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 <>< Predigt am vierten Sonntag im Kirchenjahr
zum 4. Advent 2008
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 21. Dezember 2008

Der Glaubensweg der Maria

39 Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. 40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. 41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. 43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 45 Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, 47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. 49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. 50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. 51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; 52 er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. 53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, 55 das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. 56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Lukas 1, 39-56

Liebe Gemeinde!

1.1 Der vierte Advent gehört ganz der Maria. Sie hatte die schwierigste Arbeit im Glauben zu leisten. Sie ging diesen Weg und wurde dadurch zum Vorbild. Das ist viel mehr als eine Statue ausdrücken kann.

1.2 Glaube ist ja im Kern eine Berührung unseres Geistes durch den Geist Gottes. Diese Begegnung mit dem Heiligen ist ein besonders schöpferischer Moment. Durch unseren Geist strömt Kraft, die uns auch bei unserer Schöpfung entstehen ließ. Wir können alle Momente unsere Seele dabei empfinden, die von Bedeutung sind: Am Anfang steht meist das Vertrauen mit dem Loslassen alles Eigenen. Oft spüren wir, wir fallen wie in unendliche Tiefen oder Höhen. Weiter spüren wir in Gottes Berührung Seine tragende und liebende Kraft. Wir empfinden Halt, Trost und Wärme. Wir werden voll Frieden, sind zufrieden im Herzen. Und niemand kann das rauben. Ergreifen wir diese Erfahrung mit unserem Willen und bejahen sie, dann empfinden wir unser Leben sinnvoll. Wir können erfüllt zielgerichtet leben, ohne Treibgut im Strom unserer Lebensjahre zu sein. Das und mehr geschehen bei der Berührung mit dem Heiligen.

1.3 Solche Erfahrungen des Glaubens überfallen uns zunächst wie zufällig. Es geht uns im Geist wie einem Baby, das nicht weiß, wann es gestillt wird. Im Hunger schreien wir vielleicht sogar nach Gott. Doch von Mal zu Mal sollen wir lernen, selbst den Geist zu Gott zu erheben, um von Ihm berührt zu werden. Wir sollen selbst den Teller füllen und nehmen, was wir brauchen. ER hat genug für uns. - Auch das ist Glaube.


2.1 Wir sehen es an Maria. Welches Vertrauen brauchte sie und was musste sie an Gewohntem lassen! - In mir soll der Sohn Gottes leibhaftig zur Welt kommen? Du träumst: Hast du nicht vielleicht doch mit jemand geschlafen? Ist Gott ein normales Baby? Woran kann ich sehen, dass das stimmt? Habe ich mich mit dem Engel nicht getäuscht? - Was musste sie aufgeben! Eigentlich hätte Maria Martha heißen müssen. Denn Maria war eine Martha des Glaubens. Sie sagte: Mir geschehe wie DU gesagt hast.

2.2 Es gibt viele, die Maria auf dem Weg des Glaubens folgen. - In Erinnerung an das Zeichen der Taufe von Wasser und Wort, muss ich mich fragen: Trage ich den Geist des Herrn in mir? Und was ich jetzt als innere Berührung erfahre, ist das eine Begegnung mit dem Heiligen, mit dem Geist des Herrn, mit Jesus dem Auferstandenen? Ist das vom Herrn oder träume ich in meiner Seele?

2.3 Der Traum in meiner Seele ist das Reden des Herrn, sagt der Glaubende. Ja. Ich gehe mit. Ich nehme an. Ich folge. Und ich gebe es dem Herrn gleich zurück. Wenn das, Herr, Dein Anspruch ist, will ich Dir so folgen. Was ist Deine Meinung dazu? Berühre mich erneut. So wird aus der Berührung eine Begegnung, aus der Begegnung eine Geschichte.


3.1 Maria ging mit. Bei ihr entstand eine Geschichte. Als Schwangere sagte sie: ER hat auf mich geschaut. Bei der Geburt heißt es von ihr: sie behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Bei der Darstellung Jesu wird berichtet: Auf die Prophetie des Simeon, ein Schwert wird durch deine Seele gehen, reagierte sie mit - Staunen (Lukas 2, 33). Vom 12jährigen Jesus im Tempel heißt es, dass seine Mutter alles bewahrte. Bei der Hochzeit zu Kana sagte sie auf den Hinweis Jesu: Es ist noch nicht die rechte Zeit! - Tut alles, was ER sagt. Und am Kreuz floh sie nicht wie die anderen. Sie stand dabei.

3.2 Wie konnte sie das tun? Was ließ sie diese Arbeit des Glaubens bewältigen? Was war der Schlüssel, der sie in der Tradition zur Himmelskönigin werden ließ? - In der Begegnung mit ihrer Freundin Elisabeth spricht sie das Geheimnis ihres Glaubens aus: Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freuet sich Gottes meines Heilandes. Dieses Wort ist so treffend, dass es in die jahrtausend alte Liturgie des Abendmahls eingegangen ist. Erhebet eure Herzen. Wir erheben sie zum Herrn. Lasst uns Dank sagen Gott unserem Herrn. Das ist würdig und recht. Was meint das?


4.1 Am Anfang schenkt uns Gott die Gnade, dass Sein Geist unsere Seele erhebt. Dann aber fragt ER nach unserer Entscheidung, wohin sich unsere Seele ausrichten soll. Willst Du Mich oder willst du dich? Willst du deine Seele zu Mir erheben oder willst du mit deiner Seele dich erheben. Wähle.

4.2 Wer nicht einen Glaubensweg geht tut nichts. Automatisch wählt unsere Seele sich selbst. Wir werden vielleicht noch zwei oder dreimal im Leben intensiv von Gottes Geist berührt. Dann bleibt uns für den Rest meist ohne sonderliche Anfechtung ein Weg gelegentlicher Bewegung durch Heiliges. Das tut gut, ist aber auch schnell wieder vorbei. Wir sind wie die Wellen des Meeres, wie die Bibel sagt, hin und her geworfen.

4.3 Wer wählt, erhebt seine Seele zu Gottes Geist: Fülle meinen Geist mit Deinem Geist. Lass mich auch Bote Deines Friedens sein, in mir, untereinander, in Deiner Schöpfung, wo immer Du mich brauchst. Das ist ein Weg der Anfechtung nach außen und Mühe nach unten. Aber er ist erfüllt mit Freude von oben und von innen begleitet mit Wundern der ewigen Welt.


5.1 Meine Seele erhebt den Herrn, sagte Maria. Sie wählte. Es ist das Geheimnis ihres Glaubens, ihres Martha-Weges. Es lohnt sich, ihr darin zu folgen und selbst an jedem Tag zu sprechen: Meine Seele erhebt den Herrn.

5.2 Es ist unglaublich wie Gott das segnet: In dieses Wenige legt Gott alles hinein. Bei Maria die Geburt Seines Sohnes und die gesamte noch ausstehende Erlösung unserer Welt, von der sie in unserem Wort spricht: Sein Erbarmen über uns in Jesus Christus, das Gericht bei Jesu Wiederkunft, die Vollendung im kommenden Friedensreich, die endgültige Wiederherstellung Israels.
Und bei uns, dass wir als Boten Seiner Gegenwart auf dieser Erde an dem allen beteiligt sind.



Amen.



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Zuletzt geändert am 18.12.2008 von: (fp)