Deutschsprachiges Evangelisches Pfarramt an der Costa del Sol - online
Startseite

Grußwort

Gottesdienste

Predigten

Predigtplan

Gottesdienste
passiert...notiert...
und Fotos
Veranstaltungen
Wissenswertes
Kontakt und Anreise

 <>< Predigt Pfingsten
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Pdf Datei

Gottesdienst am 11. Mai 2008

Pfingsten - Keine Verdammung

1 Jetzt gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
2 Denn das Gesetz des Geistes und des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
10 Wenn Christus in euch ist, dann ist zwar der Leib tot aufgrund der Sünde, der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit.
11 Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Römer 8, 1-2.10-11

Liebe Gemeinde!

1.1 Wer oder was ist der Heilige Geist? Mit dieser Frage beschäftigt sich fast keiner. In meinem Theologiestudium war ER kaum Thema. In den Kirchen hat man Ihn in Sätze der Liturgie eingesperrt. In Gemeindekreisen der Kirchen spielt Er kaum eine Rolle, bei Synoden gibt man Ihm Platz beim Schlusssegen. Ihm bleibt der Feiertag Pfingsten. Er machte sich Luft in einer seit 100 Jahren um sich greifenden Erneuerungsbewegung, den Charismatikern und Pfingstlern. Doch wer ist ER?

1.2 Die Bibel nennt Ihn Tröster und Führer. Sie spricht von Ihm als Feuer und göttlichem Licht. Aus Seiner Quelle erwachsen als Früchte Liebe mit Freude und Friede, Geduld mit Freundlichkeit und Gütigkeit, Glaube von Sanftmut und Reinheit. Mit Ihm kommen als Gaben die Weisheit mit Weissagungen und Unterscheidungskräften, die Erkenntnis mit Reden in fremden Sprachen und deren Auslegung, die Glaubensstärke mit Krankenheilung und Wundertaten.
Warum interessiert sich bloß keiner für ihn? Wie sollte es bei so viel guten Dingen ohne Ihn gehen? Brauchte Ihn nicht heute die Kirche ganz besonders? Brauchte Ihn nicht alle Welt?

1.3 Weil ER Geist ist, ist ER nicht direkt zu fühlen. Und doch macht ER Gefühle.
ER ist als Geist nicht selbst zu sehen. Und doch lässt ER mich vieles neu sehen.
ER ist als Geist nicht zu fassen. Und doch packt ER mich, ergreift mich.
Mit Ihm ist es wie mit einem tief gefrorenen Steak. Das ist der Glauben der Kirche. Beißen Sie mal rein. Guten Appetit. Aber wenn es in der Pfanne liegt und warm wird. Dieser Duft. Das macht der Heilige Geist mit unserem Glauben. ER macht ihn warm. Mit Ihm entsteht der Wohlgeruch des Himmels.


2.1 In unserem Text beschäftigt sich Paulus mit einer ganz besonderen Wirkung des Heiligen Geistes. Sie ist grundlegend für jeden Christen. Kommt der Heilige Geist in unser Leben, dann tritt ER nämlich zuerst in Konkurrenz zu unseren Verdammungsgefühlen. Schluss damit, sagt ER. Es gibt keine Verdammnis mehr für die, die in Jesus Christus sind. Damit fängt ER an.

2.2 Verdammungsgefühle sind schreckliche Qualen im Herzen eines Menschen. Es ist möglich, Kummer und Leid, Misserfolg und Trauer zu tragen. Aber geben Sie sich an allem selbst die Schuld und sagen, das liegt an mir, dann ist das oft schlimmer als die Not. Verdammung entsteht, wenn die Not meine Schuld ist und ich dafür keinen Ausweg sehe.

2.3 Fast alle Kinder werden mit Verdammungsgefühlen groß. Sie bleiben die einzige Lebensdeutung. Papa und Mama zanken. Ein Kind denkt: Wie schlimm. Warum tun sie das? Ich bin bestimmt schuld. Mama geht. Es liegt an mir.

2.4 Wer kennt das nicht, für etwas schuldig zu sein für das er gar nicht steht. Und doch sagt es das Herz. Verdammungsgefühle. Wir glauben ihnen. Sie schlummern in uns. Wir speichern sie.
Wir geben sie an andere weiter. Manche Menschen sind wie Giftspritzen. Wenn man mit ihnen gesprochen hat, schaffen sie es, dass man sich hinterher wie verdammt fühlt. Sie sind voll von diesem Gift ohne es zu wissen. Verdammungsgefühle sind der Vorhof der Hölle.

2.5 Das Tragische: Oft sind sie durch gute Dinge entstanden. Bei Paulus war es das jüdische Gesetz, die 10 Gebote, die Lebensregeln Gottes. Wer sie aber ohne Liebe und Herz hielt, der landete in der Verdammung.
Für uns ist es das Gewissen. Wie gut, wo wir es haben. Doch wer dem Recht gehört ohne Liebe erntet Verdammung. Wahrheit ohne Verstehen verdammt. Das macht es so gefährlich. Man ist ja im Recht und auf der sicheren Seite. Und das ist oft das Schlimmste. Der Glauben frommer Menschen zieht eine tiefe Spur der Verdammung durch die Seelen vieler Menschen. Vor allem Kinder frommer Eltern, die zweite Generation, sind da gefährdet.


3.1 Wie gut tut da das Wort des Paulus: So gibt es nun keine Verdammnis.
Wieso nicht? Sie gibt es doch. Paulus schaue hin. Wo gibt es sie nicht? In Christus, sagt Paulus. Da nicht. Wieso nicht in Christus?

3.2 Das ist das große Geheimnis des Kreuzes Jesu. Vor dem Kreuz steht der Vorwurf: Musst du nicht? Sollst du nicht? Hast du nicht? Und hinter dem Kreuz ist Liebe: Du darfst. Du kannst. Du wirst. Und ER steht, besser hängt, dazwischen. ER sagt: Ich bin für deinen Vorwurf an dich, an andere, gestorben. Ich bin die Mauer. Ich bin der Halt, der Schallschutz gegen das Gewissen, den Verkläger. Tritt hinter Mich. Ich nehme die Verdammnis.

3.3 Was brauche ich, um das zu erfahren?
So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Jesus Christus sind. In Ihm sein. Mein Herz muss unter Sein Kreuz. Meine Verdammnis muss zu Ihm.


4.1 Und jetzt sind wir wieder beim Heiligen Geist. ER macht nämlich den Transport. Er bringt Jesus in mich und mich unter Jesu Kreuz. ER macht das in meinem Herzen warm, aktuell. ER lässt mein Wollen darin gelingen. ER macht, dass ich am Kreuz ankomme.

4.2 Wir sind hier an einer markanten Stelle unseres Glaubens. Weihnachten macht, dass Jesus geboren wird und da ist. Ostern macht, dass Jesus uns erlöst und lebt. Pfingsten macht, dass ER in uns lebt. Sein Geist in unserem. Wir werden umgestaltet in Sein Bild.

4.3 Verdammung hinweg. Friede darf sein. Kenne Sie das? Das Herz wehrt sich dagegen. Unsere Verdammung sitzt tief. Doch, sagt ER, der Geist Jesu. Vertraue, sei gewiss. Mein Friede zählt. Das ist Pfingsten.

4.4 Und wo das geschieht, da ist ein lebendiger Baustein der Kirche Jesu Christi entstanden.



Amen.



Zur Startseite      Zum Anfang dieser Seite

Zuletzt geändert am 22.05.2008 von: (fp)