Deutschsprachiges Evangelisches Pfarramt an der Costa del Sol - online
Startseite

Grußwort

Gottesdienste

Predigten

Predigtplan

Gottesdienste
passiert...notiert...
und Fotos
Veranstaltungen
Wissenswertes
Kontakt und Anreise

 <>< Predigt Fünfter Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

Pdf Datei

Gottesdienst am 22. Juni 2008

Fürbitte

1 Im Übrigen, Brüder, betet für uns, damit das Wort des Herrn sich ausbreitet und verherrlicht wird, ebenso wie bei euch.
2 Betet auch darum, dass wir vor den bösen und schlechten Menschen gerettet werden; denn nicht alle nehmen den Glauben an.
3 Aber der Herr ist treu; er wird euch Kraft geben und euch vor dem Bösen bewahren.
4 Wir vertrauen im Herrn auf euch, dass ihr jetzt und auch in Zukunft tut, was wir anordnen.
5 Der Herr richte euer Herz darauf, dass ihr Gott liebt und unbeirrt auf Christus wartet.

2. Thessalonicher 3, 1-5

Liebe Gemeinde!

1.1 Paulus schreibt den Christen der kleinen Gemeinde in Thessaloniki in Griechenland. Sie hatten Probleme mit der Wiederkunft des Herrn. Er teilt ihnen mit, was Christen dazu wissen sollen. Bis heute sind seine Ausführungen dazu im 1. Thessalonicherbrief grundlegend.

1.2 Dann geht es um Seelsorge. Kein Weg im Glauben kann gelingen ohne Seelsorge. Viele Dinge spricht er an. Wir greifen sein erstes Thema auf, die Fürbitte. Wir wollen sehen, was uns dabei betrifft.


2.1 Paulus bittet: Betet für uns. Er bittet um Fürbitte. Die Fürbitte ist der priesterliche Dienst eines Christen. Früher standen dafür Priester am Brand- oder Rauchopferaltar und ließen ein Opfer in Flammen aufgehen. Der aufsteigende Rauch - wie der Weihrauch - war das Zeichen für die Bitten, die zu Gott aufsteigen. Im allgemeinen Priestertum aller Glaubenden tritt jeder Christ nach dem Opfer Jesu als Priester vor Gott. Das Feuer des Opfers ist zur Liebesflamme geworden. Der Heilige Geist entzündet sie in unseren Herzen. Statt Rauch steigt der Geist Jesu auf. Im Namen Jesu kommen unsere Gebete vor Gott. Das ist der priesterliche Dienst der Fürbitte. -
Das Opfer wurde täglich im Tempel gebracht. So ist auch die Fürbitte ein täglicher Dienst von Christen. Er ist grundlegend.

2.2 Fürbitte ist Arbeit, Herzensarbeit. Wir tragen die Freuden und Lasten anderer vor den Herrn. Es gibt die Hilfe durch die Hand. Sie gibt dem, der in Not ist. Und es gibt die Hilfe durch die Fürbitte. Sie gibt dem anderen über den Umweg der Hand Gottes. ER möge Seinen Segen in diese Not senden. Wir wissen oft gar nicht, aufgrund welcher Fürbitte wir noch leben oder etwas gelingt.

2.3 Wie sieht Ihre Fürbitte aus? Für wen gilt sie? Jeder Christ sollte in diesem Feld der Seelsorge seinen Platz einnehmen, damit das Inter-Net der Fürbitte nicht reißt. Jeder bete an seiner Stelle: Die Partner für die Partner. Die Eltern für die Kinder. Die Paten für die Patenkinder. Die Nachbarn für die Nachbarn. Der Pastor für die Gemeinde, die Gemeinde für den Pastor. Die Lehrer für die Schüler. Jeder für den oder die er Verantwortung trägt.

2.4 Und für das, was der Herr aufs Herz legt. Dafür ist es gut, stille zu sein vor dem Herrn. Legt ER mir dabei einen Menschen auf das Herz? Dann soll ich ihn oder sein Anliegen vor ihn bringen.

2.5 Gott will gebeten sein. Warum fragen viele. Weiß ER nicht alles viel besser? -
Bestimmt. Doch nur wenn wir Ihn bitten wissen auch wir es und wächst unser Vertrauen in Seine Hilfe. Das Netz der Fürbitte geht dann durch unser Herz.

2.6 Betet für uns. Sollen wir uns das nicht gegenseitig sagen und dann jeden Tag tun. Was ginge von unserer Gottesdienstgemeinschaft für ein Segen aus, für uns selbst und noch für viele andere.

