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von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

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Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 15. Februar 2009

Vierfacher Acker - 3 Minus gegen 100 Plus

4 Als die Leute aus allen Städten zusammenströmten und sich viele Menschen um ihn versammelten, erzählte er ihnen dieses Gleichnis: 5 Ein Sämann ging aufs Feld, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg; sie wurden zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen sie. 6 Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte. 7 Wieder ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen, und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie. 8 Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!
9 Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute. 10 Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen.
11 Das ist der Sinn des Gleichnisses: Der Samen ist das Wort Gottes. 12 Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel dann aus dem Herzen reißt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden. 13 Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeitlang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig. 14 Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, dann aber weggehen und in den Sorgen, dem Reichtum und den Genüssen des Lebens ersticken, deren Frucht also nicht reift. 15 Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.

Lukas 8, 4-8.9-15

Liebe Gemeinde!

1.1 Ein Herz ist heute angesagt. Denn es ist an diesem Wochenende Valentinstag. Wissen Sie, worum es geht? Der Tag der Liebenden hat nicht nur in den Herzen, sondern auch in der Geschichte eine lange Tradition. Man meint, Bischof Valentin von Terni sei der Anlass. Er starb als Märtyrer am 14. Februar 269. Trotz Verbots des Kaisers Claudius II hatte er verlobte Paare getraut und ihre Liebe unter Gottes Segen gestellt. Das musste er mit dem Leben bezahlen. Zudem war er wohl ein Blumenliebhaber. Die Legende erzählt, die frisch verheirateten Paare hätten von ihm stets Blumen aus seinem Garten erhalten. Deswegen machen sich alle Floristen über Valentin her und wollen es ihm heute nach tun.

1.2 Viel weit reichender war allerdings für die christlichen Kirchen der Gedanke, der ihn bei den Trauungen bewegte. War doch jedes Ja Wort der Liebenden nur der Abglanz von dem Ja Wort Jesu zu Seinen Christen. Jede Trauung war das Abbild für die Hochzeit des Bräutigams Jesu mit Seiner Braut, der Kirche. Deshalb galt in vielen christlichen Kirchen der Valentinstag als Gedenktag an die Wiederkunft Christi, als Erinnerung an die Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam zu himmlischen Hochzeit, zur Vollendung Seines Reiches.

1.3 Mit populären Gedanken vermischt wissen wir heute nur noch wenig von Bischof Valentin. Doch der gute Stern, unter dem die von ihm getrauten Paare standen, und der Stern, der für uns Christen aufgeht, wenn Jesus wiederkommt, sollen uns heute auch begleiten.


2.1 An einem guten Stern mangelt es auch nicht, wenn es um den Start des Reiches Gottes geht, sagt Jesus. Segen ist genug da. Wenn es daran haperte, dann wäre es so wie bei einem Sämann, der keinen Samen säte. Er tut es aber. Genug hat er auch. Und großzügig ist er zudem. Überall wirft er den Samen hin, dass er wächst und Frucht bringt. Damit vergleicht Jesus das Reich Gottes. So großzügig streut Gott aus. Und Jesus hat Recht.

2.2 Vom Segen des Reiches Gottes, von Seiner Liebe, kann jeder Mensch sich berühren lassen. Sehen wir uns das Wunder einer Geburt an, durch das wir alle auf diese Welt kamen. Ist dort nicht Gottes Reichtum mit Händen zu greifen? Achten wir auf unsere Sinne: Mund, Augen, Ohren, Hände. Jeder Atemzug sagt: Für dich. Und jeder Blick schenkt uns Licht. Jeder Ton sagt: Du nimmst teil. Und jede Berührung unserer Hände sagt, was wir mit gestalten dürfen. Sind das nicht Hinweise auf die überschwängliche Güte und Liebe Gottes.

2.3 Doch wer sich von der Schöpfung nicht überzeugen lässt, der braucht nur Jesus, den Sämann, anzuschauen. In Wort und Tat hat ER gezeigt, wer Gott ist. Wo ER auftrat siegte Gottes Liebe. Sie wandelte die dunkelsten Seiten des Lebens durch die Vergebung in helles Licht. Sie heilte die bittersten Krankheiten und schenkte neuen Lebensraum. Sie machte Gott groß, wo alles andere im Weg stand. Sie zeigte den Weg des Glaubens. In Wort und Tat zeigte Jesus Gottes Reich, Seine Liebe. Ein großzügiger Sämann. Und am Ende Seines Lebens bezahlte ER die Rechnung für unseren Eintritt in Sein Reich: Durch Seinen Tod am Kreuz machte ER uns zu lebendigen Kindern Gottes. Nimmt jemand dies in sein Herz auf und lebt danach, ist er also wiedergeboren, dann spiegelt dies nur Gottes Liebe.

2.4 Gibt es heute noch Menschen, die nicht die Nachricht von der Liebe Gottes in Jesus erhalten können? Gibt es Orte, wo Sein Wort nicht hin gelangt? In über zweitausend Sprachen ist die Bibel übersetzt. Die letzten Flecken auf dieser Erde werden erreicht in Sprache, Ton oder Bild. Überall wird gesät.


3.1 Deutsch überlegt ist das nicht, was dieser Sämann tut. Er wirft den Samen überall hin, gleich ob es taugt. Das konnte man ja schon ahnen, dass es an vielen Stellen schief geht. Drei zu eins ist die Rendite beim Anwachsen. Negativ. - Der Landbauer in Israel handelte so. Er konnte nicht mit geeigneter Bodenfläche rechnen, die er für sich vorbereitet und düngt. Er musste nehmen, was ihm blieb. Die Lage war so düster, dass für ihn galt: Ich wage es überall. Wenn man so will hat der Boden an manchen Stellen echt Glück gehabt. Er wurde wie Ackerland behandelt.

3.2 So ist das bei Jesus. Die Liebe Gottes wird in alle Herzen gesät. Jeder wird behandelt wie ein Kind Gottes. Es heißt nicht: Bei dir wird das ja nichts. Du bist ausgeschlossen. Nein. Gottes Wort für alle. Ist das von Gott schlau?

3.3 In Seiner Deutung gibt Jesus selbst das magere Ergebnis bekannt. Dreimal geht es schief. Wir schaffen es, die Liebe Gottes auszuschließen. Der harte eigene Weg in uns - Pick machen die Gedanken. Und die Liebe Gottes ist aus uns weg. Der harte Fels in uns - Weg! Sagt das Herz. Die Liebe Gottes lass ich da nicht dran. Sie wurzelt nicht in uns. Die spitzen Dornen in uns - O weh, wie soll das gehen. Die Liebe Gottes ertrinkt in unseren Sorgen oder verschwindet unter unseren Bedürfnissen. Dreimal Nichts. Auch wenn es abzusehen war, der Herr versucht es.


4.1 Doch wie Bischof Valentin die Liebenden segnete, so lässt Gott aufgehen, was in gutem Boden fällt. Unser Herz nimmt die Liebe auf, hält sie fest. Sie trägt Frucht. Und das Besondere: Nicht eine Frucht. Hundertfältig ist die Liebe Gottes. Am Ende steht es nicht Drei gegen Eins, sondern drei Miese gegen hundert Plus. In Gottes Liebe handeln ist hundertmal so viel wert im Licht der Ewigkeit wie ein gottloser Weg.

4.2 Was für ein Reichtum. So zeigt uns Gott Sein Herz. So wird für die, die verstehen, das Gleichnis zu einem Geschenk von Seiner Liebe. Am Valentinstag.



Amen.



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Zuletzt geändert am 12.02.2009 von: (fp)