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 <>< Predigt 16. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 7. September 2008

Geduld

35 Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.
36 Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.
37 Denn "nur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben.
38 Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm" (Habakuk 2,3-4).
39 Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.

Hebräer 10, 35-39

Liebe Gemeinde!

1.1 Vertrauen und Zutrauen sind wie Sonnenstrahlen des Lebens. Wer mit Vertrauen lebt hat ein sonniges Gemüt. Wir brauchen es alle. Was wird aus unseren Kindern und Enkeln wenn wir nicht mit dem Zutrauen helfen, dass ihr Leben gelingt. Was haben wir für eine Chance angesichts von Nöten und Krankheiten, wenn wir nicht jeden Tag voll Vertrauen neu beginnen.

1.2 Das alles wissen wir. Aber Wissen ist nicht Haben. Manchmal ist Wissen sogar schmerzhafter als gar nichts wissen. Und so wachen wir oft morgens auf und denken: Mein Vertrauen ins Leben ist angeschlagen. Wie soll ich heute Zutrauen finden? Mein sonniges Gemüt - es ist mir abhanden gekommen.

1.3 Unser Bibelwort weiß um das Problem. Und es weiß, nicht nur unser Vertrauen ins Leben kann wanken. Es ist meist damit verbunden, dass wir auch das Gottvertrauen verlieren. Soll ER gut zu mir sein mit dem, was ist? Soll ich Ihm vertrauen können?

1.4 Das passiert lebenstüchtigen Menschen und lebendigen Christen. Menschen, die "Wetter" in ihrer Seele haben, Sonnenschein und Sturm von innen kennen. Ihnen gilt das Bibelwort, damit sie "wetterfest" werden, nicht wanken, nicht aufgeben. Wie geht das?


2.1 Nicht wegwerfen sollen wir das Vertrauen, sagt das Bibelwort. Wie kann ich das? Ich brauche dafür Geduld, sagt es. Klar. Geduld ist die Fähigkeit auszuhalten wenn ich denke, das ist nicht mehr auszuhalten. Geduld ist der verlängerte Arm des Willens, es geht doch. Geduld hofft auf Licht wenn es dunkel ist. Aber woher Geduld nehmen?

2.2 Diese Frage haben viele Erwachsene für sich nicht klar beantwortet. Sie denken, Geduld sei angeborene Charaktersache. Fertig. Ich habe sie nicht. Schade. Und ungeduldig mit sich, den Mitmenschen und dem lieben Gott stolpern sie ins Dunkle.

2.3 Wenn es so wäre, gäbe es nicht den Bibeltext, der meint, es ginge anders. Wie?


3.1 Unsere charakterliche Fähigkeit zur Geduld ist wirklich begrenzt durch unsere Natur. Der eine hat mehr davon, der andere weniger. Das ist wahr. Aber unsere Natur ist nicht die letzte Grenze unseres Lebens. In uns tragen wir die übernatürliche Kraft des Geistes und durch die Taufe auch die des Geistes Gottes. Das ist wie beim Portemonnaie. Da gibt es hinter dem Fach für Scheine noch ein Fach für größere Scheine. Und die meisten Menschen haben es in der Tasche und gucken da nie rein.

3.2 Damit unsere charakterliche Geduld zum Vertrauen nicht auf der Strecke bleibt brauchen wir Anschluss an eine größere Kraft. Unser Herz muss sich entscheiden, auf sie zu setzen, nicht nur auf sich selbst. Diese größere Kraft ist Gottes Geduld, Sein Wille für uns, nicht nur unser, Sein Vertrauen in uns, nicht nur unseres, Sein Geist in uns, nicht nur unser. Es braucht den Blick ins hintere Fach unseres Herzens und dann den Willen, danach zu greifen. Es braucht die Bereitschaft bis zum letzten Atemzug auf dieser Erde zu lernen, dass Größeres durch den Glauben in uns lebt als wir von Natur aus meinen. Es braucht die Demut, dass der Herr meine Stärke ist.

3.3 Das kann etwa so aussehen. Herr, meine Geduld reicht heute nicht einmal dafür, zufrieden aufzustehen. Wo ist Deine Geduld mit mir? Ich will sie spüren. Ich suche sie. Gibt sie mir. Ich lebe nicht los, es sei denn, Du bist da und stärkst mich. Herr, nur mit Dir. - Dann ist ER dran. Solange gilt es zu kämpfen um die höhere Geduld. - Bis es endlich gilt: Danke. Jetzt geht es.


4.1 Wer so aus den Quellen des Glaubens lebt, dem verspricht das Bibelwort hohen Lohn. Hier auf Erden natürlich durch die Erfahrung, im Willen Gottes zu leben und Seine Verheißungen zu erfahren. Weiter: Gott hat Gefallen an solchen Menschen, das gleiche wie an Jesus Christus. Aber dann wird auch davon gesprochen, dass es unsere Seele rettet. Gemeint ist, dass dieser Lebensstil wohl in der Ewigkeit weitergeht. Dort wird auch aus Gottes Kraft gelebt. Das ist Himmel. Den üben wir damit ein.

4.2 Und nun verstehen wir auch, warum es ein Sonnenstrahl ist, so zu leben. Ergreifen wir dies Vertrauen, diese Geduld, damit es in uns leuchtet.



Amen.



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Zuletzt geändert am 11.09.2008 von: (fp)