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Vierten Sonntag im Advent
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 20. Dezember 2009

Freut euch allewege

4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Philipper 4, 4-7

Liebe Gemeinde!

1.1 Der vierte Sonntag im Advent, die vierte Kerze, gilt Maria. Prophetisch ist sie ein Bild für die Kirche. Viele Marienheiligtümer mit ihren Erscheinungen würden klarer verstanden, wenn man die dort empfangenen Worte als Weissagungen über die Kirche Jesu Christi hören würde.

1.2 Es gibt sehr vieles, was an Maria über die Kirche deutlich wird.
Maria erscheint der Engel. - Die Kirche sieht den Engel des neuen Bundes, Jesus.
Maria wird schwanger. - Die Kirche empfängt die Söhne Gottes, die Glaubenden.
Maria bleibt Jungfrau. - Die Kirche bleibt geistlich Jungfrau, sie bleibt Jesus treu.
Maria erwartet die Geburt des Kindes. - Die Kirche wartet auf das Wiederkommen Jesu.
Maria lebt in Bedrängnis. - Die Kirche erlebt Trübsal.
Maria bleibt gehorsam. - Die Kirche bleibt an das Wort Gottes gebunden.
Maria bewahrt alle Verheißungen. - Die Kirche bewahrt die Botschaft in den Herzen der Glaubenden.
Maria ist nicht Königin, Jesus ist König. - Die Kirche ist nicht die Mitte. Jesus ist der Herr.
Maria: Meine Seele erhebt den Herrn. - Die Kirche: Freuet euch in dem Herrn allewege.
Erkennen wir, welcher Schatz in der Marienverehrung auf den Herrn gelenkt werden kann? Da gehört er hin. Maria war Magd Gottes. Die Kirche ist die Magd Jesu, Dem sie dient.

1.3 Am vierten Advent werden wir auf die Freude der Maria und der Kirche hingewiesen. Was ist das für eine Freude? Woran macht sie sich fest? Wie kann die bedrängte Maria in der komplizierten Schwangerschaft sagen: Meine Seele erhebt den Herr und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilands. Wie kann Paulus sagen: Freuet euch in dem Herrn allewege. Was ist Freude im Herrn?


2.1 Das Wort unseres Textes, der Kanzelgruß nach jeder Predigt, erläutert dies: Der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Wir hören dieses Wort. Doch leben tun wir es oft ganz anderes, anders herum:

2.2 Unsere Vernunft, die höher ist als der Friede Gottes, die bewahre Jesus Christus in unseren Herzen und Sinnen. Und dann ist die Freude weg. Wieso?


3.1 Der Kirchturm einer Kirche ist ein wunderbares Zeichen. Ganz früher war er Wehrturm gegen Feinde. Das Wort der Bibel sagt: So ist der Herr Jesus Christus. ER ist der Turm. Ein feste Burg ist unser Gott. Und darin können unsere Herzen und Sinne bewahrt werden, geschützt, geborgen.

3.2 Es geht nicht umgekehrt. Wir kriegen es nicht hin, den Herrn in unseren Herzen und Sinnen zu bewahren. Wie soll etwas Größeres im Kleineren aufgehoben werden. Fünf Liter Wasser passen nicht ins Glas. Der Schöpfer kann doch nicht im Geschöpf bewahrt werden.

3.3 Wenn wir es dennoch tun - und viele tun es - dann läuft so viel daneben. Soviel von Jesus Christus und Seinem Reichtum geht in der Armut unseres Herzens und der Begrenztheit unserer Sinne unter. Es bleibt ein Rest von IHM an Religiosität. Doch die ist oft nicht stark. Ein paar Fragen, ein wenig Andacht, ein Ahnen. Doch Freude die Fülle ist das nicht.
Zudem sind wir oft noch zerbrochene Gefäße. Und Gottes Gegenwart verzieht durch jede Ritze. Statt Freude fühlen wir Verdruss im Glauben.

3.4 Der Turm passt nicht in den Menschen. Der Mensch passt nur in ihn. Wenn es recht ist, gehen Herz und Sinn zu Jesus Christus. Sie klopfen bei Ihm an, dürfen wir rein. Dazu muss jeder durch die enge Pforte gehen, sich bücken, sich hingeben: Darf ich zu Dir. Darf ich in Dich einziehen. Gibst Du mir Raum. Wir entscheiden wohl, aber nur, dass wir nicht selbst bestimmen.
3.5 Die Hingabe zu Jesus ist der Anfang eines lebendigen Glaubens. Dann bleibt Gott groß, und ich in Seinem Schutz. Dann ist ER um mich als meine Hilfe. Ich bin in Seiner Hut. Ich bin geborgen und gewiss, ich bin bei Ihm. - In dieser Reihenfolge sind die Voraussetzungen gelegt für Freude im Herrn. Anders herum kommt sie nie.
Also: Der Friede Gottes bewahre unsere Herzen und Sinne. Nicht umgekehrt.


4.1 Es bleibt die Frage, wer höher ist als was? Die Vernunft, sie ist höher als der Friede Gottes. So denken wir sehr oft. Doch die Erfahrung lehrt: So kommt der Friede nicht.

