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Erntedankfest
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 5. Oktober 2008

Dankbarkeit

15 Durch IHN also lasst uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen, nämlich die Frucht der Lippen, die Seinen Namen preisen.
16 Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen; denn an solchen Opfern hat Gott Gefallen.

Hebräer 13, 15-16

Liebe Gemeinde!

1.1 Dankbarkeit ist ein hohes Gut im Leben. Wie gut das tut, dankbaren Menschen zu begegnen, dankbare Kinder zu haben, einen dankbaren Lebenspartner. Wie schön das ist, selbst dankbar sein zu können.

1.2 Die Hirnforschung hat festgestellt, dass dankbare Menschen mehr Hirnaktivitäten im Glückszentrum haben. Aber da beschreibt nur die Biologie, was wir alle wissen. Jeder sehnt sich danach, in positiver Anerkennung zu leben. Das Bedürfnis ist so stark, dass sogar Lügen in Kauf genommen und Selbstlügen erfunden werden. Das positive Selbstbild soll nicht wanken. Wir brauchen Lob. Dankbarkeit ist eine Form, durch die wir es uns und anderen in guter Weise geben.

1.3 Doch wie schnell kann Dankbarkeit zerbrechen. Es scheinen dabei nicht die äußeren Besitztümer zu zählen. Da hat einer einen dicken Mercedes. Er findet keinen Parkplatz. Und schon ist er undankbar und am Ende. Da hat eine Frau mehr Schuhe als der Monat Tage zählt. Aber sie ist unglücklich, weil sie am 5. des Monats nicht weiß, welche sie anziehen soll. Ihr Herz ist nicht dankbar über die Fülle, sondern undankbar, weil heute nichts passt. So sind wir. Alle.

1.4 Dankbarkeit entsteht im Herzen. Sie ist eine Fähigkeit unseres Geistes, die wir lernen müssen. Rutscht in die Mitte unseres Herzens eine Not - wir können Hülle und Fülle um uns haben, die Dankbarkeit ist weg. So finden nach dem Verlust eines lieben Menschen, nach der Erfahrung bitterer Enttäuschung, nach einer Beeinträchtigung durch Krankheit manche Menschen nie mehr zur Dankbarkeit zurück. Ein Körnchen Bitterkeit im Zentrum unseres Herzens reicht, um das ganze Lebensfeld zu veröden.


2.1 Wie an die Quellen der Dankbarkeit im eigenen Herz kommen? Wie sie erhalten? Wo liegen sie? Darauf gibt unser Text eine Antwort. Die Gottesliebe und die Menschenliebe sind der Schlüssel.

2.2 Wie kommt Dankbarkeit dauerhaft ins eigene Herz? Die Bibel sagt: Indem das Herz sich dauerhaft auf das Lob Gottes ausrichtet. Denn das Herz füllt sich mit dem, worauf es sich richtet. Ist dies das Lob Gottes, so fließt nicht nur Anerkennung, Ehrfurcht und Dank als Lob von uns zu Gott. Es fließt vielmehr auch von Gott her eine Kraft zurück in uns. Es ist ein Strom des Friedens, mit dem Gott Seine ganze Schöpfung füllen möchte. Ist dieser Friede lange genug präsent, dann wächst in uns die Haltung der Dankbarkeit in allen Dingen. Im Kopf ist es klar: ER führt mich auf rechter Straße. Ich kann dankbar sein. Im Gefühl setzt sich durch: ER weidet mich auf grüner Aue. Ich werde da schon ankommen. Es werden sich alle Dinge zum Besten wenden. Und in Konflikten weiß ich: Ich fürchte kein Unglück, denn DU bist bei mir. Ich werde nie tiefer fallen als in Seine Hände.
Die Gottesliebe und Sein Lob, Ehrfurcht vor Ihm, bringen Dankbarkeit dauerhaft ins eigene Herz.

2.3 Viele Christen raten denn auch dazu, in den eigenen Alltag Verkehrsschilder der Dankbarkeit einzubauen. Ein Morgengebet beim Aufstehen, das Tischgebet beim Essen, das Nachtgebet vor dem Schlafen. Das Autogebet vor jeder Fahrt, das Schutzgebet vor jedem Verlassen des Hauses, das Medikamentengebet vor jeder Pille. Gott, ich lobe Dich, denn Du vermagst alles zum Segen zu wenden. Das nährt unsere Dankbarkeit. Dann wächst sie in uns. Lasst uns Gott allezeit Lob darbringen, Seinen Namen preisen.


3.1 Wir sahen wie Dankbarkeit kommt. Aber wie bleibt sie?

3.2 Die Bibel meint, sie bleibt nur in uns, wenn wir sie anderen zeigen, geben, schenken. Empfangt nicht nur Gutes, sagt sie. Vergesst nicht, Gutes zu tun.

3.3 Das ist einsichtig. Sie können auch nicht Licht in ihrer Wohnung haben und sagen. Jetzt habe ich genug Sonnenlicht. Ich mache die Rouladen dicht. Nichts soll vom Sonnenlicht aus meinen Fenstern kommen. Es reicht, wenn es bei mir licht ist. Es wird dunkel. Wir haben an Gottes Segen Teil, wenn wir Ihn ein- und auslassen. Dankbarkeit fließt in uns und bleibt, wenn sie weiter fließt. Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über. Und geht der Mund über wird das Herz neu voll.

3.4 Sagen wir also auch anderen Dank. Geben wir, was wir geben können. Nicht erzwungen, sondern freiwillig. Es lässt unser Herz dankbar bleiben.

3.5 Denn was wir so sagen, geben, teilen nährt nicht den Geist der Gier, die ja Mangel füllen will. Sie will ein Loch stopfen, was nie voll wird. Was wir in Dankbarkeit geben, das schafft eine Fülle auch wenn es wenig ist. Denn es kommt aus dem Geist des Segens. Es ist genug. Kein Loch - Leben, sondern nach den Worten Jesu: Wer da (Segen) hat, dem wird gegeben. Wer aber nicht (den Segen) hat, dem wird auch genommen, was er hat.

3.6 Neben die Verkehrsschilder der Dankbarkeit treten also für Christen die Tankstellen der Dankbarkeit. Selbst empfangen. Anderen vom eigenen Segen weitergeben mit Herzen, Mund und Händen. In Haltung, Wort und Tat.

3.7 Das hält unser Leben auf einer guten Spur der Dankbarkeit. Das macht uns reich.



Amen.



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Zuletzt geändert am 01.10.2008 von: (fp)