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 <>< Predigt 18. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 21. September 2008

Vierfacher Rat zur Schönheit

15 Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug.
16 Nutzt die Zeit; denn diese Tage sind böse.
17 Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist.
18 Berauscht euch nicht mit Wein - das macht zügellos -, sondern lasst euch vom Geist erfüllen!
19 Lasst in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und Lieder erklingen, wie der Geist sie eingibt. Singt und jubelt aus vollem Herzen zum Lob des Herrn!
20 Sagt Gott, dem Vater, jederzeit Dank für alles im Namen Jesu Christi, unseres Herrn!
21 Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus.

Epheser 5, 15-21

Liebe Gemeinde!

1.1 Der Epheserbrief kennt das große Thema der Berufungen im Leib Christi. Im Kapitel vier werden sie entfaltet. Ephesus, die Stadt der Schönheitsgöttin Diana oder Aphrodite, sollte nach dem Kampf während der Entstehung der Gemeinde auch die Schönheit kennenlernen, die den Leib Christi auszeichnet, wenn Berufungen in ihm leben. Braut Christi gegen Aphrodite. Das ist Ephesus. Himmlische Schönheit gegen irdische. "Groß ist die Diana von Ephesus", so hatte man gegen die Christen im Amphitheater gesungen. "Singt und jubelt aus vollem Herzen zum Lob des Herrn", heißt es in unserem Wort.

1.2 Wieso machen Berufungen den Leib Christi schön? Und was sind Berufungen?

1.3 Zunächst einmal ist jeder durch den Geist Gottes berufen, Kind Gottes zu werden. Durch einen Gottesglauben, der zu Jesus umkehrt und Seine Erlösung annimmt wird man wie Jesus Kind Gottes. Durch die Taufe wird dieses Geheimnis des Glaubens auch unser Geheimnis des Lebens. Das gilt jedem.

1.4 Doch dann gibt es weitere Berufungen, die Jesus selbst durch seinen Geist in die Herzen von Menschen legt. Der Epheserbrief beschreibt sie als Apostel, Propheten, Evangelisten und Hirten und Lehrer. Durch sie wird der Leib Christi aufgebaut, vollendet, schön. Dieser vierfache Dienst des Leibes Christi gibt der Kirche Gestalt: Fundament, Licht, Tat- und Präsentationskraft, Pflege. Jesus war und ist alles zusammen. ER verteilt sich in Seinen Berufungen durch Seinen Geist in diese Dienste. Leben sie geht es der Kirche gut. Fehlen sie fehlt es überall, am meisten an der Kraft von innen.

1.5 Ephesus wurde dies offenbart. Die Jahrhunderte der Kirchengeschichte sind voll von Berufungen. Doch am Ende haben die großen Kirchen sie meist übersehen und sind dadurch leer ausgegangen. Der Hirtendienst, der Pastorendienst ist als einziger geblieben. Und gelegentlich gibt es ein wenig Evangelistisches. Apostel und Propheten bleiben auf der Strecke. Wie will man aber schön sein, wenn dreiviertel fehlt?

1.6 Die fehlenden Berufungen Jesu für Seine Kirche haben seit dem Epheserbrief stets Menschen beschäftigt. Sie haben das Gebet ernst genommen und auf dem Herzen getragen: Komm Heiliger Geist, entzünde in uns das Feuer Deiner göttlichen Liebe. Sende Deiner Kirche Dienste nach Deinem Herzen. Wer so betet, der freut sich gleichzeitig auf die Wiederkunft Jesu. Denn dann ist das Problem gelöst. Dann wird seine Kirche schön.


2.1 Wenn diese Dienste uns in der Gemeinde Jesu Christi aufbauen, dann muss es etwas von ihnen in jedem von uns Christen geben. So ist es. Ihr Anteil in uns wird in unserem Text in Epheser fünf beschrieben. Und wir können entsprechend der großen Linie fragen: Was macht unseren Glauben schön? Was hilft zu unserem Aufbau? Dazu vier Hinweise.

2.2 Der evangelistische Rat: Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug.
Mit anderen Worten: Wie kommt raus, wer wir sind? Völlig egal, sagen manche. Hauptsache der Kern ist gut. Der Kern soll gut sein. Doch die Gestalt gehört dazu. Wir finden es ja auch nicht überflüssig, zum Friseur zu gehen. Und wenn einer sagt: Mir ist egal wie meine Wohnung aussieht, der lässt - seriös gesagt - die Ästhetik in seinem Leben draußen vor. Ohne Gestalt lebt kein Mensch und geht diese Welt unter.
Wird die Gestalt meines Glaubens transparent für Jesus? Leuchtet ER durch? Fragen mich Menschen auch nach Ihm? Welche Witze mache ich, welche Worte wähle ich, welche Taten sprechen für den Herrn in mir?
Schauen Sie mal zu wie das Schminken einer Frau aussieht. Alles für die Schönheit. Diese Sorgfalt soll unser Glaube bekommen, sagt das Wort. Kluge Lebensführung. Dann wird es schön.

