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 <>< Predigt Dritter Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 8. Juni 2008

Gott sieht das Herz an

1 Das Wort des Herrn erging an mich:
2 Wie kommt ihr dazu, im Land Israel das Sprichwort zu gebrauchen: Die Väter essen saure Trauben, und den Söhnen werden die Zähne stumpf? 3 So wahr ich lebe - Spruch Gottes, des Herrn -, keiner von euch in Israel soll mehr dieses Sprichwort gebrauchen. 4 Alle Menschenleben sind mein Eigentum, das Leben des Vaters ebenso wie das Leben des Sohnes, sie gehören mir. Nur wer sündigt, soll sterben.
21 Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben. 22 Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben. 23 Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen - Spruch Gottes, des Herrn - und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt? 24 Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er Unrecht tut und all die Greueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muss er sterben.
30 Darum will ich euch richten, jeden nach seinem Verhalten, ihr vom Haus Israel - Spruch Gottes, des Herrn. Kehrt um, wendet euch ab von all euren Vergehen! Sie sollen für euch nicht länger der Anlass sein, in Sünde zu fallen. 31 Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel? 32 Ich habe doch kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss - Spruch Gottes, des Herrn. Kehrt um, damit ihr am Leben bleibt.

Hesekiel 18, 1-4.21-24.30-32

Liebe Gemeinde!

1.1 Drei Kälber und fünf Schafe bitte - hier ist die Bezahlung. Morgen zum Mittagsopfer sollen sie als zusätzliche Sühneopfer verbrannt werden. Sie sind für meinen Sohn. Der ist im Augenblick in Babel zum Studium. Wer weiß was er dort macht. Sie treiben es dort heftig und zuchtlos. Damit Gott ihn und mich nicht für seine Sünden straft.

1.2 Hesekiel war Priester am Tempel, so müssen wir annehmen. Genau weiß man es nicht. Doch er kennt sich aus mit dem Kult. Eltern opfern, damit die möglichen Sünden ihrer Kinder Gott nicht anrechnet. Kinder kommen und wollen für den sterbenden Vater ein Sühneopfer beantragen. Einer: Er liegt schon im Sterben. Wer weiß. Ich habe nicht viel Geld. Doch wenn es fünf Tauben sein können, für die reicht es. Werden die heute noch zum Abendopfer für meinen Vater geopfert dann muss ich nicht für seine Sünden büßen, wenn er stirbt.

1.3 Hesekiel war nicht nur Priester am Tempel. Er las in den heiligen Schriften. Sollen Eltern für ihre Kinder büßen? Ja sie tun es faktisch, weil in der Familie einer den anderen trägt. Missratene Kinder sind eine schwere Last. - Sollen Kinder für ihre Eltern büßen? Auch das geschieht ständig. Was müssen Kinder unter dummen oder auch lieblosen Eltern leiden, oft ein Leben lang. Was du tust, das wirkt sich aus. Daran ist kein Zweifel. Heißt es nicht in der Schrift, dass die Sünden der Väter heimgesucht werden bis ins dritte und vierte Glied. Der Segen aber wirke bis in die tausendste Generation.

1.4 Hesekiel war nicht nur Priester und Schriftgelehrter. Er war ein Beter und Seher. Herr, was tut der Vater da für die Sünden seines Sohnes mit Dir. Lässt Du so mit Dir handeln? Ändern drei Kälber und fünf Schafe Dein Herz? Herr, sollten fünf Tauben die Sünden der Väter abwenden? Bist Du damit beruhigt? Hesekiel sucht. Er sucht das Herz Gottes. Während andere die Opferlisten zu ihrer Entlastung studieren steht der Priester Hesekiel belastet vor dem Herrn. Herr, das kann nicht sein. Bist Du so? Herr, antworte.


2.1 Kennen wir dieses Hesekiel Herz? Da glauben Menschen Dinge von Gott, die schaden. Sie bauen auf Gewohnheiten oder Meinungen. Und wir denken: Das stimmt doch nicht. Da entsteht doch keine Freiheit im Glauben. So ist Gott doch nicht. Und was macht Hesekiel? Er redet darüber mit Gott. Er sucht Ihn. Herr, schaue Dir das an. So kann das doch nicht gehen. Das meint doch Dein Wort nicht. So ist es doch nicht. Herr antworte. Hesekiel Gespräche mit Gott.

