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 <>< Predigt am letzten Sonntag im Kirchenjahr
zum Ewigkeitssonntag 2008
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 23. November 2008

Leben nach dem Tod

3 Vor allem sollt ihr eines wissen: Am Ende der Tage werden Spötter kommen, die sich nur von ihren Begierden leiten lassen und höhnisch sagen: 4 Wo bleibt denn seine verheißene Ankunft? Seit die Väter entschlafen sind, ist alles geblieben, wie es seit Anfang der Schöpfung war. 5 Wer das behauptet, übersieht, dass es einst einen Himmel gab und eine Erde, die durch das Wort Gottes aus Wasser entstand und durch das Wasser Bestand hatte. 6 Durch beides ging die damalige Welt zugrunde, als sie vom Wasser überflutet wurde. 7 Der jetzige Himmel aber und die jetzige Erde sind durch dasselbe Wort für das Feuer aufgespart worden. Sie werden bewahrt bis zum Tag des Gerichts, an dem die Gottlosen zugrunde gehen.
8 Das eine aber, liebe Brüder, dürft ihr nicht übersehen: dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind.
9 Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheißung, wie einige meinen, die von Verzögerung reden; er ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren. 10 Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel prasselnd vergehen, die Elemente werden verbrannt und aufgelöst, die Erde und alles, was auf ihr ist, werden (nicht mehr) gefunden. 11 Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, 12 den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen, und die Elemente werden im Brand zerschmelzen. 13 Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt.

2. Petrus 3, 3-13

Liebe Gemeinde!

1.1 Trotz des schmerzhaften Anlasses zum Ewigkeitssonntag: Der Tag hat auch Gutes.


2.1 Die Erinnerung. Das liegt an diesem Tag obenan. - Eine Blume in der Hand, so war das. Eine Melodie, die sie liebte. Ich höre sie noch immer. Ein Marzipanstückchen. Ich habe jetzt noch den Geschmack im Mund.

2.2 Warum ist das so? Ein Stückchen Leben von mir und ihr oder ihm lebt auf. Unsere Beziehung, in der sich unser Leben spiegelte. Die Liebe, die mit warmen Händen schenkte. Das andere, was von kalten Händen kommt, das macht nur Streit im Nachhinein.

2.3 An alle diese Erinnerungen zu denken tut gut.


3.1 Das nächste Gute: Vergeben. Was wir und andere tun an jedem Tag ist immer auch falsch.

3.2 Mit der Erinnerung verblasst das. Der Schmerz an das Falsche nimmt ab, es tut nicht mehr so weh.

3.3 Hier hören viele Menschen auf. Es bleibt damit aber eine Lücke als fehlende Aufrichtigkeit. Das Herz speichert alles.

3.4 Vergib und nimm Vergebung an. Denn nur die reinen Herzens sind werden Gott schauen.

3.5 Meine Frage in der Sterbebegleitung ist deshalb immer: Möchten Sie noch etwas vergeben oder vergeben haben? Wenn ja, sprechen Sie es leise oder laut doch jetzt aus. - Wer hätte einem Sterbenden als naher Angehöriger nichts zu vergeben?

3.6 Man kann das auch noch nach dem Tod tun. Schuld und Vergebung sind Mächte, die durch das Sterben nicht per se verblassen. - Vater, ich vergebe dir. Mutter, ich trenne mich von meinen Vorwürfen. Ich verzeihe.

3.7 Wir wissen nicht, was das mit den Toten macht. Uns tut es gut.


4.1 Dann die Hoffnung. Werden wir uns wieder sehen? Bloß nicht, sagen die einen. Und das mit Recht. Doch die meisten wünschen es sich innig. Was wir wünschen sagen wir den Kindern. Die Oma ist jetzt im Himmel und guckt zu.

