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Letzten Sonntag des Kirchenjahres
Ewigkeitssonntag
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 22. November 2009

Die zehn Jungfrauen

1 Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
2 Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.
3 Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl,
4 die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.
5 Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.
6 Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!
7 Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
8 Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.
9 Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.
10 Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen.
11 Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
12 Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
13 Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Matthäus 25, 1-13

Liebe Gemeinde!

1.1 Wir haben im vergangenen Jahr Abschied nehmen müssen von Menschen, die wir liebten und die uns nahe standen. Wir haben Bilder aufgestellt, Namen verlesen und Kerzen entzündet. Wir haben für die Verstorbenen gebetet.

1.2 Wir tun das, weil unser Abschied Bilder der Erinnerung braucht. In ihnen sehen wir, was uns an der Trennung innerlich weh tut und fehlt. Unser Wunsch dabei ist: Es soll hell werden. Unsere Erlebnisse sollen eine heilsame Wende erfahren. Wir möchten ohne großen Schmerz sagen können: Für sie, ihn ist es gut. Ich kann loslassen. Ich habe verlorenen Boden wieder gefunden. Bilder des Schmerzes. Lichter der Hoffnung.

1.3 Wenn wir diesen Weg des Loslassens unserer Lieben heute gehen, dann ist das gut. Wer dabei Trost in seinem Glauben durch Jesu Nähe findet, der kann für diesen Segen dankbar sein. Der Herr kennt unsere Tränen. ER sammelt alle in Seinem Krug. Nicht eine geht bei Ihm verloren. Bei uns steht deshalb auf dem Andachtsbord im Haus ein Tränenkrug.
ER sagt: Deine Lieben gehen. ICH bleibe. ER geht den Weg der Trauer mit.

1.4 Und die, die gegangen sind? Was wissen wir von ihrem Abschied, von ihrem neuen Lebens-Abschnitt in der Ewigkeit? Haben wir den Blick des Herzens frei, auch darauf zu schauen?


2.1 Mit einem Teil des Jenseits hatten uns schon beim Jüngsten Gericht beschäftigt. Was zählt, damit wir dort bestehen? Die sieben Werke der Barmherzigkeit leben und sie selbst in einem Leben mit Jesus erleben, das lässt bestehen. Dem Demütigen gibt ER Gnade. So hatten wir gesagt.

2.2 Nun kommt mit dem Gleichnis heute ein weiterer Hinweis Jesu hinzu. Während der Text vom Jüngsten Gericht für alle Menschen gilt, sogar für die, die nie von Jesus hörten oder vor Ihm lebten, gilt dieses Wort von heute nur den Jüngern. Nur Christen in der Nachfolge Jesu werden hier angesprochen. Hören wir, was Jesus bewusst als Christen lebenden Menschen jetzt mitteilt, damit es für sie dann im Jenseits gut geht. Worauf kommt es an, um in die Herrlichkeit einzuziehen?


3.1 Vom Jenseits lässt sich nur in Bilder reden. Jesus spricht vom Bräutigam und der Hochzeit.
Das ist ein wunderbares Bild. Hochzeit im Himmel. Was ist das?

3.2 Hochzeit ist Einheit, ist Gemeinschaft. Gott hebt die Trennung zwischen Ihm und uns auf, die seit Ende des Paradieses wirkt. Aus dem Garten Eden wird eine himmlische Stadt. Viele Wohnungen sind uns dort bereitet. Wir sind nicht nur wie damals Adam und Eva Mitarbeitende im Garten Gottes. Wir werden Hochzeit mit Gott feiern. Innige Gemeinschaft mit Ihm. Jesus der Bräutigam. Die Kirche die Braut. Hochzeit im Himmel. Mit diesem Bild wird das Reich der Herrlichkeit beschrieben, das auf die Gotteskinder wartet. Zu diesem Fest lädt Jesus ein, wenn ER vom Reich Gottes spricht, nach dem wir zuerst trachten sollen. Mit diesem Bild beschreibt ER die Zukunft im Jenseits für die Gotteskinder. Schon alttestamentliche Propheten benutzten dieses Bild, um Erlösung zu beschreiben. Jesus greift das auf.

3.3 Schön, können wir sagen. Schon hier auf Erden ist die Hochzeit ein wunderbares Fest. Wenn das ein Bild wird für die ewige Gemeinschaft mit Gott, dann ist das herrlich. Denn wir nehmen an, dass es mit IHM nicht zu Ehekrach und Ehescheidung kommt. Bei Gott gibt es keinen Liebeskummer. Ja, sagt Paulus. Es stimmt. Alle irdischen Leiden sind nichts gegen die Herrlichkeit, die an den Kindern Gottes offenbar werden soll. - Danke, Herr. Ich freue mich darauf.

3.4 Moment, sagt Jesus. Freuen sollen sich alle. Aber es kann etwas dazwischenkommen. Und das lässt die Hochzeit platzen. Nicht alle sind am Ende bei der Hochzeit auch dabei. Das sollen Meine Jünger wissen, was schief gehen kann. Und jetzt sind wir beim Text.


4.1 Jungfrauen bezeichnet Jesus alle die im Glauben, deren erste Liebe Gott gilt. Dafür muss man nicht Mönch oder Nonne sein, die das auch sozial leben. Gott die erste Liebe meines Lebens zu schenken schließt die Liebe zu anderen Menschen, auch zum Partner ein, nicht aus. Jungfrauen nennt Jesus solche bekehrten Menschen, weil sie nicht mit dem Leben dieser Welt als erstes verheiratet sind. Das kommt erst nach Gott. Das fällt uns zu. In dem leben wir klug wie die Schlange und ohne Falsch wie die Taube. Gottesliebe mit Menschenliebe als erstes in mir. Das bezeichnet die Bibel mit dem Bild der geistlichen Jungfrau.

