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von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 1. März 2009

Anfechtung

1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden.
2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger. 3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. 4 Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. 5 Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel 6 und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. 7 Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. 8 Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht 9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. 10 Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.
11 Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.

Matthäus 4, 1-11

Liebe Gemeinde!

1.1 Wachsen im Glauben führt uns weiter ins Licht der Gegenwart Gottes. Aber es führt uns ebenso in die Finsternis der Anfechtung. Wie stark einer glaubt, so stark wird er angefochten. Wer ins Licht geht wird durch Finsternis geführt.

1.2 Dass die Anfechtung kein Betriebsunfall ist, sehen wir an Jesus. ER ist ein Bild für den Glauben. Anfechtung durchzog Sein Leben von Anfang bis Ende. ER wurde in einer Krippe geboren. ER wurde im Tempel dargestellt mit dem Opfer der Armen, einer Taube. ER wurde im Jordan getauft wie ein Sünder. Und ER starb am Kreuz in Gottesferne.

1.3 Und auch hier in unserem Text sehen wir dieses Geheimnis von Licht und Finsternis. Bevor Jesus in der Öffentlichkeit wirkte, macht ER keinen Spaziergang oder eine Urlaubszeit. ER wird vom Geist in die Wüste geführt. Warum? Warum nicht auf den Berg der Verklärung? Warum vom Geist? Warum führt Gottes Geist durch Anfechtungen?


2.1 Der Glaube beantwortet die Frage: Wem gehöre ich? Bejahe ich meine Taufe: Du bist mein Herr!, dann gehöre ich Jesus.

2.2 Tue ich das wirklich? Sind meine Selbständigkeit, meine Bedürftigkeit, meine Anerkennung, meine Fähigkeiten wirklich beim Herrn verankert? Gehöre ich Ihm so, dass ich sagen kann: Ich habe es von Dir, ich setze es für Dich ein, ich gebe es Dir zurück wenn Du es willst. Gehöre ich so dem Herrn?

2.3 Nein! Sagt der Widersacher. Er, sie gehört mir. -
Nein! Sagt der heilige Geist. Er, sie gehört mir. -
Du wirst es sehen, sagt der Widersacher. Er, sie gehört nicht Gott. Er, sie gehört den eigenen Bedürfnissen, der eigenen Ehre, der eigenen Macht. Das sind die wichtigsten Pfeiler des Lebens. Wichtiger als Gott. -
Und dann sagt der heilige Geist: Nein. Auch dort gehört er, sie Mir. Und wenn das noch nicht deutlich ist, dann gebe ich die Chance zur tieferen Umkehr: Zur Bekehrung bei den eigenen Bedürfnissen, in der eigenen Ehre, bei der Frage der eigenen Macht.
Und das ist die Führung in die Wüste.

2.4 Anfechtungen sind die Chancen zur Bekehrung unserer Schatten. Wer ist der Herr? Ich oder Er? Die Anfechtung stellt diese Frage nicht im Sonnenschein, sondern im Finstern unseres Herzens.
Wie stark glaube ich in der Schwäche? Ist der Herr auch Herr unter Nachteilen? Bleibt ER für mich König, wenn ich verliere? Anfechtung ist der Ruf zur Umkehr in der Dunkelheit.


3.1 Jesus hat das erlebt. Auch wir erleben das, wenn wir im Glauben wachsen. ER hat nicht nur stellvertretend für uns am Kreuz und in Seiner Auferstehung die Sünde besiegt und die Gotteskindschaft für uns erwirkt. Er hat uns auch die Anfechtung und Bekehrung unserer Schatten vorgemacht.

3.2 Nach vierzig Tagen Fasten beginnt das Verhungern. Bis an diese körperliche Grenze durfte die Anfechtung kommen. Jetzt mach aus Steinen Brot. Du brauchst es. An dieser Grenze sagte der Herr: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt. Quelle des Lebens bleibt Gott. Und wann aus Steinen Brote werden bestimmt Gott, nicht mein Körper mit seinen Bedürfnissen. Die erste feine Grenze, die Gott als Herrn respektiert im Angesicht des Mangels. - Nichts hatte Jesus dagegen, Hungrige satt zu machen. Er tat es oft, aß und trank gerne. Doch hier war wichtig, wer bestimmt: Bedürfnis oder Schöpfer. Die Bedürfnisse sind lebenswichtig. Aber sie sind nicht Gott.

3.3 Anerkennung und Ehre gilt jedem Menschen. Wir brauchen sie. Sie ist Grundlage unserer Würde. Vom Tempel als erwarteter Messias nieder schweben, das brächte die Anerkennung als Messias in der Öffentlichkeit. Und wieder diese feine Grenze. Ich nehme nur die Ehre, die mir der Vater gibt, nicht die, die ich mir selbst vor Menschen nehmen könnte. Bekehrung meiner Anerkennung. Gott bleibt die Quelle meiner Würde. Ich nehme sie mir nicht selbst.

3.4 Macht macht uns Menschen stark und manchmal dabei schwach. Wir haben sie. Ein jeder hat sie auf seinem eigenen Gebiet. Die Macht versucht, Mitte unseres Lebens zu werden. Bete mich an, sagt sie. Das ist die Stimme des Versuchers. Und wieder diese feine Grenze. Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und Ihm allein dienen. Macht ist Leihgabe.

3.5 Dreimal Klarheit im Herzen. Dreimal gezeigt, wo Umkehr auch nötig sein kann. Dreimal Licht in dunklen Bereichen des Herzens. Dreimal die Versuchung durchgestanden.

3.6 Und dann ist es auch dran zu sagen: Weg mit dir, Satan! Denn diskutieren kann man mit dem Versucher nicht. Versuchung braucht einen klaren Willen und eine deutliche Entscheidung. Und wo die ist, da geht er auch. Wie schön, dass plötzlich Engel Gottes da sind, um Jesus zu dienen. Ob sie die ganze Zeit da waren?


4.1 Anfechtung ist nie schön. Drin zu stecken fordert viel. Nicht vom Weg des Glaubens weichen. Auch in schweren Bereichen den Herrn achten. Nicht dem folgen, was sich ins Herz schiebt. Im Finstern sagen, Du Herr bist mein Licht. Anfechtung durchstehen ist eine freiwillige Entscheidung für die Größe Gottes ohne Seinen Halt zu spüren. In ihr kehrt sich mein Herz zum Herrn auch dort, wo ich nur Schatten sehe.

4.2 Schön ist, Anfechtung hinter sich zu haben. Im Nachhinein ist Land gewonnen für den Glauben. Und selbst wenn wir versagen und hinfallen. Mit jedem Neubeginn aus der Vergebung Jesu macht Jesus unseren Glauben stark. Wir wachsen.

4.3 Und alles das übt Gott wie wir bei Jesus sehen für die Zukunft. Anfechtung war der innere Start für Jesu äußeres Wirken. Wir sind also noch nicht fertig, wenn uns Anfechtung trifft. Der Herr hat noch etwas mit uns vor, wenn wir das Gegenteil erleben und meinen, jetzt sei wohl Schluss. Wie gut, dass uns der Herr auch darin schon vorausging.



Amen.



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Zuletzt geändert am 25.02.2009 von: (fp)