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Altar El Morche, Brautschleier Altar El Morche, Brautschleier



Lespult El Morche, Rose Lespult El Morche, Rose








Rose Brautschleier Rose Brautschleier

 <>< Predigt zum 2. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 21. Juni 2009

Einladung

15 Als einer der Gäste das hörte, sagte er zu Jesus: Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf.
16 Jesus sagte zu ihm: Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele dazu ein.
17 Als das Fest beginnen sollte, schickte er seinen Diener und ließ den Gästen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, es steht alles bereit!
18 Aber einer nach dem andern ließ sich entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muß jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich!
19 Ein anderer sagte: Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich!
20 Wieder ein anderer sagte: Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen.
21 Der Diener kehrte zurück und berichtete alles seinem Herrn. Da wurde der Herr zornig und sagte zu seinem Diener: Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei.
22 Bald darauf meldete der Diener: Herr, dein Auftrag ist ausgeführt; aber es ist immer noch Platz.
23 Da sagte der Herr zu dem Diener: Dann geh auf die Landstraßen und vor die Stadt hinaus und nötige die Leute zu kommen, damit mein Haus voll wird.
24 Das aber sage ich euch: Keiner von denen, die eingeladen waren, wird an meinem Mahl teilnehmen.

Lukas 14, 15.16-24

Liebe Gemeinde!

1.1 Jesus sagte die Herrschaft Gottes an. Das war Seine Botschaft. Das belegten Seine Handlungen. Gottes Herrschaft ist angebrochen. Gott spricht und es geschieht. Es war der Beginn einer neuen Schöpfung in unserer alten. In vielen Gleichnissen erklärt Jesus, worum es dabei geht, auch in unserem. Aber was hat die Herrschaft Gottes mit einer Hochzeit zu tun und mit der Einladung zu ihr?

1.2 Jesu starb am Kreuz und blieb doch in der Liebe. Das war der Sieg über das Böse. Einer ist in der Liebe geblieben. Daraus ist Neues entstanden. Tun Sie mal das Böse weg aus unseren Familien, aus unserer Nachbarschaft, aus unserer Geschäftswelt, aus dem TV. Jesus ist ein neuer Adam. Die Auferstehung von Ihm zeigt, dass Gott das so sieht. Selbst aus Seinem Körper ist die Vergänglichkeit verbannt. Ein neuer Auferstehungsleib wurde Jesus geschenkt. Zeichen des neuen Adam.

1.3 Der erste Adam bekam eine Frau: Eva. Die Bibel beschreibt, sie wurde aus Adams Rippe geschaffen. Das ist die Stelle, die das Herz bedeckt. Was für ein Ort.
Der neue Adam, der auferstandene Jesus, erhielt auch eine Frau. Sie ist auch von Seinem Herzen. Es sind die in Jesu Liebe Wiedergeborenen, die in ihrem Geist von Seinem Geist leben, die ihre Taufe umsetzen. Es ist die Kirche. Die Herausgerufenen - so griechisch Kirche -, sind die neue Eva.

1.4 Die Erlösung durch das Kreuz Jesu macht Jesus zum neuen Adam - Ostern - , die Kirche zur neuen Eva - Pfingsten. Die Kirchengeschichte aber ist die Brautzeit. Und jeder der als Täufling da hinzugefügt wird trägt von daher traditionell die Farbe weiß, ein neues Gewand, ein Brautkleid.

1.5 Die Kirche lebt jetzt ihre Brautzeit mit dem auferstandenen Jesus. Wenn Jesus öffentlich wiederkommt - vor der Welt und vor dem Himmel - und Seine Christen zu sich nimmt in das ewige Reich Gottes, ist die Brautzeit zu Ende. Dann ist Hochzeit. Das ist das Ziel der Kirche. Deswegen warten Christen auf das, was sie im Glaubensbekenntnis beten: Von dannen ER kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten. Das Gericht liegt für Christen durch die Vergebung hinter ihnen. Die Hochzeit beginnt.

1.6 Die Verkündigung der Herrschaft Gottes bei Jesus hat viel mit der Hochzeit zu tun. Sie ist das Ziel. Wenn alle Zeichen der Herrschaft Gottes sich in Öffentlichkeit wandeln, dann ist aus der Brautzeit der Kirche die Hochzeit beim Wiederkommen Jesu geworden.


2.1 Probleme fangen immer dann an, wenn man vergisst, wofür man da ist. Eine Ehe ist für die Einheit in Liebe da, die Frucht bringt. Mal ist das pure Arbeit, mal ist das wie ein Geschenk. Wenn man aber das Ziel vergisst und alles Mögliche für möglich hält, dann geht es auseinander.

2.2 Eine Kirche ist für die Hochzeit des Lammes da, wie es Johannes in der Offenbarung formuliert. Wenn wir anfangen, das Ziel zu verändern, wofür Kirche da ist, wohin soll es denn dann gehen? Was wird aus der Brautzeit, wenn die Braut sich ständig einen anderen sucht? Was soll denn dann aus der Hochzeit werden?