2.7 Bleibt noch der Hinweis für was die Fürbitte möglich ist. -
Nichts gibt es, was der Herr nicht regeln könnte. Wie können Prüfungen anders aussehen, wenn wir nicht nur für sie lernen, sondern für das Gelingen und alle Beteiligten beten. Wie sehen Feste anderes aus, wenn wir nicht nur guten Kuchen backen und leckeren Wein einkaufen, sondern für die Atmosphäre und die Gäste beten. Wie wirken Medikamente anders, wenn wir sie nicht nur schlucken, sondern für die Wirkung beten. Wie werden Gottesdienste anders, wenn wir für sie beten. -
Kein Bereich unseres Lebens ist von der Fürbitte ausgeschlossen.
Wer Fürbitter ist bleibt ein wacher Mensch. Nie mehr plagt ihn Langeweile.


3.1 Paulus hat in seiner Bitte um Fürbitte keinen persönlichen Wunsch. Er bittet um Gebet, dass das Wort des Herrn laufe (1), dass es gepriesen werde (1) und dass er und seine Mitarbeiter vom Bösen erlöst werden (2). Wir sehen bei Paulus drei zentrale Dinge einer lebendigen Verkündigung.

3.2 Wie kann das Wort Gottes laufen? Kann es auch stagnieren? - Ja, es kann. Es geht um die unsichtbare Ausbreitung und Wirkung. Wenn ein Eimer voll Wasser ist und es kommt noch mehr hinein, dann läuft Wasser über. So ist es auch mit dem Wort Gottes. Wenn Gott es schenkt, dann fließt das Wort innerlich über bis in die Herzen von Menschen, die davon durchtränkt werden. Es kommt an. Es nimmt ein. Es durchdringt. -
Beten wir, dass das geschieht. Herr, lass Dein Wort diesen Raum erfüllen, diese Menschen durchdringen, dieses Herz erreichen. - Warum geben wir nur Preistipps weiter, wo die Würstchen am billigsten sind? Warum bitten wir nicht genauso, dass das Wort des Herrn läuft?

3.3 Dass das Wort Gottes gepriesen werde wie bei euch. - Was soll diese Fürbitte: Das Wort Gottes preisen. -
Die Bibel ist kein Buch mit Goldschnitt auch wenn sie einen hat. Sie trägt die Wahrheit (Gold) des Wortes Gottes in sich, durch das eine neue Wirklichkeit entsteht: Wir sind erlöste. Der Herr ist unsere Hoffnung. DU bist unser Friede. -
Das Preisen des Wortes Gottes ist für das eigene Herz, was die Dusche für den Körper ist. Wir werden erfrischt. -
Preisen ist: Ich lobe Dich Herr für Deine Verheißung. Ich ehre Dich Herr für Deine Erlösung. Ich freue mich Herr über Dein Wort der Liebe. -
Wessen Herz so spricht oder singt, der nimmt etwas von der zukünftigen Erlösung vorweg, die wir erwarten. Lobpreis stärkt. Jammern drückt nach unten, loben zieht nach oben. Menschen, die Gottes Wort loben, sind weniger anfällig für innere Angriffe. -
Betet darum, dass das Wort Gottes gepriesen wird, dass Lobpreis entsteht.

3.4 Dass wir erlöst werden von dem Bösen - dafür erbittet Paulus die Fürbitte. Sofort werden wir an das Vater Unser erinnert: Erlöse uns von dem Bösen. Was ist das? - Wo das Wort Gottes läuft, da baut der Böse Hindernisse. Der Böse sorgt als Widersacher Gottes dafür, dass Menschen nicht stärken und aufbauen, sondern schwächen und einreißen. Und es gibt immer welche, die er dafür gewinnen kann. Schwächen und einreißen, lügen und spalten. Das Wasser soll nicht ankommen. Es soll versickern, fehlgeleitet werden. Vor Herzen entstehen Barrieren. Das Wort Gottes dringt nicht mehr durch. -
Wir sollen uns dafür nicht zur Verfügung stellen.
Aber wir können nicht verhindern, wenn andere es tun. Nur Gott kann das unwirksam machen, so dass der unsichtbare Strom des Wortes doch nicht blockiert wird. Erlöse Du uns, Herr, von dem Bösen. Lebendige Verkündigung braucht dieses Gebet. Denn der Widersacher schläft nicht.


4.1 Zum Schluss seiner Seelsorge sagt Paulus: Der Herr richte eure Herzen. Hier spricht er die Lenk- und Leitfähigkeit durch den Herrn an. Das Herz vom Herrn richten lassen. Das ist nötig. Denn wir sind alle von Natur aus verbogen. Ziel ist, dass ich sage: Ich will, dass Du, Herr, mich lenkst zu Deiner Liebe und Geduld. -
Seelsorge, die hilft.



Amen.



Zur Startseite      Zum Anfang dieser Seite

Zuletzt geändert am 20.06.2008 von: (fp)