2.2 Ich kann mir kein waches Christenleben vorstellen ohne diese Dimension. Herr, sieh Dir das an! Herr, was sagst Du? Herr, soll ich etwas dagegen tun? Unsere Fragen brauchen Sein Reden, sonst wirft alles Reden nur neue Fragen auf. Hesekiel konnte keinen Sperrzaun um den Tempel machen und eine Plakatwand aufrichten: Irrige Opfer. Er musste auf Gottes Sperrzaun warten. Denn ohne Gottes Stimme zählt unsere Theologie nur solange, bis die nächste kommt. Und das ist meist sehr schnell der Fall. Herr, rede Du.


3.1 Und der Herr redet. Das Wort des Herrn erging an mich (1). Hesekiel wird zum Seher und Propheten. Gottes Stimme hören, geht das? Was Hesekiel erfuhr kann nach den Worten Jesu jedem, der Ihm folgt, zuteil werden. Denn ER hat einen Teil Seines Geistes in unser Herz gegeben. Damit redet ER in uns.

3.2 Gottes Impulse kommen stets menschlich in uns: Wir haben eine Idee. Wir sehen innerlich ein Bild. Wir sind angerührt. Wir wissen es in uns. - Woher weiß ich, dass es von Gott ist? Wenn es aus Seinem Frieden kommt, den ER mir schenkt. Wenn eine Eingebung in Seiner Gnade besteht und nicht vergeht, sobald ich sie Gott hinhalte. Wenn ich meine Wünsche kenne und sie von der Eingebung trenne. Gott du darfst mir alles sagen, passendes und queres. - Sicher ist Gottes Reden nie. Um Wiederholung dürfen wir bitten. - Doch anzunehmen Gott redet nicht ist auch vermessen. Stellen Sie sich mal vor, ein lieber Mensch spricht zu Ihnen und Sie sagen ständig: Ich weiß nicht, ob du das bist. Ich könnte mich ja in deiner Stimme täuschen.

3.3 Hesekiel hört. Die Väter essen saure Trauben, und den Söhnen werden die Zähne stumpf (2). Das Sprichwort kennt er. Kinder haften für ihre Eltern. Doch jetzt sagt es der Herr. Dies Wort gilt nicht mehr. Falsche Opferpraxis. Falsche Frömmigkeit. - O Herr, danke für Dein Reden und danke für den Inhalt. -

3.4 Doch dann macht der Herr Theologie und informiert den Schriftgelehrten Hesekiel. ER: Mit Recht fragst Du nach Mir. Liebe Ich denn das Verderben, dass Ich die Sünde der Väter an den Kindern rächen sollte? ICH liebe doch das Leben, die Umkehr und Erlösung. - Kehrt einer um, so zählt nicht seine Sünde. Es zählt die Umkehr seines Herzens, sein neues Leben. Er soll leben. - Kehrt einer sich ab, so zählt nicht frühere Güte. Es zählt das Böse seines Herzens. Darin kommt er um. - Ein jeder steht für sich vor mir so wie er ist. Nicht Eltern zählen und nicht Kinder, es zählt nicht die Vergangenheit noch Zukunft. Seht doch Mein Herz. Es ist doch Liebe. Seht euer Herz und kehrt doch um.

3.5 Hesekiel weiß: Gott sieht das Herz an. Das war das Wort. Das muss er sagen, wenn es um drei Kälber oder fünf Tauben geht. Und: Schaffe in mir Gott ein reines Herz. Und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Das ist die Botschaft für die Menschen, die mit Gott verhandeln wollen durch ein Opfer. Du selber zählst vor Gott, nur du, nichts anderes.


4.1 Ein Hesekiel Herz sollen wir suchen. Lauschen auf den Herrn. Dann können wir gültige Worte sagen, die uns und anderen helfen in den Fragen, die uns treiben.



Amen.



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Zuletzt geändert am 05.06.2008 von: (fp)