2.3 Der Hirten Rat: Nutzt die Zeit. Carpe diem ist ein alter Weisheitsspruch. Was der Evangelist nach außen rät, das mahnt der Hirte nach innen an. Habe innere Ordnung.
Alles hat seine Zeit. Gott gibt Dir Zeit zum ruhen und zum aufstehen, zum essen und zum schaffen, zur Erquickung und zum Weg durchs finstere Tal, zur Umkehr und zum Festmahl. Psalm 23 beschreibt es. Ergreife was dran ist. Denk nicht an die Weide, wenn Wasser da ist. Denke nicht an die Sorge, wenn du erquickt wirst. Lauf nicht deiner Zeit weg, die dir gerade schlägt. Dann ehrst du Gott recht. Dann dankst Du ihm in der Dunkelheit der Nacht, dass er dich bewahrt. Und du lobst ihn für den vollen Becher, den ER dir einschenkt. Alles zu Seiner, Gottes, Zeit. Das ist der Hirtenrat. So bleibst du vor Gott geordnet.
Und das Bibelwort sagt noch, das man das nicht lernen kann, wenn man um sich schaut. Schon damals nicht. Es sagt schlicht: Die Zeit ist böse. Dieses Gute zeigt dir keiner mehr. Das musst du beim Hirten lernen. Und wenn es dafür keine Berufungen mehr gibt, dann beim Hirten Jesus.

2.4 Bleiben noch die zwei großen anderen Dienste. Begreift, was der Wille des Herrn ist. Der Wille des Herrn. Darum kümmert sich der apostolische Dienst. Apostel tun, was der Herr will. Sie sind Sein verlängerter Arm. Deshalb wird das Papsttum in Rom auch apostolisch bezeichnet. Dort soll der Wille des Herrn gelten. In jedem Christen lebt ein apostolischer Kern. Wenn ich Christ sein möchte, muss ich irgendwann einmal gesagt haben: Herr ich will was Du willst. Mein Wille soll durch Deinen bestimmt werden. Das ist apostolisch.
Ein solcher Schritt fällt nicht vom Himmel. Ich muss ihn wollen, wählen und tun. Denn Gott berührt unseren Willen nicht gegen unseren Willen. Unsere Zeit, unseren Körper wohl. Unseren Willen nicht. Der ist Sein Ebenbild. Das packt ER nicht an. ER wartet, bis wir den Willen Ihm selbst öffnen. Das gleicht einem Opfer unseres Lebens. Danach sind wir im Kern unseres Willens apostolisch, von Gott gesandt.

2.5 Als letztes nennt das Bibelwort den prophetischen Rat: Lasst euch vom Geist erfüllen! Erfüllt, erleuchtet werden wir, wenn wir unsere Seele hell werden lassen durch Gott. Das kann ich nur, wenn ich Zeit mit Ihm verbringe. Die Seele steckt sich an dem an, was sie erfüllt. Verbringe ich viel Zeit mit dunklen Dingen werde ich auch so. Richte ich sie aus auf die Vergebung, auf den Lobpreis, auf Seine heilige Gegenwart, auf Seine Schönheit, auf Seine Verheißung - dann wird die Seele erleuchtet.
Es gibt alle möglichen Geister. Lasst euch vom Heiligen Geist erfüllen. Das kann man üben, sagt das Bibelwort. Bis zum letzten Atemszug auf dieser Erde bleiben wir darin Schüler.
"O komm Du Geist der Wahrheit" ist nicht nur ein schönes Lied, es ist ein Lebensstil. Am besten lernt man ihn, wenn man direkt umkehrt immer dann, wenn die innere Sehnsucht danach verloren gegangen ist. Man braucht dafür ein reines Herz. "Selig sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen". Das Wort Jesu aus der Bergpredigt ist der gleiche prophetische Rat.
Weil alle Menschen Sehnsucht danach haben - unsere Seele ist auf inneres Licht angelegt wie das Auge auf äußeres - wird soviel Alkohol getrunken. Denn in der ersten Phase lockert der die Seele von der inneren körperlichen Schwere. Er lässt vergessen. Er macht leicht. Aber er führt nicht zum Licht, sondern zum Kater. Berauscht euch nicht mit Wein. So sagt das Bibelwort.


3.1 Vier Ratschläge für einen schönen Glauben. Vier Richtungen unseres Lebens, die Begleitung brauchen. Vier Dienste des Leibes Christi, die eigentlich leben sollten durch Berufungen. Vier Felder unseres Lebens, die gelingen können:

3.2 Sorgfältiges Leben als Zeichen meines Glaubens. Der evangelistische Rat.
Innere Ordnung meines Lebens. Ich nutze meine Zeit zu Gottes Ehre. Der Hirtenrat.
Ich will was ER will. Der apostolische Rat.
Ich lasse mich füllen mit Seiner Gnade, Seinem Licht, Seinem Geist. Der prophetische Rat.

3.3 Ob uns das hilft? Auf dieser Spur kann unser Leben gelingen und schön sein. Dann brauchen wir keine Worte wie "Groß ist die Diana von Ephesus". Dann sagen wir Gott dem Vater jederzeit Dank für alles im Namen Jesu Christi, unseres Herrn.



Amen.



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Zuletzt geändert am 19.09.2008 von: (fp)