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 <>< Predigt 17. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 14. September 2008

Kofferband der Einheit

1 Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
2 Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe,
3 und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.
4 Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; 5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
6 ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Epheser 4, 1-6

Liebe Gemeinde!

1.1 Dass man zusammenhalten soll wissen wir nicht nur deshalb, weil es in der Bibel steht. Einheit ist das Lebenselixier jeder Gemeinschaft. Fehlt sie wird es nie schön.
Es fordert viel Kraft, damit es glückt. Wenn jeder auf dem anderen rumhackt ist das viel einfacher. Doch die Einheit ist schnell zerschlagen. Dagegen zu suchen, was eint, ist viel schwerer. Doch es lohnt sich. Am Ende haben nämlich alle mehr davon, wenn jeder jeden respektiert. Eine solche Gemeinschaft trägt. Dagegen tut es bleibend weh, wenn einer das zerstört.

1.2 Mittlerweile weiß man das auch in der großen Politik. Kein Land kann heute mehr alleine überleben. Weltpartnerschaft heißt deshalb die Leitlinie jeder Außenpolitik. Und das gilt sogar, wenn einige nicht mitmachen. Es gibt dazu keine Alternative.


2.1 Seid demütig, friedfertig, geduldig, ertragt einander in Liebe. So heißt es deshalb im Bibelwort. Das sind die vier Spuren der Einheit: Demut. Friede. Geduld. Liebe.
Hochmut zerstört, Intrigantes Verhalten zerstört, Ungeduld zerstört, Lieblosigkeit zerstört. Jede dieser Eigenarten setzt Einheit außer Kraft.
Knüpft stattdessen ein Band des Friedens. Wir kennen solche Bänder vom Kofferpacken. Da ist zuviel im Koffer, und der Deckel spannt. Ob das mal hält. Dann kommt das Kofferband drum. Das ist wie im Leben. In fast jedem ist etwas drin, dass es platzen kann. Band drum. Es hält. Friedensbänder. Die sollen wir verwenden.

2.2 Schauen wir uns also an, wie wir an Friedensbänder kommen, mit denen wir Einheit stiften.


3.1 Das erste, was in unserem Wort auffällt, ist die Adresse des Absenders. Er sitzt im Gefängnis als unschuldig Verfolgter. Nicht gerade eine friedliche Erfahrung. Ob er deshalb so genau weiß, was er schreibt und wie er es begründet? Da ist nichts Romantisches, Weltpolitisches, Humanistisches geblieben. Die Begründung ist verblüffend klar christlich. Ein Friedensband aus dem Gefängnis. Woraus ist es geknüpft?

3.2 Der Epheserbrief setzt ganz hoch an. Das Friedensband kommt vom Himmel auf die Erde. Der Himmel kann nicht gestohlen werden. Deshalb hat es Bestand.

3.3 Und es ist dreifach gesichert. Vater, Sohn und Heiliger Geist machen es fest. Gleich drei Verstärkungen. Das Friedensband ist trinitarisch. Es folgt der Offenbarung Gottes wie sie im Glaubensbekenntnis steht, nur von hinten nach vorne: Geist, Sohn, Vater. Geisteskraft, Erlösungskraft, Schöpfungskraft halten es. Schauen wir uns das an.


4.1 Nach dem Heilsplan der Bibel leben wir im Zeitalter des Heiligen Geistes. Seit dem ersten Pfingsten erfüllt ER die Herzen der Kinder Gottes. ER hat nur ein Thema: Jesus groß machen. Seine Erlösung, das Leben aus Seiner Liebe zu Gott und den Menschen. Seine Missionsstrategie ist denkbar einfach. Liebe leben macht sie glaubwürdig. Die Einheit unter Christen ist dafür Zeichen. An der Einheit soll man die Kinder Gottes erkennen. Das ist der erste Strang des Friedensbandes.
Es gilt das Gebet: Herr Du hältst es mit mir aus und vergibst mir. Ich will das auch mit anderen leben.

4.2 Was wir nach dem Heilsplan erwarten ist die Zeit der Wiederkunft Jesu. Dann kommt Sein Friedensreich auf die Erde. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe richtet uns dahin aus. In dieser Zukunftserwartung gibt es unter Christen keinen Dissens. Die Hoffnung ist eine.
Dein Reich komme, beten alle Christen. Und es gilt: Herr wir warten auf Dich. Wenn wir alle an Deinem Thron stehen, dann wollen wir uns hier nicht trennen. Der zweite Strang des Friedensbandes.

4.3 Der dritte Strang spricht den Glauben von Gott als Schöpfer an. ER ist über allem, durch alles, in allem. Wie sollten wir Seine Liebe nicht überall zu entdecken versuchen, erst Recht in Seinen Kindern. Wenn wir alle Seine Geschöpfe sind, dann sind wir alle darin eins.
Diese Position teilen mittlerweile alle großen Religionen dieser Erde. Sie begründen von diesem Glauben aus die gemeinsame Forderung nach Frieden und Respekt untereinander.
Was die Bibel weiß geht darüber noch hinaus. Sie spricht von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, die Gott schaffen wird. Und die Eintrittskarten dafür werden bestimmt nicht durch die Kirchenmitgliedschaften hier erworben.


5.1 Drei Stränge eines Friedensbandes: Du machst Jesus groß, sagt der Geist, Seine Liebe. Du lebst die Hoffnung auf das Friedensreich von Jesus hin. Du hast einen Glauben an Gott als Vater, der in allen ist. Alle sind Seine Geschöpfe.
Das macht dich stark zur Einheit.

5.2 Der hier an der Costa del Sol auch bekannte ehemalige Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele, Ratgeber des Päpstlichen Einheitsrates, nennt als Thema seines Lebenswerkes für die Einheit der Christen nicht die Wiedervereinigung der Kirchen, sondern die Weitervereinigung. Ein wunderbares Wort. Es macht deutlich, dass das Ziel nicht unsere Kraft ist, sondern ER selbst, der Herr. Weitervereinigen.



Amen.



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Zuletzt geändert am 12.09.2008 von: (fp)