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 <>< Predigt Erster Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 25. Mai 2008

Schema Israel - Höre Israel

4 Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig.
5 Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
6 Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. 7 Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. 8 Du sollst sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn werden. 9 Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und in deine Stadttore schreiben.

5. Mose 6, 4-9

Liebe Gemeinde!

1.1 Wir haben es heute mit einem Glaubensbekenntnis zu tun. In Glaubensbekenntnissen geht es um die Wahrheit.

1.2 Wir wissen, dass jeder Mensch Wahrheit anders erlebt und glaubt. - Jesus ist auferstanden. Für Christen ist das eine Wahrheit. Doch erleben und glauben tut dies jeder Christ auf seine ihm eigene Weise. Glaubensbekenntnisse können nur das Gemeinsame festhalten. Sie sind wie die Spitze eines Berges, auf den wir steigen. Jeder geht dabei einen etwas anderen Weg und sieht deshalb die Spitze, die Wahrheit, auf eine etwas oder sogar total andere Weise. Jeder hat dabei sein Bild von der Wahrheit, seinen Weg, seine Mühe, seinen Ausblick. Jeder sieht es anders. Und doch gibt es nur eine Spitze.

1.3 Deshalb lohnt es nicht über das Erleben von Wahrheiten zu streiten. Man muss vielmehr fragen und zuhören.


2.1 Ein Glaubensbekenntnis hat in der Regel zwei Seiten. Es nennt die Wahrheit, wer Gott ist, was ER tut. Und es sagt was wir damit machen sollen. Ich glaube an die Vergebung der Sünden. Oder: Du sollst den Feiertag heiligen.

2.2 Beide Seiten sind wie die zwei Hälften einer Kugel. Wenn sie passen ist unser Leben rund. Es läuft. Wahrheit und Tun und Erleben sind im Einklang. Das möchte Gott. Unser Leben soll zu Seiner Wahrheit passen. Dann gelingt es.


3.1 Unser Text ist bis heute das zentrale Glaubensbekenntnis der Juden. Aber auch wir Christen teilen es. Es heißt nach dem ersten Wort: Schema Israel - Höre Volk Gottes. Was soll gehört werden? Um welche Wahrheit geht es?

3.2 Unser Text ist das Bekenntnis zum ersten Gebot. ICH bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir. Und hier kurz: Höre. Unser Gott ist einzig. Neben Ihm gibt es keine zweite letzte Wahrheit. Nur Ihn. Nur eine Bergspitze.

3.3 Es ist interessant, dass Juden, Christen und Moslems dieses Bekenntnis teilen. Der Monotheismus, der eine Gott, verbindet sie. Vieles ist dann anders, aber das nicht.

3.4 Unser Gott ist der Eine: Die letzte Wahrheit ist nicht nur Kraft, sondern Person. Zu Gott kann ich beten.

3.5 Der eine Gott hat eine lange Geschichte mit seinen Leuten. ER ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Der Gott vom Durchzug durchs Rote Meer und die Wüste. Der Gott des Mannas und der 10 Gebote. Der Gott Davids und der Propheten. Und Christen fügen hinzu. Dieser Gott ist der Vater Jesu Christi, der Gott der Kirche, des Leibes Jesu. Unser Gott hat eine lange Geschichte nicht nur in uns, sondern überpersönlich vor und nach uns, in Seinem Volk. Für Christen ist das eine echte Erweiterung: Mein Gott ist auch der von Elia, von Mose, von Abraham. Zu welcher Familie gehöre ich! Fürbitte nimmt das auf: Wenn der Ratsvorsitzende Huber, Papst Benedikt auch diesen Gott zum Vater haben: Gott segne sie. Wir sind Geschwister. Wir dürfen um Vergebung bitten unter dem einen Gott: Herr verzeih, das war nicht gut in unserer Kirche und auch nicht in der anderen. Unter einem Gott.


4.1 Eine Wahrheit ist so gut wie sie passt. Wenn die Kugelhälften nicht stimmen läuft nichts. Damit das geschieht wird hier gleich angegeben, was dafür passieren muss. Ein frommer Jude demonstriert die hier genannten Dinge bis heute jeden Tag bei seinen Gebeten. So liebt er Gott mit Leib, Seele und Geist.

4.2 Er wickelt die Tafila, den Gebetsriemen, um Arm und Mittelfinger und um seine Stirn. Er zeigt damit: Ich will nichts tun mit meinem Arm, mit meinen Fingern, ohne IHN. Und mit der Stirn will ich nichts wollen oder Denken ohne IHN. Mein Tun und Denken soll dem einen Gott gehören.

4.3 Dann legt er sich den Talit, den Gebetsschal, um. Und damit zeigt er: Mein Herz soll nie ohne IHN sein. ER soll mich stets umhüllen. Immer bin ich in Gott.

4.4 Und er schraubt die Mesusa, die Thorabox, an seine Tür, wo er lebt. Das heißt: Kein Weg, Gott, ohne Dich. Dein Wort geht immer mit. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.


5.1 Wir sollten als Christen sehen, dass hier ganz wörtlich ausgeführt steht, was im Schema Israel 5. Mose 6 steht. Aber als Christen wissen wir auch um einen tieferen Gebrauch. Was das Alte Testament mit Riten beschrieb kann für Menschen des Neuen Testamentes Leitung im Herzen, im Geist werden.

5.2 Gott braucht keinen Riemen an meinem Arm, keine Tefila. Aber Er braucht Arme und Hände, die für IHN wirken. Mit Jesus Hand anlegen. Mit IHM helfen. Mit IHM Müll aufheben. Mit IHM schreiben, lernen, lesen, Musik hören, lachen, laufen. So lebt das Bekenntnis in uns, der Riemen um Arm und Finger. Und er bremst, wenn es nicht passen sollte.

5.3 Gott braucht keinen Schal, keine Stola, kein Talit. Doch wir brauchen, dass unser Herz von IHM bestimmt wird. Legen wir IHN um alle unsere Wünsche, Hoffnungen, Glaubenserkenntnisse. IHN immer wieder zulassen als den bestimmenden Rahmen. In solcher Haltung beten, von Herzen hoffen und lieben, das nimmt unser Bekenntnis auf. Es macht uns passend für den Willen Gottes.

5.4 Wir brauchen auch kein Wort Gottes an die Tür zu schrauben, keine Mesusa. Doch wir brauchen Worte Gottes, die uns leiten. Du führest mich auf rechter Straße - Gehen Sie nur einmal einen Tag mit diesem Wort alle Wege Ihres Alltags, vom Aufstehen bis zum Abend. Was meinen Sie wie anders der Tag wird. Und das ist erst der Anfang. Wenn Gott dann weitere Verheißungsworte in unsere Leben gibt, nach denen wir bewusst gehen, planen, uns berufen lassen. Dann passt Sein Wort in unseren Lebensweg. Mesusa für das Herz.


6.1 Ein Bekenntnis, was es in sich hat, wenn wir es in uns haben. Höre Israel. Höre Volk Gottes. Gott lieben mit allem.

6.2 Der eine Gott wartet, dass wir hören und gehorchen. ER ist und bleibt der Lebendige. Wie schön, wenn auch wir Teil Seiner lebendigen Geschichte werden und unser Leben nach Seinem Willen läuft.
Tafila an Arm und Finger, Talit als Schal, Mesusa als Wort-Gottes-Box geben uns dafür wertvolle Hinweise.



Amen.



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Zuletzt geändert am 30.05.2008 von: (fp)