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Kreuzumarmung Kreuzumarmung

 <>< Predigt Karfreitag
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst 10. April 2009

Kreuzumarmung

16 Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen Jesus. 17 Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus.

19 Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. 20 Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. 21 Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. 23 Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. 24 Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.

25 Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26 Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! 27 Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 28 Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. 29 Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. 30 Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.

Johannes 19, 16-32

Liebe Gemeinde!

1.1 Ein merkwürdiges Bild begegnet uns in der Skulptur des Künstlers Rando aus Malaga. Da ist das Kreuz von Jesus. Es besteht aus stahlharten Eisenträgern. Davor steht eine Gestalt. Sie umarmt das Kreuz. Was für eine Geste. Sie hält das Kreuz fest. Sie hält sich am Kreuz fest. Als ob sie beide eins werden wollten, obwohl das ja nicht geht. Was ist die Botschaft einer Kreuzumarmung?

1.2 Wie wir zum Kreuz Jesu stehen, wie wir an ihm stehen, das ist wichtig. Wie hältst Du es mit dem Gekreuzigten? Diese Frage ist für unser Leben entscheidend, wenn wir der Bibel trauen.


2.1 Stehe ich am Fuß des Kreuzes und kann sagen: Das tatest Du für mich!, dann ändert sich meine Welt. Der Himmel wird mir Heimat. Die Gottesferne weicht. Meine Sünde ist mir vergeben. Gott sieht mich als Sein Kind. Ich bin gewiss erlöst. Der Gekreuzigte opfert für mich Sein Leben. Als ein Begnadeter von Gott stehe ich am Fuß des Kreuzes. Ich staune. So schenkst Du, Herr, Erlösung. Das macht Dein Tod am Kreuz. Was bin ich ohne den? Was wäre ich ohne Dich? Was schenkst Du mir mit Deiner Stellvertretung.

2.2 Jesus zerbrach unter und an Seinem Kreuz. Ich lebe und werde neu zum Gotteskind an Seinem Kreuz. Sein Untergang bezahlt meinen Aufgang. Seine Hölle wird mir zum Himmel. Am Kreuz von Jesus geschieht für mich Erlösung.

2.3 Wir wissen, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und wir von dieser Erde nichts mitnehmen. Aber im Herzen sollten wir Jesu Kreuz kennen. Das nehmen wir nicht nur mit. Das ist dann unser Weg, auf dem wir beim Vater als Seine Kinder ankommen.


3.1 In unserem Bericht von der Kreuzigung begegnen uns 7 Menschen und Gruppen. Wir sehen an ihnen, dass man ganz unterschiedlich unter dem Kreuz Jesu stehen kann. Das ist heute so. Das war damals nicht anders.

3.2 Im Hintergrund sind Pilatus und die Juden. Pilatus ist der Vollstrecker des Todesurteils. Wahrscheinlich aus machtpolitischen Erwägungen opfert er Jesus. Das schafft ihm Luft im Gerangel mit dem Hohenpriester. Selbst über die Beschriftung dieses Mordes kann man streiten. Spaziergänger regten sich auf. Der Hohepriester greift das auf. König der Juden. Er hat es nur gesagt. - Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben, erwidert Pilatus.

3.3 Bis heute wird die Liebe Gottes umgebracht im Machtstreit unter Menschen. Und dann wird noch gestritten, wie das denn heißen soll. Das lehrt uns nicht nur die Geschichte unserer Kirchen. Wir selbst kriegen das hin. Wo wir die Liebe Gottes, Seine Erlösung, schnell vergessen, weil wir ganz andere Interessen haben. Der Herr wird noch bis heute ständig neu gekreuzigt. So kann man auch am Fuß des Kreuzes stehen. Als Täter. Wir alle gehören auch dazu.


4.1 Dann stehen da die drei Frauen. Maria, ihre Schwester, Maria Magdalena. Wir wissen nur, dass sie da stehen und nicht weglaufen wie die meisten der Jünger. Dasein. Aushalten. Mitleiden. Ob es das war?

4.2 Wie gut, wenn Menschen nicht weglaufen vor dem Leid. Wie gut Anteilnahme tut. Wie gut, im Augenblick des Kreuzes nicht ganz allein zu sein. Wie gut, mit Gott zu leiden. Die Nähe ist das erste und letzte Geschenk auf Erden.

4.3 Die Frauen konnten noch nicht wissen, was Jesus für sie tat. Doch ihr Mitfühlen würdigt der Herr. Ohne das Herz zu zeigen kann kein Glaube entstehen. Die drei stehen in der rechten Haltung. Sie sind wie ein bereiteter Boden, auf den das Samenkorn der Erlösung fallen kann.


5.1 Am Fuß des Kreuzes steht auch Johannes. War er der einzige der Jünger?
Er bekommt etwas geschenkt. Der sterbende Jesus gibt es ihm: Johannes, Maria ist deine Mutter.
In welchem krassen Gegensatz stehen dazu die Soldaten. Sie nehmen etwas von dem Sterbenden. Her mit dem Gewand. Lass uns um den Gewinn würfeln.

5.2 Unter dem Kreuz geschieht alles. Gewinn scheffeln - Neue Beziehung stiften. Rauben und arm machen - reich werden an Liebe. Johannes und Maria sollten wohl nicht nur über eine zukünftige Versorgung verpflichtet werden. Hier darf Johannes ein Stück die Stelle Jesu einnehmen. Er als einziger Jünger, der am Kreuz stehen blieb.


6.1 Welche Vielfalt der Haltungen um das Kreuz. Worum es ging wusste kein einziger. Nur Er, der starb und deshalb sagte: Es ist vollbracht. Er wusste es.

6.2 Doch hinterher wussten es auch die Frauen und die Jünger, was Jesus für sie tat. In ihrem Herzen, in ihrem Geist, wurden sie wie wir durch Ihn, den Auferstandenen, erneut zum Fuß des Kreuzes geführt. Hier geschah die Erlösung. Hier starb der Tod, die Sünde, alle Gottesferne. Hier darf ich auch in Zukunft alle Sünde ablegen. Hier ist der Ort, wo Gott vergibt. Hier öffnet sich für alle Gottes Himmel, die Seine Kinder sein wollen. Was für ein Ort.


7.1 Die Kreuzumarmung gibt uns den Hinweis, auch unsere Stellung zum Kreuz Jesu zu klären. Was verbindet mich mit Ihm? Liebe ich Sein Kreuz? Habe ich Sehnsucht nach Ihm? Stehe ich Ihm so nah? Lege ich dort ab, was weg muss? Umarme ich Ihn auch an dieser Stelle? Bin ich ein Kreuz-Umarmer?

7.2 Für unseren Glaubensweg ist unsere Antwort wichtig. Und unser Bild davon ist schon im Himmel aufgezeichnet. Jetzt schon, damit es klar ist, wenn wir dort ankommen werden.



Amen.



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Zuletzt geändert am 08.04.2009 von: (fp)