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 <>< Predigt am dritten Sonntag im Kirchenjahr
zum 3. Advent 2008
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 14. Dezember 2008

Umkehr des Umkehrpredigers, Johannes der Täufer

2 Johannes hörte im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm 3 und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? 4 Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. 6 Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.

7 Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? 8 Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. 9 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. 10 Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.

Matthäus 11, 2-10

Liebe Gemeinde!

1.1 Es ist schön wenn jemand sagen kann: Suche Jesus und Sein Licht, alles andere hilft dir nicht. Dabei kommt es nicht auf die Formulierung an. Schön ist, wenn wir Wegweiser sein können für eine Begegnung mit dem Auferstandenen. Bete mal selbst! Höre doch mal, hast du schon von Jesus Antwort bekommen? Nimm Seine Vergebung an. Du kannst selbst Gewissheit finden, Jesus lebt und liebt dich. Wenn jemand dem folgt und daraufhin in seinem Herzen das Herz Gottes spürt, in seinem Geist Gottes Geist aufnimmt, eine eigene Gottesbegegnung erfährt, dann geschieht Großes.

1.2 Zu Advent werden wir hingewiesen: Komm zu diesem Ziel, zur persönlichen Begegnung mit Gott. Sei ein Leuchtzeichen, damit andere Ihn finden. Zur Erinnerung daran gibt es Adventskerzen. Sei eine.


2.1 Ein solches Hinweislicht war Johannes der Täufer. Jesus kannte ihn gut. Er war der Sohn von Elisabeth, der Freundin Marias. Siehe, hatte er über Jesus gesagt, das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt. Jedes gesungene Agnus Dei, Christe du Lamm Gottes, erinnert an ihn. Johannes hatte sehr konkret beschrieben, wie Advent aussehen sollte. Pilgerströme waren zu ihm an den Jordan gewandert. Den Soldaten hatte er gesagt: Raubt und Mordet nicht. Den Bürgern von Jerusalem hatte er Gerechtigkeit und Liebe ins Stammbuch geschrieben. Den Zöllnern hatte er geraten, betrogenes Gut zurück zu geben. Und den Pharisäern hatte er ihre fromme Falschheit entgegen gehalten. Nur wer von allem Übel lässt und umkehrt kann im eigenen Herz Reich Gottes werden. Andernfalls ist jedem Baum die Axt schon an die Wurzel gelegt. Wer das eigene Feuer der Reinigung scheut wird selbst ins Feuer geworfen. So Johannes.

2.2 Dann trafen seine Worte auch den mächtigen Herodes. Johannes warf im Ehebruch vor, was stimmte. Der aber kehrte nicht um, sondern warf Johannes ins Gefängnis. Jetzt saß er in der Bergfeste Machärus östlich vom Toten Meer. Weil Herodes wusste, dass Johannes die Wahrheit sagte, ließ er ihm Kontakt zu seinen Jüngern. Und die berichten, was Johannes quält. Habe ich die richtigen Lichter angezündet? Waren mein Leuchtzeichen recht? Ist Jesus der verheißene Messias? Ich weiß nicht mehr, was ich so sicher wusste. Es sind nicht die Ketten der Gefangenschaft im Kerker, es sind die Ketten seines Zweifels um sein Herz, die ihn bedrängen. Er hat nur eine Botschaft. Nicht: Holt mich hier raus. Sondern: Jesus, bist Du der Messias?


3.1 Das ist das Erste, was wir von Johannes in der Not des Zweifelns lernen können. Er wendet sich an Jesus. Er fragt nicht Ratgeber, Bücher, Gewissen. Er fragt Jesus selbst. Durch Boten wendet er sich an Ihn.

3.2 Haben Sie das schon einmal probiert mit Ihren Zweifeln, den Herrn selbst ansprechen. Ihm erzählen, was Sie wissen wollen und mit einer Antwort rechnen. Es würde mehr gebetet, wäre das unser Weg.

3.3 Doch mancher denkt vielleicht: Wie kann so jemand zweifeln? Hat er das, was er sagte, denn nicht ernst gemeint? Können Menschen, die auf Jesus weisen, den eigenen Glauben verlieren? Ja, das geht. Und wie? Was fehlte Johannes, dass ihm die Einzigartigkeit von Jesus verloren ging?

3.4 Jesus wird auch Johannes ein guter Seelsorger. Er lässt Johannes nicht. Er lässt auch keinen Christen, der einmal an Ihn glaubte und dann abstürzte. Er sucht das Verlorene, egal ob unfromm oder fromm. Wie gut. Was sagt der Herr? Er redet knapp. Johannes braucht nicht viele Worte.


4.1 Kurz zitiert der Herr die sechs Weissagungen aus Jesaja zum Messias: Blinde, Lahme, Aussätzige, Taube werden gesund, Tote werden lebendig. Wer arm im Geist vor Gott ist, der wird selig. - Das wusste doch Johannes. Er wusste auch, dass dies bei Jesus geschah. Was fehlte? - Und selig, wer sich nicht an mir ärgert.

4.2 Das war es. Es ist möglich, alle Taten des Glaubens zu sehen und an Jesus selbst vorbei zu gehen. Ein kleiner Ärger reicht, der Abstand schafft. Hätte er nicht das Böse verhindern können, die andere Krankheit heilen können, dies Wunder schaffen können, den Menschen ändern, die Tat vollbringen. Hätte Jesus nicht dies und dies und dies. Selig, wer an Mir keinen Anstoß nimmt.

4.3 Wer Anstoß nimmt an Jesus geht nicht mehr von Ihm aus. Es gibt Leute, die weisen auf den Erlöser hin, aber gehen selbst nicht von Seiner Erlösung aus. Sie weisen auf das Gebet zu Ihm hin, aber beten nicht. Sie laden zum Vertrauen auf die Liebe Gottes ein, aber leben selbst nicht im Vertrauen aus eben dieser Liebe. Jesus lud seinen Freund Johannes ein: Komm, weis nicht nur auf Mich hin. Geh aus von Mir und Meiner Liebe. Dann rufst du nicht nur zum Reich Gottes, sondern bist selbst in ihm.

4.4 Das war die Botschaft an Johannes, an alle, die zu Jesus rufen. Pass auf, Adventslicht. Leuchte selbst. Sag nicht nur: Ja, es müsste hell werden. Leuchte selbst. Hab selber Feuer, Flamme, in dir selbst Meinen Geist. Sonst wirst du irgendwann am Licht selbst Ärger empfinden. Advent wäre dann vorbei, wo du so vielen einen guten Weg gewiesen hast. Geh immer aus von Meinem Licht.


5.1 Wie sehr Jesus Johannes schätzte sehen wir an unserem Wort. Er mahnt die Zuhörer: Er war kein wankendes Schilfrohr. Eindeutig war seine Botschaft. Er liebte keinen Luxus. Jedes Opfer war er bereit zu bringen. Er war nicht nur Prophet. Er war ein messianischer Prophet, der Mir den Weg bereitete. Doch auch er muss lernen, von Mir alleine auszugehen, nicht nur auf Mich verweisen.

5.2 Wir haben keine Kenntnis von der Reaktion des Täufers. Schon wenig später hat die ehebrecherische Frau des Herodes Johannes köpfen lassen. Vielleicht nahm er den Rat des Herrn für sich als Umkehr an. Auf jeden Fall ist er für uns ein Zeichen, Zweifel zum Herrn zu tragen. Von Ihm aus leben macht uns licht.



Amen.



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Zuletzt geändert am 12.12.2008 von: (fp)