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Sonntag Estomihi
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 14. Februar 2010

Im Spiegel der Liebe

1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. 3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.

4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
5 Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
8 Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.

9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; 10 wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. 11 Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. 12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. 13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

1. Korinther 13, 1-13

Liebe Gemeinde!

1.1 Was ist Liebe? An dieser Frage haben wir Menschen schon immer rumgerätselt.

1.2 Wir sind erfüllt von Glück mit einem anderen Menschen und denken: Das ist Liebe. Und dann zerrinnt uns das. Wir fragen: War es das? Was ist die Liebe?
Wir können unsere Kinder oder Enkel nicht verstehen. Warum verhalten sie sich so? Ich möchte sie doch lieben. Was mache ich jetzt? Wie reagiere ich? Was ist jetzt Liebe?
Wir möchten Fremden helfen. Wir sehen ihre Schwächen. Vielleicht benuten sie uns, nehmen uns aus. Wir möchten uns und andere lieben wie es Jesus tat. Was ist jetzt Nächstenliebe? Wie sieht sie aus? Wenn wir es wüssten. Nichts kann so ratlos machen wie der Wunsch zu lieben.

1.3 Zudem: Die Liebe hat so viele verborgene Gesichter.
Mal ist sie hart. Mal zart und formbar, schmilzt hin wie Butter. Mal ist sie treu und trocken, mal bunt und farbig froh. Mal ist sie schwer. Mal fliegt sie wie mit Flügeln, federleicht.
Ich möchte sie erkennen, bei anderen hinter ihrem Gesicht. Kann ich es unterscheiden, wo hinter Härte doch noch Liebe wohnt? Finde ich sie bei anderen im Gestrüpp des Alltags. Liebe macht sehend. Sehe ich? Und sehe ich sie?

1.4 Sind Sie kirchlich getraut, dann haben Sie das hohe Lied der Liebe bei Ihrer Trauung auch gehört. Ein jedes Hochzeitspaar sehnt sich nach einer gelungenen Beziehung. Wie viel verändert sich bei jedem Partner im Laufe unseres Lebens. Was ist so stark und formbar, um diesen Wandel einer Beziehung auszuhalten? Die Liebe erträgt alles. Die Liebe hört niemals auf. Mit großer Sehnsucht hören wir die Worte. Tragen sie? Stimmen sie? Können alte Ehe-Hasen sie bestätigen? Hat die Liebe alles ertragen? Wirklich? Hat sie niemals aufgehört? Oder zwischendurch immer wieder doch?
Kennen lange verheiratete die Liebe wirklich besser? Oder hat man sich nur aneinander gewöhnt? Und wenn Sie eine oder mehrere Trennungen hinter sich haben: Wissen Sie was an der Liebe fehlte? Macht Scheitern in der Liebe schlauer?

1.5 Es ist erstaunlich. Kaum rede ich über die Liebe entstehen Fragen. Ich weiß. Ich könnte auch ganz anders reden. Viel besser: ich könnte singen. Kein Feuer, keine Kohle, kann brennen so heiß, als heimliche Liebe, von der niemand nicht weiß. Es ist nicht verwunderlich. Deckt doch die Liebe von sexuellem Begehren, über freundschaftliche Beziehung bis hin zur göttlichen Hingabe alles ab. Wir gehen durch sie hindurch, finden und verlieren sie, werden von ihr ergriffen und ergreifen sie selbst. Und am Ende fragen wir dennoch: Was ist sie? Deshalb wird sie besungen und bedichtet, gemalt und aufgezeichnet. Doch keiner fasst sie.
Und Paulus. Was sagt er zu ihr? Wie spricht er über die Liebe?


2.1 Im Korintherbrief geht es um Seelsorge. Christen wollten dem Auferstandenen folgen. Dann gab es Probleme, im persönlichen Lebensstil und Umgang miteinander. Paulus gibt Rat. Konkret: Der Heilige Geist gibt übernatürliche Gaben ins Leben von Christen. Wie geht man damit um, dass nicht einer dem anderen die Wahrheit um die Ohren haut. Am Ende ist nichts aufgebaut, sondern alles in Scherben. Wie viele gute Erkenntnisse haben durch den unbedachten Umgang mit denselben schlechte Schule gemacht. So erklärt Paulus im vorausgehenden Kapitel den Korinthern, was an den Geistesgaben dran ist. Und im nächstfolgenden Kapitel erklärt er ihnen, wie sie das konkret im Gottesdienst umsetzen können, ohne dass Krach und Respektlosigkeit die Oberhand gewinnen. Seelsorge pur. Und in unserem Kapitel beschreibt Paulus den Grund aller Seelsorge und jedes gelungenen Miteinanders. Er beschreibt die Liebe. Liebe als Lebensgrund für gelungenes Leben. Was sagt er?

