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 <>< Predigt zum 17. Sonntag nach Trinitatis
Erntedankfest
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 4. Oktober 2009

Erntedankfest: Danke sagen.

13 Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen.
14 Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?

15 Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.
16 Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
17 Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll.
18 Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.
19 Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens!
20 Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?
21 So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Lukas 12, 13-14.15-21

Liebe Gemeinde!

1.1 Sie haben heute schon Danke gesagt? Wenn schon. Sagen Sie es jetzt noch einmal. Sagen Sie es ruhig laut vor sich hin: Danke. Gut. Woran haben Sie gedacht? An den Moment, wo Sie hier sitzen, leben, atmen, singen können? An einen Ihrer Lieben? An ein Geschenk der vergangenen Zeit an Bewahrung, Genesung, Hilfe? Sagen Sie für das bewusst noch einmal jetzt Danke: Danke. Es tut gut

1.2 Warum eigentlich? Warum tut danke sagen besser als schimpfen. Dabei lasse ich nicht außer Acht, dass beides zu seiner Zeit nötig ist und richtig oder falsch sein kann. Warum tut danken gut?

1.3 Wir haben den geschmückten Altar vor uns. Es sind die Gaben unseres täglichen Lebens, die hier liegen. Sie brauchen und genießen wir. Früher waren es nur Früchte und Blumen, die in der Natur wuchsen. Man sah wo sie reiften. Das ist heute unanschaulicher. Frage eines Pastors an die Kinder: Wo wächst die Schokolade? Antwort aus dem Kindermund: Bei Aldi. Wir sind auch dankbar über die Produkte, deren Herstellung Firmen übernahmen. Für Gaben unseres täglichen Lebens sind wir dankbar. Warum das gut tut?

1.4 Der Altar gibt uns den Hinweis. Es ist der Ort der Gegenwart des Herrn. Und wenn die Gaben auf und am Altar liegen, dann sagt das: Da kommt es her. ER ist der Schöpfer und Erhalter. ER gibt. Und wir empfangen. Wer danke sagt, der gibt dem Schöpfer Ehre. Wer danke sagt, hat eine Adresse, wo die Sachen herkommen und nicht nur einen Parkplatz, wo er sie ins Auto packt. Wer danke sagt, hat in den Tiefen seines Herzens einen Grund und Boden. Wir fallen nicht. Wir stehen. Wir stürzen nicht ab. Wir sind gehalten. Der Schöpfer ist unser Lebensgrund und gibt uns dafür Seine Lebensmittel.
Jede Gabe am Altar sagt: Du, das kommt vom Ihm. Du kannst Ihm dafür danke sagen. Sagen wir es Ihm noch einmal jeder für sich und gemeinsam: Danke. Und wenn es besonders schön kommt, kann ich auch sagen: Danke. Danke.


2.1 Das konnte der erfolgreiche Mann in der Geschichte Jesu nicht. Und darin liegt die ganze Tragik eines Reichtums, der nicht zum Segen wird.

2.2 Es ist ja nicht falsch, größere Scheunen zu bauen. Schließlich hat Josef im Reich des Pharaos ja auch nichts anderes getan. Und er handelte damit in der Weisheit Gottes. Der besondere Erfolg dieses Mannes unserer Geschichte wurde ihm zum Verhängnis, weil er diesen nicht auf die Stufen des Altars legen konnte. Seine Vorsorge war recht, doch seine Haltung war falsch. Denn er rechnete seinen Erfolg zu seiner Ehre. Er sprach ihn sich selber zu. Es heißt von ihm: Dann kann ich zu mir selber sagen: Du hast genug (19). Er hat nicht Danke sagen können. Er gab nicht Gott die Ehre, seinem Schöpfer und Geber guter Gaben.


