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 <>< Predigt am Heiligabend und
Weihnachtsfest 2008
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 24. und 25. Dezember 2008

Siehe! Siehe hin!

Der Gottesdienst beginnt mit einem Krippenspiel zur Weihnachtsgeschichte Lukas 2, 1-20. Die Bibeltexte während der Predigt werden von den Spielern oder Gruppen von Gottesdienstbesuchern gesprochen. Bilder dazu in der Fotoserie.

Liebe Gemeinde!

Alle: Siehe! Siehe hin!
1.1 Kannst du denn nicht gucken! So sagen wir, wenn wir meinen: Der andere hätte das eigentlich sehen müssen. Es liegt vor seiner Nase und er begreift es nicht. - Aber gucken und sehen ist etwas anderes. Auch ohne Kurz- oder Weitsichtigkeit sehen wir nicht alles, was vor unserer Nase ist. Wir wissen heute, dass wir nur sehen, was wir wissen. - Wir gucken uns viel von Weihnachten an. Auch heute. Aber sehen wir, worauf es ankommt? Deshalb die Aufforderung an uns alle. Siehe! Siehe hin!

Alle Kinder: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
Alle: Siehe! Siehe hin!

1.2 Eine Finanzkrise, das sahen die Finanzbeamten von Rom. Der Staat brauchte Geld. Am Anfang von Weihnachten stand der Zusammenbruch der Geldwirtschaft. Wie sich die Zeiten ähneln. Maria und Josef mussten zum Finanzamt nach Bethlehem. Anstehende Geburt zählt nicht als Aufschub.

1.3 Kaiser Augustus. Es sah schon lange nichts mehr. Heil Augustus, riefen die Leute auch wenn sie nicht den Arm hoben. Er hatte sich zum Gott gemacht. Der Titel Kaiser reichte nicht. Doch Götter verehrt man nur. Man sieht sie nicht. Wer sich so sehr erhöht verliert den Blickkontakt zum Leben. Augustus war innerlich erblindet. Augenkrankheit Hochmut.

1.4 Quirinius blickte nur auf seine Chance. Er war ein Emporkömmling. Und wenn er jetzt für den Kaiser Geld organisierte, dann konnte er mit einem Platz im Senat rechnen. Er sah die Macht.

1.5 Und jedermann? Jedermann sah nur, was der Alltag bringt. Mühe, Müdigkeit, Mach schon hier! Mach schon da! Weil alle unterwegs waren, waren die Straßen verstopft, die Hotels teuer, die Menschen genervt.

1.6. Merken wir, dass zu Weihnachten nicht viel zu sehen ist außer dem Üblichen. Ein jeder guckt auf das Seine und ist damit voll ausgelastet. Doch meist steckt da nichts Neues drin. Man kann Weihnachten verbringen und hat nichts von Weihnachten gesehen. Deshalb:
Alle: Siehe! Siehe hin!


2.1 Maria und Josef, die Engel und die Hirten. Was hatten sie gesehen?

Maria und Josef:
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Alle: Siehe! Siehe hin!


2.2 Maria und Josef erlebten nicht gerade rosige Zeiten. Beschwerliche Reise, Erwartung der Niederkunft, überbuchtes Bethlehem. Doch jeder sieht, was er weiß, genauer, im Herzen weiß. Und Maria wusste im Herzen nach der Erscheinung: Gesegnet bist du, Maria. So hatte der Engel gesagt. Du wirst ein Kind gebären. Sein Name soll Jesus heißen, Gott hilft. Also: Gott hilft.

2.3 Wer im Segen lebt, der findet das Licht. Maria: Ach Josef. Wenn nicht hier, dann vielleicht im nächsten Haus. Und wenn nicht da, dann erhalten wir bestimmt einen Hinweis. Wem Gott hilft, dem öffnet sich überall eine Tür auch in der Not. Gesegnete sehen sie. Und wenn es nur ein Stall ist. Sie sind nicht zu stolz, um sich unter eine niedrige Tür zu bücken.
Im Herzen scheint das Licht des Segens, und du guckst so lange, bis du es in der Wirklichkeit findest. Josef. Sieh hin! Maria hatte schon gesehen. Wo Gott ist ist auch Hilfe. Und ER war da.

Hirten:
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie;
und sie fürchteten sich sehr.
Alle: Siehe! Siehe hin!


Engel:
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Alle: Siehe! Siehe hin!


3.1 Die Engel stimmten ihr himmlisches Gloria an. Was sahen sie? Sie schwebten über einer Wiese mit Hirten und Schäfchen. War es das? Nein.
Engel sind Geist und sehen von daher per se das Unsichtbare. Sie sahen die Offenbarung der Liebe Gottes in der Gestalt eines kleinen Kindes. Gott wurde wirklich Mensch, damit jeder Mensch Kind Gottes werden kann. Gloria!
Ihnen brauchte keiner sagen: Siehe! Siehe hin! Sie sagten es anderen: Siehe! Ich verkündige euch große Freude. Welche? Seht das Wunder. Gott hat sich der Menschen angenommen.

3.2 Wo soll das zu sehen sein, mussten sich die Hirten fragen. Doch die Himmelsschau hatte ihnen das Licht im Herzen geweckt. Ein Licht innen reichte, um außen zu sehen.

3.3 Wir sind ja wie ein Tannenbaum, ein altmodischer, wo Kerze für Kerze nacheinander angezündet wird. Wenn es gut geht, dann geschieht genau das in uns. Gott weckt unser Herz und zündet ein Licht an. Und dann sagt ER: Sieh! Siehe hin! Sieh solange bis du Meine Liebe findest. ER tut das nicht nur einmal. ER zündet ein zweites an, ein drittes. Wie oft hat Gott uns schon an Seine Liebe erinnert. Wie viele Lichter hat ER in Ihnen schon entzündet. Doch sie verlöschen, wenn wir sie nicht nutzen, nicht mit dem Licht auch leben. Die Wirklichkeit von Gott muss raus in unsere Wirklichkeit. Wo das geschieht, da strahlen wir wie - wie ein Weihnachtsbaum.

3.4 Die Hirten setzten den Impuls des Himmels sofort um. Sie gehen und finden.

Hirten:
Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
Alle: Siehe! Siehe hin!


4.1 Die einen hatten gesehen - Maria, Engel, Hirten. Die anderen waren blind, nicht äußerlich, im Herzen. Was wir im Herzen sind entscheidet über unsere Wirklichkeit. Die einen leben Weihnachten, die anderen erleben es. Die einen finden das Licht Ihres Lebens. Die anderen wissen überhaupt nicht, wovon die Rede ist.

4.2 Lass sie umbringen, sagte Herodes. Ihm wurde das Gerede von einem möglichen Messias gefährlich lästig. Seht, dann ist es zu Ende. Lass sie umbringen, sagte später auch der Kaiser in Rom, als Menschen Christen wurden und statt ihn ihren Erlöser Jesus Christus anbeteten.

4.3 Seht, ihr sollt Mein Licht in euch tragen, sprach Gott. Und er legte Seinen eigenen Geist in uns normale Menschen. Ein neues Herz bekommen wir, ewiges Leben in uns. Keiner kann es stehlen. Wir tragen es überall mit hin. Seht, das Erlebnis von Weihnachten. Wer das in sich trägt vermag es überall zu sehen. Es ist so wichtig mit dem Herzen auf die Liebe Gottes zu schauen. Dann entdecken wir Weihnacht. Deshalb:
Alle: Siehe! Siehe hin!



Amen.



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Zuletzt geändert am 24.12.2008 von: (fp)