2.3 Als ob Jesus es geahnt hätte. Das Evangelium kann verraten werden. Das Ziel kann aus den Augen kommen. Die Hochzeit kann platzen. Damit es nicht geschieht: Worauf sollen wir achten, damit uns dies nicht widerfährt? Zu diesem Thema erzählt Jesus unser Gleichnis.


3.1 Alle hatten sie etwas Wichtigeres zu tun als an der Hochzeit teilzunehmen.

3.2 Da hatte jemand einen Acker gekauft. Da ist nichts gegen einzuwenden. Doch jetzt war der wichtiger als die Hochzeit. Was könnte Jesus damit meinen?
Das hier beschriebene Ansehen des Bodens entspricht einer Haltung, die den eigenen Boden, die eigenen Bedürfnisse, die seelischen Grundlagen, höher stellt als die Einladung Gottes. Kommt es zur Konkurrenz fällt Gott durch. Nicht: Herr, Dein Wille geschehe. Sondern: Herr, mein Wille geschehe.
Sehen, was auf dem Boden wächst, entspricht unserem menschlichen Erfolg. Wie gut, wenn der da ist. Doch steht er vor allem, dann kann es dazu führen, bei der Hochzeit Gottes nicht dabei zu sein.

3.3 Ein Fünf-Gespann Ochsen war wichtiger als die Hochzeit. Könnte es sein, dass hier das Gleichnis unsere eigene irdische Kraft anspricht. Gemeindestrategien, Managementüberlegungen sind die irdischen - fünf - Dinge, die den Karren aus dem Dreck ziehen sollen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, sie anzuwenden. Doch werden sie wichtiger als die Hochzeit, ist es vorbei.

3.4 Da hat jemand eine Frau genommen. Wie schön. Wenn dies von der königlichen Hochzeit aber abhält, dann müssen wir nach der Bedeutung forschen. Zunächst, warum bringt er sie nicht mit? Könnte es sein, dass Jesus wie die Propheten hier die eigene irdische Idee anspricht. Mit ihr lebt man wie in Einheit mit einer Frau.
Das meint: Wir verstehen uns so gut in unserer Gruppe. Wir brauchen keine anderen. - Die Kirche ist aber für alle da.
Oder: Wir haben so eine wahnsinnig wichtige Aufgabe, für die muss auch die Kirche da sein und sich öffnen. - Die Kirche ist aber Braut Christi und für Ihn da.
Oder: Wenn die Kirche nicht dieser neuen Idee folgt, dann verliert sie völlig den Anspruch, relevant zu sein. - Die Kirche lebt aber den Anspruch Christi.

3.5 Kein einziger der genannten Gründe ist schlecht. Kein einziger ist böse. Aber das Ziel gerät aus dem Blick. Die Hochzeit wird versäumt. Und keine Hochzeit, kein Reich Gottes.

3.6 Warum ist der Herr der Hochzeit zornig über die Absagen der Eingeladenen? Ist ER denn nicht zu allen gütig? ER könnte doch viel milder reagieren: Na, die kommen nicht. Dann eben andere.
Andere werden wohl als Gäste kommen. Aber der Zorn des Herrn ist da, weil sie als Wissende das Ziel verachten.
Es ist, als würden wir die Einladung Gottes, die Gnade, die Erlösung, das Kreuz Jesu, die Stellung, Braut Christi zu sein, wissentlich missachten. Wer dies tut trifft auf Gottes Zorn. Das tun hier viele in dem Wort. Die Erst-Geladenen des Reiches Gottes versagen alle. Das Ziel rutscht weg.


4.1 Die Neu-Geladenen wie Arme, Behinderte, Blinde, Lahme, von allen Straßen und von allen Zäunen, kommen als neue Hochzeitsgäste. Die haben keinen irdischen Grund - Acker -, irdische Kraft - fünf Ochsen - , irdischen Ideen - Frau genommen. Für sie ist das Hochzeitsmahl eine echte Hoffnung auf ein gutes Essen und Fest. Sie nehmen es ganz unvoreingenommen an.

4.2 Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind wird nicht hineinkommen, sagt Jesus an anderer Stelle. Bei ihnen steht nichts im Weg. Sie freuen sich, im Reich Gottes dabei zu sein. Das macht sie reich, stark und fest. Sie wissen die Einladung richtig zu schätzen. Sie kommen.


5.1 Jesus hielt damals den Menschen mit diesem Gleichnis einen Spiegel vor. Schaut, ob ihr der Einladung zu Gottes Hochzeit wirklich folgen wollt. Brautzeit der Kirche ist Einladung zur Hochzeit. Die kann verraten werden. Der Spiegel ist bis heute aktuell.

5.2 Lukas hat in unserem Text das Hochzeitsmahl, so Matthäus, ein Festmahl oder Abendmahl genannt. Er hat damit noch eine Botschaft eingewebt, die uns helfen kann. Was Christen mit der Wiederkunft des Herrn und bei der Herrschaft Seines Reiches als Hochzeitsmahl erwarten, das feiern sie vorweg als Abendmahl am Tisch des Herrn.

5.3 Ein jedes Abendmahl ist auch ein Vorgeschmack des Kommenden. Und wenn das hier schon stärkt, wie wird das erst in der Vollendung sein.



Amen.



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Zuletzt geändert am 23.06.2009 von: (fp)