4.2 Und diese geistlichen Jungfrauen, diese Christenmenschen, sind in der Ewigkeit bei dem herrlichen Hochzeitsfest dabei? Ja. Aber aufgepasst, nicht alle. Aber was fehlt denn?


5.1 Diese Jungfrauen tragen Lampen. Eine solche Festbeleuchtung beim Hochzeitsmarsch war damals üblich. Öllampen in den Händen der Gäste waren Zeichen der Freude.

5.2 Diese Öllampen sind das innere Licht des Glaubens, das Feuer des Herzens, die Fülle des Heiligen Geistes bei Christen. Kennen Sie das Gebet: Komm, Heiliger Geist, und entzünde in uns das Feuer Deiner göttlichen Liebe. Der Du in Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einigkeit im Glauben.

5.3 Heiligen Geist hat jeder getaufte Christ. Aber ein Tröpfchen ist noch keine Salbung. Und damit es leuchtet muss mehr rein in das Gefäß unseres Geistes von Seinem göttlichen Geist. Erfüllt mit viel Heiligem Geist waren diese Jungfrauen-Christenmenschen. Denn sonst leuchteten ihre Lampen nicht.
Bitten wir den Herrn: Herr, erfülle mich mit Deiner Fülle. ER hört gerne auf dieses durstige Gebet.

5.4 Und kommen alle diese geisterfüllten Menschen in die Herrlichkeit des Herrn? Ja, wenn nicht die, wer dann, so könnte man fragen. Nein, sagt der Herr. Aufgepasst. Da kann noch etwas schief gehen.


6.1 Der Bräutigam kommt nicht. Wie lange bleibt ER aus? Wir Menschen wissen keine Zeit. Die Wiederkunft des Herrn, von dannen ER kommen wird, weiß ganz alleine Gott. Einige sagen: Das war ein Irrtum, diese Naherwartung Jesu. ER kommt überhaupt nicht mehr. Auch geisterfüllte Christen schlafen ein. Sie verlieren das Bewusstsein für Sein Kommen. Am Ewigkeitssonntag ist es einmal Thema. Aber sonst? Schläft die Christenheit bei Jesu Kommen? Jesus sagte es voraus. Sie schläft. Das Licht des Geistes, der den Herrn erwartet, ist erloschen. Die Lampen brennen nicht für Ihn.

6.2 Als ER dann kommt, da ist die Aufregung groß. Die Lampen an! Schnell, Öl her. Anzünden.
Doch Jesu Geist, der nicht mehr in uns leuchtet, verschwindet mit der Zeit. Das gilt für alle. Bei keiner Jungfrau gab es Öl in ihrer Lampe.

6.3 Und jetzt erst trennen sich die Wege. Die einen hatten Gefäße bei sich mit neuem Öl, die anderen nicht. Und dieser lange Weg zum Einkauf neuen Öls, der fehlte ihnen. Der Bräutigam war gekommen, die Hochzeit war gelaufen. Die Tür war zu. Die Herrlichkeit des Reiches Gottes erleben diese nicht.

6.4 Was aber wollte Jesus mit den Gefäßen sagen, die diese klugen Jungfrauen besaßen? Worin kann denn der Heilige Geist als Nachschub "gebunkert" werden? Was wird denn neben der geistlichen Jungfrauenschaft - Gott als erstes lieben vor allem - , neben der Lampe - die Fülle des Geistes in sich leuchten lassen - , neben diesem allen noch gebraucht, um in Gottes Herrlichkeit einzugehen?

6.5 Die Auslegungen gehen hier weit auseinander. Mir scheint, Jesus spricht die Berufungen an, die ER der Kirche schenkt. Das sind Gefäße für den Heiligen Geist.

6.6 Haben Sie den Herrn schon einmal gefragt, welche Berufung ER für Sie im Reiche Gottes hat? Das ist die innerste Bestimmung, die bis in die Ewigkeit bleibt. In der Klarheit Seines Wortes über Sie da steckt ein Feuer des Geistes, das immer wieder entfacht werden kann. Das ist Ihr Gefäß.


7.1 Danach sollen geisterfüllte Christen streben, Gefäße des Heiligen Geistes zu sein. Herr, wofür brauchst Du mich? Herr, wie soll ich für Dich eingesetzt werden? Herr, was ist Dein Ruf an mich? Ich möchte Deine Berufung leben. Ich bin ein Gefäß für Dich. Fülle mich nach Deiner Berufung.

7.2 Mit diesem Gebet bleibt die Tür zur Herrlichkeit der ewigen Hochzeit offen, sagt Jesus.

7.3 Nota bene. Jesus sagt nirgendwo, dass die anderen Jungfrauen, die dieses Ziel verfehlen, in der Verdammnis landen. Nirgendwo. Offensichtlich scheint es viele Abteilungen im Jenseits zu geben, auch neben der Abteilung des Abgrundes. Über den entscheidet, was am Jüngsten Gericht geschieht.

7.4 Aber Jesus lädt alle ein, so zu glauben und so zu handeln, dass ihnen die Tür zur letzten Herrlichkeit der Hochzeit mit Gott offensteht. Und wäre es nicht schön, auch dort dabei zu sein?

Amen.



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Zuletzt geändert am 19.11.2009 von: (fp)