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 <>< Predigt am Zweiten Sonntag nach Epiphanias
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 18. Januar 2009

Wasser zu Wein

1 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. 2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. 3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5 Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! 6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. 7 Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. 8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. 9 Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen 10 und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.
11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

Johannes 2, 1-11

Liebe Gemeinde!

1.1 Wenn jemand Wasser zu Wein macht, dann ist das eine feine Sache. Das ist etwa so wie der alte Traum, aus Blei Gold herzustellen. Und es ist genau das Gegenteil von dem, was alle ärgert, wenn nämlich Wein zu Wasser wird indem gepanscht wird.

1.2 Wenn Jesus dieses Wunder tut, dann wollte Er nicht die Weinproduktion in Palästina revolutionieren. Er wollte auch keine Hochzeit retten, die entweder zu viele trinkfreudige Gäste hatte oder schlecht geplant war. Johannes, der diese Geschichte als einziger überliefert, ist der älteste der Evangelisten. Tiefsinnig durchleuchtet er die Worte und Taten Jesu auf ihre innere Geschichte. Das erste Wunder ist wie eine Ouvertüre. In ihr klingt alles an, was kommt. So sehen wir in dieser Geschichte eingepackt und gut versteckt, was denn mit Jesus kommt. Was kommt mit Ihm?


2.1 Wenn Wasser durch das Wort Jesu zu Wein wird, dann ist das eine Wandlung. Mit Jesus kommt die Wandlung. Das ist Botschaft des Reiches Gottes. Erst ist nichts. Dann spricht Er. Dann geschieht es. Erst ist Sturm. Dann spricht Er das Wort. Dann ist Stille. Erst ist Tod. Dann gebietet Er dem Tod. Dann geschieht Auferweckung. Erst ist Krankheit. Dann befiehlt Er der Krankheit. Dann entsteht Heilung. Das ist die Wandlung im Reich Gottes.

2.2 Ein solches Schöpfungswort zu sprechen liegt nicht in unseren irdischen Möglichkeiten. Ich kann zwar sagen: Krankheit geh! Aber deswegen geht sie noch lange nicht. Kein Mensch beherrscht die creatio ex nihilo, die Schöpfung aus dem Nichts, die hier wirkt. - Das meint Johannes: Da kommt einer, der das kann. Der Sohn Gottes, der schon diese Welt mit schuf, kommt noch einmal. Er setzt nicht die Schöpfungsordnung außer Kraft. Doch mit der Kraft des Schöpfers zeigt Er, wo es hin geht. Er zeigt, wohin sich alles wandeln soll nach Seinem Willen, was Gottes Ziel der Schöpfung und unseres Lebens ist.

2.3 Das ist die Ouvertüren Melodie: Ich bringe Euch die Wandlung. Ich zeige Euch wohin. Und später werden im Johannesevangelium die einzelnen Elemente ausgeführt: Ich bin die Auferstehung. Ich bin das Brot des Lebens. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Da wird die Änderung des Lebens in sieben Ich-bin-Worten buchstabiert. Und immer fängt der Schöpfer bei sich selber an: Ich bin. Nur Er kann das. Wir könnten über diese Geschichte schreiben: Ich bin die Wandlung.


3.1 Was wandelt Jesus? Wasser zu Wein. Und warum meint Johannes sei dies das erste bemerkenswerte Ouvertüren-Wunder?

3.2 Im Wein ist Wasser, aber Wasser ist kein Wein. Was macht den Unterschied? Die Gärung, der Alkohol. Er ist das Sinnbild für den Geist, der reinkommt in die Schöpfung, hier dargestellt durch Wasser.

3.3 Gottes Geist bringt der Herr bis heute. Er sagt: Durch Meinen Geist werdet ihr als Menschenkinder in der Taufe Gotteskinder. Ihr merkt dies selbst, wenn ihr im Herzen dies bejaht und wollt und lebt, indem ihr Gott liebt und den nächsten und euch selbst. Lasst Meinen Geist in euch das Wasser eures Lebens in Wein wandeln. Lasst alles in euch offen werden für Mich. Tropfen für Tropfen, Augenblick für Augenblick, Ereignis um Ereignis - gebt Mir darin den ersten Platz, dass Ich euch leite, lenke, trage und erfülle. Dann werdet ihr verwandelt wie Wasser zu Wein, verwandelt in Mein Bild aus eurem Bild. Gebt Mir und Meiner Liebe nur den ersten Platz. Durch Meinen Geist bekommt das Leben die Richtung der Erlösung. Im Gespräch mit Nikodemus nennt Jesus wenig später im Johannesevangelium diesen Vorgang Wiedergeburt.

3.4 Sechs Krüge mit je hundert Litern macht der Herr hier voller Wein. Das steht nach der Symbolik für die sechs Tage unserer Schöpfung. Die Hundert stehen für das Gottesreich. Die ganze Schöpfung soll im Sinne Gottes erhalten und bewahrt werden als Gottes Reich. Nicht nur uns selbst, der ganzen Schöpfung gilt die Erlösung.


4.1 Erstaunlich wie verborgen dieses Wunder läuft. Die einzige, die es bemerkt und arrangiert, ist hier Maria. Doch auch sie muss sich von Jesus anhören: Es ist noch nicht die rechte Zeit. Er selbst bestimmt das Wann und Wie.

4.2 Maria steht bei Johannes oft als Bild für unsere Kirche. Die Christen sollen wach sein und bemerken, was hier fehlt und wo die Hilfe steckt. Sie sollen sagen: Was Er euch sagt, das tut. Und sie sollen in Demut Jesus anrufen und ihn bitten: Sie haben keinen Wein mehr. Herr, es fehlt Erlösung. Die Wandlung, sie muss kommen. In Verborgenheit soll dieser Dienst der Fürbitte von Seiner Kirche, von uns Christen wahrgenommen werden.

4.3 Die Hochzeit geht dann nicht schief. Sie ist, wenn Himmel und Erde neu werden. Wenn sich Frieden und Gerechtigkeit küssen. Wenn der Herr wiederkommt und öffentlich vollendet, was er bisher im Verborgenen als Erlösung begonnen hat und was wir zeichenhaft als Christen schon jetzt erleben.


5.1 Ahnen wir jetzt, warum Johannes das Weinwunder als Beginn seiner Jesus Darstellung wählt? Selbst dieser kleine Zeithinweis zu Beginn "Am dritten Tag" macht dann noch Sinn. Es deutet auf die Wandlung hin, die Jesus selbst erfuhr, als er am dritten Tage auferstand. Wasser zu Wein. Tod wird zu Auferstehung und ewigem Leben.

5.2 Er schenkt uns dies in Seinem Wort, das Er in unsere Herzen gibt. Er schenkt es uns in Brot und Wein, die unter Seinem Wort zu neuem Leben und Erlösung werden. Das Wunder Seiner Wandlung. Was für ein Geschenk.



Amen.



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Zuletzt geändert am 16.01.2009 von: (fp)