4.2 Vernunft hat immer selbst Prämissen, Voraussetzungen, von denen wir aus denken, ob wir es merken oder nicht. Und wo wir anfangen bestimmt, wo wir am Ende landen.

4.3 Fang bei dem Frieden Gottes an zu denken. Lass ihn das Höchste sein. Dann wird dir die Vernunft es danken. Du gibst ihr eine gute Hoffnung und einen langen Atem. Du bewahrst die Vernunft vor Hochmut und Überschätzung. Und du hilfst ihr, dass ihre Kritik nicht in Skepsis einsinkt und verdorrt. Du hältst sie frisch.

4.4 Der Friede Gottes ist höher als unsere Vernunft. Und die Vernunft kann dieses sehen, wenn sie nicht blind wird durch eine falsche Überschätzung, sie sei das Höchste. Sie sieht:
Der Friede Gottes ist Sein Erbarmen. Ich bin von Ihm geliebt, auch wenn ich selbst nichts mitbringe. Er nimmt mich an als Gotteskind, macht mit mir Frieden. Jesus bezahlt für mich. Ich bin erlöst.
Vernünftig kann ich sagen:
Herr, danke. Ich bin nicht nur in Deinem Turm von Dir beschützt. Ich bin von Dir sogar erwartet und geliebt. Ich bin erlöst. Ich bin bei Dir zu Hause.

4.5 Eine solche Haltung kann nur der Friede Gottes schenken. Den Grund finde ich nicht in der Vernunft. Ich kann das zwar vernünftig ausdrücken. Doch geben kann mir das nur einer: Unser Herr.


5.1 Also: Der Name des Herrn ist eine feste Burg. Der Gerechte geht dorthin und ist darin geborgen. Wer das erlebt ist voller Freude. Freude über den geschenkten Schutz, Freude über den geschenkten Frieden der Erlösung. Freude im Herrn. Da haben wir sie. Sie ist das Leben in Jesus Christus.

5.2 Und wenn wir unsere Lebenswege gehen, so bleiben Herz und Sinne bewahrt im Turm der Liebe Gottes. Der Name des Herrn ist eine feste Burg. ER bewahrt eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Weil das gilt, sagt Paulus: Freut euch doch auf allen Wegen. Nie fallt ihr raus. Ihr seid bewahrt. Lebt dies Vertrauen in einer stillen oder lauten Freude. Allewege.

5.3 Freut euch im Herrn alle Wege. Das vierte Adventslicht.


6.1 Als ob Paulus unsere Stolpersteine kennt. Die sind ja oft schon an der Stufe unserer Kirchtür. Geborgen und erlöst sind wir im Herzen froh, wenn wir hier sitzen. Doch stehen wir auf ist alles weg. Die Freude bleibt uns oft als eine flüchtige Sekundenerfahrung. Von allewege ist sie weit entfernt.

6.2 Deswegen sagt hier Paulus: Aufgepasst. Zwei Stolpersteine liegen uns fast immer in dem Weg.
Achte auf sie, hebe sie und alle anderen auf, nimm sie in deine Gottesburg, in deinen Jesus Turm. Leg sie direkt in Gottes Frieden. Da gehören sie hin. Und so verlieren sie ihre Stolperkraft.

6.3 Weg mit der Sorge! Sie steht auf, wenn du aufstehst. Sie legt sich mit dir hin. Sie nimmt dir alle Freude. Wenn du sie nicht in diesen Turm von Jesus Christus bringst, hast du bei ihr keine Chance. Sie raubt dir deine Freude.
Versuch es. Alle eure Sorgen werft auf Ihn. - Aber muss ich mir nicht Sorgen machen? - ER sorgt für euch. In Jesus gibt es einen Ort für Sorgenablegen. Probiere es aus. Und bleib über jedem Problem und jeder Lücke deines Weges im Gebet. Lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden.

6.4 Weg mit der Unbarmherzigkeit! Es gibt so viel Anlass zur Unbarmherzigkeit, so viel Gelegenheit. Doch sie schnürt dein Herz zusammen, macht es hart. Auf ihrem Boden verlierst du jede Freude. - Aber muss ich nicht … ? - Bleib in dem Turm von Gottes Güte und lass die durch dich wirken. Dann bleibt die Freude dir erhalten. Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Teile ihnen aus, was du auch selbst empfangen hast. Vielleicht macht das ja Lust, auch in den Turm der Liebe Gottes einzutreten.

6.5 Die Freude im Herrn muss nicht erlöschen. Es ist die letzte Kerze im Advent. Sie ist sehr wertvoll.


7.1 Mit Maria als Bild für die Kirche hatten wir begonnen. Auch ihre Freude war erprobt, kein Halligalli. So ist es auch mit uns und mit der ganzen Kirche. Freude im Herrn ist eine wunderbare Gabe im Advent, mit der wir innerlich gestimmt Weihnachten erleben können.

7.2 Lass dieses Licht, Herr, in uns brennen. Die Freude in Dir. Das vierte Adventslicht.


Amen.



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Zuletzt geändert am 23.12.2009 von: (fp)