Das merkt man zu Hause, aber auch im Straßenverkehr oder in der Schule, aber auch in der Freundschaft. Deshalb zählen Gebote. Halte Dich an sie. Du hast dann ein gutes Geländer. Die knappste Zusammenfassung aller Gebote nennt Jesus: liebe Gott. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wer darin nicht klar ist, mit dem gehst du am besten keinen gemeinsamen Weg. Dein Katechismus erinnert Dich an alle Regeln, die der Glaube kennt.

2.5 Bleibt noch das Kreuz. Es ist das Zentrum. Da hat Jesus die Rechnung für alle bezahlt, die trotz Fehler im Reich Gottes einen Platz haben wollen. Das Kreuz trägt Jesu Namen auf der einen, meinen auf der anderen Seite. ER tat das für mich. Drehe ich das Kreuz wird mir dieses Geheimnis wieder klar. Der Dreh des Kreuzes.


3.1 Ein Wanderstab mit Schätzen. Er kommt in Eure Hand. Zieht los. Macht Euren Weg. Ihr könnt glücklich sein, wo Ihr Eltern und Menschen habt, die hinter Euch stehen. Ihr könnt froh sein, wo Ihr Christen habt, die hinter Eurem Glauben stehen. Aber gehen müsst ihr selbst. Und glauben auch. Der Stab erinnert Euch an die Hilfe, die Ihr habt.

3.2 Ihr habt dabei große Vorbilder. Einer war Mose. Gott hatte ihm für seinen Weg auch einen Stab gegeben. Mit dem hatte er sogar das Wasser geteilt, damit ein Weg entsteht. Macht Euren Weg.

3.3 Und dann könnt Ihr gewiss sein, dass auch der Engel Gottes da ist, dessen Zeichen am Stab nicht fehlt.



Amen.



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Zuletzt geändert am 09.05.2008 von: (fp)