3.1 Was wird, wenn unsere Seele Gott wird wie bei diesem Mann? Was wird, wenn wir uns selber danke sagen, uns selbst erheben, reich rechnen? Wir fallen in den Abgrund unseres Selbst. Da ist kein Schöpfer, der uns hielte. Da ist kein Boden, der uns trägt. Wir ernten dann die Früchte unserer Selbstsucht, des Geistes, den wir schufen. Wir klammern uns an alles, um nicht zu stürzen.

3.2 Kennen sie solche leeren Sätze? Aber der Thymian war beim letzten Lammbratenessen ein bisschen zu intensiv. - Und die Badezimmerfliesen haben bei Frau soundso einen so unangenehmen Blaustich. - Ich bevorzuge immer die Bedienung von nur einer Verkäuferin. Die hört wenigstens auf mich. Sonst schmeckt mir die ganze Wurst nicht. Endlos sind die Worte fallender Seelen. Sie heben nicht das Herz. Sie belasten. Sie geben keinen Halt. Sie ziehen nach unten. Sie sind leer. Sie sind tot schon vor dem Sterben.

3.3 Wenn dann der Schöpfer den Engel des Todes sendet, um uns zu holen, dann hat die Seele nichts. Denn sie lebt nicht davon, dass wir viele Güter haben. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Sie lebt davon, wem wir mit unseren vielen Gütern und Gaben die Ehre geben. Wer "danke Herr" in seinem Herzen sagen kann, in dessen Seele lebt der Vorgeschmack des Himmels. Der Schöpfer selbst ist Lebensgrund. Und eine Seele, die Ihn kennt, die ist nicht leer.

3.4 Wie tragisch, dass in unserer Geschichte die Haltung unseres Mannes ihn doppelt straft. Er hat keinen Schatz, der in der Ewigkeit zählt. Und er hat nichts von seinem irdischen Schatz.

3.5 So lehrt uns Jesus, reich zu sein in Gott.
ICH bin in allen Dingen als der Schöpfer, sagt ER. Richte dein Herz darauf, dann wirst du reich. Du wirst MIR danke sagen auch in den kleinsten Dingen. Nichts ist mehr selbstverständlich, was dich umgibt, wenn du beginnst, in allen Dingen MICH zu sehen. Du wirst in deinem Herzen danke und auch bitte sagen. ICH werde dich hören. Das Zwiegespräch wird deine Seele füllen. Du wirst ein Festsaal MEINER Lebensfreude sein. Denn ICH lebe mit dir. Und deine Seele wird vom Reichtum MEINER Gegenwart ganz langsam erfüllt. Das ist der Schatz der Seele, den ICH schenke. Lebe das. Und du wirst leben jetzt und dann in alle Ewigkeit.


4.1 Wir hatten damit begonnen uns zu fragen, ob wir heute schon Danke gesagt haben. Und wir hatten dabei festgestellt - Erntedankfest erinnert daran - , dass das eine gute Haltung ist. Danke sagen gibt unserem Leben Halt. Wir sollten es tun und nicht vergessen.

4.2 Aber dann sind wir über dem Bibeltext Jesu und der Zeichenhandlung des Altarschmuckses mit den Gaben unseres Lebens noch einen Schritt weiter gegangen. Wer sich und seine Gaben auf die Stufen des Altars legt und darüber Gott die Ehre gibt, der erfahrt noch ein viel größeres Geschenk als nur ein dankbares Herz. Er begegnet Gott und kommt mit Ihm in einen persönlichen Kontakt. Er lebt in täglicher Gemeinschaft mit Ihm. Und das macht reich in Gott. Denn wer viel mit Ihm lebt und spricht, der erfährt viel von Seiner Liebe, Barmherzigkeit und Führung. Diesen Reichtum unserer Seele möchte Jesus schenken. Er möchte nicht, dass wir so enden wie unser reicher Kornbauer in der Erzählung.

4.3 Also: Erntedank. Danke für die Lebensgaben. Und Erntedank. Danke Dir, dem Lebensgeber.



Amen.



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Zuletzt geändert am 01.10.2009 von: (fp)