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Wasser vom Himmel fließe zur Erde Wasser vom Himmel fließe
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 <>< Predigt zu Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 7. Juni 2009

Wiedergeboren

1 Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden.
2 Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist.
3 Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.
4 Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden.
5 Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
7 Wundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von neuem geboren werden.
8 Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.
9 Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen?
10 Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
11 Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
12 Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche?
13 Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
14 Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden,
15 damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Johannes 3, 1-8.9-15

Liebe Gemeinde!

1.1 Wenn jemand sagt: Ich fühle mich wie wiedergeboren, dann meint er in der Regel: Die Dusche war schön, die Massage exzellent oder der Mittagsschlaf eine gelungene Siesta. Nicht als Mensch sind wir neugeboren, sondern etwas in uns fühlt sich an wie neu. In uns ist es neu.

1.2 Wiedergeboren ist darüber hinaus ein Wort, was in religiöser Hinsicht verwendet wird. Seit der alten ägyptischen Lehre der Wiedergeburt von Göttern lebt der Gedanke, auch Menschen würden noch einmal auf die Erde kommen und in einem nächsten Leben - Mensch oder Tier - reinkarnieren. Diese Meinung findet sich in der Bibel nicht. Die Auferweckung der Toten zum ewigen Leben ist keine Reinkarnation in ein weiteres irdisches Dasein. Es ist ein neues Leben in der Herrlichkeit Gottes.

1.3 Doch auch Christen gebrauchen das Wort wiedergeboren. - Bist Du wiedergeboren? Eine solche Frage macht manchen flau. Er wittert sektiererisches Umfeld, was durchaus sein kann. Was aber solche Betroffene oft nicht wissen: Wiedergeburt ist keine Erfindung von Evangelikalen Christen. Jesus selbst und die Bibel im Ganzen spricht von der Wiedergeburt. Und es wäre durchaus möglich, dass mancher Christ, dem die Vokabel fremd ist, mit vollen Herzen antworten könnte: Ja. Ich bin wiedergeboren.

1.4 Jesus spricht von der Wiedergeburt im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist und der Taufe. Doch schauen wir uns das genauer an. Ich hoffe, wir finden dadurch für uns selbst Klarheit, wann wir sagen können: Ja, ich bin wiedergeboren.


2.1 Jesus führt ein theologisches Gespräch mit einem gebildeten Pharisäer, dessen Namen wir als Nikodemus kennen. Der macht Jesus gleich zu Beginn deutlich, dass er Großes von Ihm hält. Viel von Gottes Reich sei bei Jesus zu finden. Jesus hält sich nicht lange bei netten Gemeinsamkeiten auf, sondern kommt gleich zur Sache. Das eigene Herz, der eigene Geist, braucht die Erfüllung mit dem Königreich Gottes. Sonst taugen alle Wunder nichts, über die man noch so staunt.

2.2 Damit hat Jesus einen wichtigen Punkt getroffen. Was wir vom Glauben wissen, das füllt noch lange nicht unser Herz. Und wenn es unser Herz berührt, dann ist es damit noch lange nicht in der Mitte unseres Herzens. - Und wie kommt Gottes Geist in die Mitte unseres Herzens?

2.3 An dieser Stelle spricht Jesus von der Wiedergeburt oder Neugeburt unseres Lebens. Im griechischen Text steht das Wort: Von oben her geboren, von Gott her geboren. Was aber ist das?


3.1 Genau das fragt Nikodemus: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden (4). Und Jesus erwidert: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen (5).

3.2 Aus Wasser geboren? Aus dem Wasser neu sein? Was ist das?
Jesus spricht vom Wasser der Taufe. Aus dem Wasser der Taufe gehoben, das bedeutet: Unser inneres Leben ist so rein vor Gott wie das weiße Taufkleid. Nicht der Körper, sondern das Herz ist gereinigt. Was uns immer auch von Gott trennen mag, wir leben jetzt und in Zukunft von Seiner Vergebung, Seiner Reinigung, Seiner Lossprechung. Als Baby wird dieses Geheimnis bei der Taufe für das ganze Leben in ein Herz eingepflanzt: Du darfst rein sein vor Gott.

3.3 Das also wird neu in der Taufe durch das Wasser: Schaffe in mir Gott ein reines Herz. - Ja, Gott, Du hast es getan. Du wirst es wieder und wieder tun. Danke für Dein Wasser des Lebens. Du reinigst mich. Ich bin wiedergeboren durch das Wasser der Taufe zu einem reinen Herzen.

3.4 Diese Wiedergeburt zu einem reinen Herzen habe ich nie ohne Jesu Vergebung. Ich bekomme sie in der Taufe geschenkt. Mein ganzes Leben darf ich sie als Kind Gottes in Anspruch nehmen und anwenden. Nehme ich die Vergebung meiner Sünde durch Jesu Gnade an, bin ich wiedergeboren.
Bist du wiedergeboren? - Ja.


4.1 Und was bedeutet aus dem Geist geboren? In meinem Geist neu sein?
Jesus erklärt Nikodemus, dass wir Gottes Geist so wenig fassen können wie den Wind. Braust der Wind, spüren wir, er ist da. Fenster und Türen, Blätter und Staub, Wellen und Sand fliegen. So ist es mit Gottes Heiligem Geist. Füllt ER unser Herz, dann zeigen sich Seine Wirkungen. Eine Liebe zu Jesus ist in uns. Wir freuen uns an Gottes Liebe. Sein Wort brennt in uns. Unser Mut frischt auf, Freude blüht, wir sind dankbar.
Neun Früchte (Galater 5, 22) und neun Gaben (1. Korinther 12, 8-11) zählt Paulus auf. Oft ist die erste Wirkung Seines Geistes in unserem Herzen Friede, ein geschenkter Friede, der höher ist als unsere Vernunftkraft.

4.2 Gottes Geist füllt unseren Geist. Das meint von oben her geboren werden, wiedergeboren werden (3) aus Geist.

4.3 Bei der Taufe fängt das an. Wenn über den Täuflingen der Segen gesprochen wird, dann fließt Sein Geist in den Geist der Kinder. Bei jeder Segnung, die Sie als Eltern den Kindern zusprechen, setzt das sich fort. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist hält ein ganzes Leben an, wenn wir um Seinen Segen bitten. Wir können darin wachsen, wachsen, wachsen. Auf dieser Erde hört das nie auf.

4.4 Ich bin wiedergeboren durch den Heiligen Geist in meinem Geist zu einem Leben aus Gottes Kraft. - Habe ich Heiligen Geist in mir? - Ja. - Bin ich wiedergeborener Christ durch Seinen Geist? - Ja. So erklärt es Jesus Nikodemus.


5.1 Wir sehen welches wunderbare Zeichen unsere Taufe ist. Mit ihr beginnt ein Leben der Zusage eines reinen und erfüllten Herzens.

5.2 Das ist der Start für einen Glaubensweg, auf dem wir sagen können: Ich bin wiedergeboren. Gottes Vergebung macht mich rein. Gottes Geist lebt in mir.



Amen.



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Zuletzt geändert am 10.06.2009 von: (fp)