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 <>< Predigt zu Pfingsten
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 31. Mai 2009

Pfingsten

23 Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.
24 Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
25 Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.

Johannes 14, 23-27

Liebe Gemeinde!

1.1 Ich erinnere mich genau an meinen Vater. Er ist schon lange tot. Dennoch trage ich seine Worte noch in meinem Herzen. Ich weiß wie er mir als Kind über den Kopf streichelte und sagte: "Mein Junge". Das ist über 50 Jahre her. Es ist als wäre es eben. Ich kann es noch spüren.

1.2 Worte sind stark, wenn sie im Herzen wurzeln. Sie leben dort, blühen und entfalten Kraft. Wenn wir jemanden lieben, dann hat er in unserem Herzen einen Platz, dann hören und halten wir dort seine Worte. "Mein Junge".

1.3 Das alles ist gar nicht so verwunderlich. Wenn wir innerlich reiche Menschen sind, dann haben wir viel geliebt. Viele Menschen haben einen Platz in unserem Herzen einnehmen dürfen. Und wir halten ihre Bilder und Worte in uns. Ein solches Herz ist wie ein reicher Garten, in dem viel wächst.
Man kann mit dieser Art zu leben und reich zu werden übrigens zu jeder Lebenszeit anfangen. Es ist nie zu spät, ein innerlich reicher Mensch zu werden.


2.1 Unser Bibeltext zu Pfingsten spricht auch von einem inneren Reichtum. Jesus sagt: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Verwunderlich ist, dass Jesus sich in die Reihe von Eltern, Partnern, Kindern, lieben Menschen einreiht. Dass deren Stimmen durch Liebe in uns wurzeln ist klar. Doch hier spricht Er von sich und Gott. Gilt das denn auch für Jesu Stimme, für Gottes Stimme? Wohnt ER in uns? Spricht ER in uns? Ist ER auch wie die Stimme unserer Lieben?

2.2 Genau das sagt unser Wort. Und genau damit beginnt der lebendige Glaube eines Christen. Die Liebe zu Jesus führt dazu, dass wir auch Seine Worte in uns festhalten: ICH bin dein guter Hirte. ICH bin dein Brot des Lebens. ICH bin dein Weg, deine Wahrheit und dein Leben. Wenn wir Ihn lieben beginnen diese Worte in uns zu leuchten. Wir spüren ihre Kraft. Sie entfalten Schönheit. Sie verströmen Frieden in unserem Herzen.

2.3 Wenn wir Jesus so lieben, halten wir Seine Worte fest und sie halten uns. Und mit ihnen wohnt Jesus und der Vater in uns. Es stimmt, das Unglaublich ist wahr: Gott wohnt in uns.
Vielleicht ist das zunächst nur wie ein Licht am Ende des Tunnels. Doch auf dieses Licht blicken und daran festhalten ist unsere Hilfe. Er trägt uns bis wir wieder aus dem Dunkeln heraus sind. Festhalten, festhalten, festhalten. Er ist da. - Und manchmal erleben wir Seine Gegenwart als eine pralle Fülle, die uns Staunen lässt. Wir können nur sagen: Danke, Herr. Ich kann nur dankbar sein.

2.4 Das ist das große Wunder eines lebendigen Glaubens: Der Herr wohnt in uns. In unserem armen Herzen hat der Herr über Himmel und Erde Platz genommen. Das ist das Entzündende, lebendig machende, begeisternde am Jesusglauben. ER hat Wohnung in uns. Ein innerlich reicher Mensch zu sein ist viel. Ein innerlich reicher Mensch an Gott zu sein ist mehr. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.


3.1 Dies alles erklärt Jesus Seinen Jüngern. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Damit wäre es gut. Wir könnten - wie Seine Jünger - bis heute davon leben. Doch es kommt noch mehr.

3.2 Ich trage von meinem verstorbenen Vater Worte in mir. Doch obwohl sie lebendig sind, sind sie doch von damals. Er ist tot. Neues sagt er nicht. Erinnerungen mögen in uns blühen. Doch es sind Erinnerungen. Was war wird selbst nicht neu.

3.3 Genau das ist bei Jesus anders. ER ist nicht wie eine verstorbene Person in uns mit Seinem Wort lebendig. ER ist nicht wie eine blühende Erinnerung, die auch schon gut tut und reich machen kann. ER ist viel mehr. ER lebt und ist lebendig in uns, an jedem Tag ganz neu und anders. All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu. ER lebt als Heiliger Geist in uns. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

3.4 Hier erklärt uns Jesus, dass wir nicht nur einen lebendigen Glauben in uns haben können durch die Liebe zu Jesus und Seinem Wort. Hier erklärt Er, dass Er selbst lebendig bleibt, obwohl Er als Mensch Jesus nicht mehr da ist. Als Heiliger Geist wohnt Er in uns.

3.5 Er erklärt. Weißt du nicht, dass es für einen Christen, der Meinen Namen trägt, so und so ist. Und dann fällt es uns wie Schuppen von den Augen und wir wissen, was wir tun müssen.
Er erinnert. Und plötzlich fällt uns ein, was wir vergessen hatten. Wie gut, dass der Heilige Geist erinnert. Vergiß nicht, was ER dir Gutes getan hat. Das sagt der Heilige Geist in uns.
Er gibt uns ein, was wir sagen sollen. Und plötzlich sind die Worte da, die wir sonst nicht auf die Reihe bekommen hätten.
Er leitet euch in alle Wahrheit. In der Liebe zu Ihm dürfen wir den Wegen vertrauen, die wir geführt werden. Kümmern wir uns um Ihn, kümmert Er sich um uns. Wir gehen Wege der Wahrheit mit dem Herrn, keine Wege der Lüge.
Der Heilige Geist findet neue Worte in uns, weil Jesus lebt und in uns durch Ihn spricht. Er sagt nicht nur: Mein Junge. Er sagt: Auch heute bist du mein Junge. Der Heilige Geist ist das aktuelle Wort Jesu.


4.1 Ein großer innerer Reichtum ist das durch einen großen reichen Herrn. Ein lebendiger Glaube an einen lebendigen Herrn. Das enzündet jeden Tag neu, weil Er das Feuer ist. Das hält den Geist frisch, weil Er der lebendige Heilige Geist in uns wohnt.

4.2 Herr, was hast Du heute zu sagen? - Werden Sie doch mit dieser Frage morgens wach und warten auf die Antwort, bis Sie sie im Herzen finden.
Herr, was hast Du mir heute mitgeteilt? - Gehen Sie doch mit dieser Frage abends schlafen und hören Sie auf die Stimme des lebendigen Herrn in sich.
Üben Sie, Seine aktuellen Worte zu hören und festzuhalten und darin Halt zu finden.

4.3 Woher ich weiß, dass ER es ist? - Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Das ist das Erste, was mit Ihm kommt: Frieden. Nicht Zerstreuung oder Erholung, wie die Welt es gibt. Frieden. Ein innerer Reichtum der Einheit mit dem lebendigen Herrn. Ein Zuhause bei Ihm.

4.4 Also: Pfingsten kann geschehen. In uns. An jedem Tag, der kommt.



Amen.



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Zuletzt geändert am 29.05.2009 von: (fp)