4.2 Diese Hoffnung ist gut. Aber ist es so? Wie ist es mit der Zukunft der Toten?

4.3 Mancher hat beim Träumen erlebt, wie ein naher Verstorbener ihn besuchte. Andere haben sogar in einem Taggesicht diese Erfahrung gemacht. Ist das Einbildung, wurde ich oft gefragt? Nehmen Sie Ihre Einbildung ernst. Fragen Sie. Reden Sie. Beten Sie.

4.4 Mein Vater ist nach seinem Tod in meinem Traum verschwunden, nachdem wir uns noch einmal verabschiedet haben. Viele machen solche Erfahrungen.

4.5 Das Glaubensbekenntnis der Christen hält fest: Ich glaube an die Auferstehung der Toten. Kein Zweifel: Wie Jesus zu Ostern lebt, so werden wir es tun am Tage des Gerichtes. Das sagt die Bibel.

4.6 Und in der Zwischenzeit? Das ist nicht ganz so klar in der Bibel beschrieben. Doch es gibt eine Linie: Die Toten schlafen, aber sie sind wach im Geist. Der kann uns natürlich auch im Traum erscheinen. Und wer in seinem Geist den Geist Gottes in sich trägt, der lebt nicht irgendwo, sondern bei Jesus. Die in Christus Entschlafenen leben mit Ihm. Das sind die Heiligen, die Christen, die uns als Wolke der Zeugen umgeben. Sie sind mit hier. Sie sind der unsichtbare Teil der Kirche, wir der sichtbare. Wer hier mit Freude auf Jesus geht wird mit Frieden bei Ihm erwachen.

4.7 Wir können beten: Lass mich, ihn, sie ruhen in Deinem Frieden. Es ist Teil der Komplet, des Abendgebetes der Kirche. Wie gut diese Hoffnung ist.


5.1 Das letzt Gute am Ewigkeitssonntag: Die Zukunft. Kaum einer denkt daran, dass wir als Christen auch über den Tod hinaus als Menschen eine Zukunft haben, nicht nur als Geist. Wir warten auf die Auferstehung des Fleisches, so heißt es wörtlich im Apostolikum.

5.2 Christen warten auf die Schaffung eines neuen Menschen und einer neuen Schöpfung. Es ist der zweite Durchgang unserer Schöpfung. Am Ende stehen ein neuer Himmel und eine neue Erde. Was ist das Neue? Alles wird die rechte Stellung haben. Gott gilt nicht nur im Glauben als der Erste, sondern in allem. Eine Zeitung ist dann Zeitung, Geld kein Betrug, Sport nicht mehr Werbung, ein Hühner nicht mehr Zuchtmaterial, Eltern werden Eltern.

5.3 Wann wird das sein? Es wird geschehen, wenn Jesus wiederkommt. Nach biblischer Zeitrechnung geschieht das nach sechstausend Jahren. Tausend Jahre sind bei Gott wie ein Tag. Sechs Tage Schöpfung, sechs Tage Weltzeit. Sechs sind vergangen. Viele rechnen mit dem Kommen des Herrn. Wann das sein wird weiß nur der Vater im Himmel, sagt Jesus. Und es wird plötzlich sein, wenn niemand damit rechnet.

5.4 Gebt eure Zukunft nicht auf, sagt der Bibeltext. Lass sie nicht fallen, wenn andere abwinken, spotten, nicht Hoffnungsmenschen, sondern Hedonisten werden, bei denen nur zählt, was sie mit Lust haben. - Nimm jeden Tag, den Jesus noch nicht wieder kommt, als Tag der Gnade und Geduld des Herrn. Du kannst noch inniger zu Ihm umkehren und andere auch, die wir dazu einladen. - Die Toten warten auf diese Zukunft unseres Herrn mit Spannung und mit Freude. Sie rufen nach der Bibel: Herr, wie lange noch? Wir sollten jetzt im Leben dem nicht nachstehen. Es wird schön für die, die Ihm gehören.


6.1 Erinnern, vergeben, hoffen, Zukunftsfreude - das ist der gute Vierklang, der Totensonntag zu einem Ewigkeitssonntag macht.


Amen.



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Zuletzt geändert am 02.12.2008 von: (fp)