2.2 An starken Worten mangelt es ihm nicht:
Ohne Liebe ist alles - Nichts. Stark ist die Liebe. Größer als alles ist die Liebe.

2.3 Was sollen wir mit diesen großen Worten machen? Wir stehen davor wie - ja wie ein Ochse vor dem Berg. Was machen wir damit? So sind wir nicht. So ist doch keiner. Paulus, was willst du?

2.4 Der Schlüssel seiner Worte liegt in dem kleinen Wort vom Spiegel. Den Menschen in Korinth war dieser Hinweis wohl bekannt, nur aus einem ganz anderen Zusammenhang als wir es ahnen.
Wer damals Kriege gewinnen wollte rund um das Mittelmeer, der brauchte eine Flotte. Und wer die meisten Schiffe hatte, der war dem Sieg am nächsten. Der Stärkste siegt. Doch plötzlich stimmte dies nicht mehr. Und das lag an einem Spiegel. Denn findigen Personen war es gelungen, so große Spiegel herzustellen, dass Sonnenlicht gebündelt die Segel feindlicher Boote in Flammen setzte. Nicht eigene Stärke siegte. Es siegte Sonnenlicht. Die Quelle alles Lichtes machte den Feind zunichte. Durch richtig angesetzte Spiegelung.

2.5 Und Paulus greift zurück auf dieses Wissen. Die Liebe. Was ist sie? Sie ist - jetzt kommt es - ein Spiegelbild. Von was? - Von wem, müsste man besser fragen. Sie ist ein Spiegelbild von dem, der wahres Leben in sich trägt, von der ewigen Sonne, vom Auferstandenen, von Jesus Christus. Die Beschreibung der Liebe wie Paulus sie macht ist eine Biografie von Jesus. ER ist so. Für Liebe können wir hier jedes Mal auch Jesus einsetzen. Schauen wir es uns an.


3.1 … hätte aber die Liebe nicht. - Nichts kann ich von Gehalt sagen, wenn nicht Gottes Wort darin die Wurzel ist. Alles bleibt wie eine lärmende Pauke, ein dröhnender Gong. -
Jesus: ICH rede die Worte Meines himmlischen Vaters.

3.2 … Berge versetzen könnte. - Alles was wir tun darf Gottes Wirken durch uns sein. Wir stehen unter höherem Befehl. -
Jesus: ICH tue die Werke Meines Vaters im Himmel.

3.3 … meine ganze Habe verschenkte. - Unsere Einsatz bis hin zum Ende ist nur dann von Segen, wenn wir es in der Liebe Gottes tun. Sonst bleibt es Selbstbestätigung. -
Jesus: Nicht Mein Wille, Vater, sondern Dein Wille geschehe.

3.4 Die Liebe - Jesus ist langmütig. Die Liebe - Jesus ist gütig. Die Liebe - Jesus prahlt nicht.

3.5 Die Liebe - Jesus trägt das Böse nicht nach.

3.6 Die Liebe - Jesus freut sich an der Wahrheit. Jesus: ICH bin die Wahrheit.

3.7 Die Liebe - Jesus erträgt alles. ICH gebe Mein Leben als Bezahlung für viele.

3.8 Die Liebe - Jesus hält allem stand. Kommt her zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid.

3.9 Die Liebe hört niemals auf. - Jesus: Meine Worte werden nicht vergehen.

3.10 So bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe. Doch am größten unter ihnen ist die Liebe. -
Jesus: Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.

3.11 Jesus, die Lebenssonne, wird hier beschrieben. ER ist die sichtbare Seite der Liebe Gottes. Die leuchtet für uns Menschen. Als Auferstandener zeigt ER sie und lebt in uns. Wie im Spiegel erkennen wir Ihn. Seine Kraft kann so zu unserer werden.


4.1 Paulus fragt nicht, was die Liebe ist. Er sagt, wer sie ist. Liebe ist eine Person: Jesus, der Sohn Gottes. Unser Glaube kann der Spiegel werden, durch den Jesus in unser Leben leuchtet. Sein Licht in uns, Sein Werk in uns, Seine Vergebung in uns, Seine Liebe in uns. Das ist die Antwort der Christen.

4.2 Natürlich bleibt die Liebe damit immer noch natürlich. Sexuelles Begehren, freundschaftliche Beziehung, tiefe geistige Hingabe. Sie bleiben. So wird sich Liebe stets auf Erden zeigen. Doch diese menschlichen Erscheinungsformen werden von der viel stärkeren Kraft durchdrungen: Jesus, der Auferstandene mit Seiner Liebe in uns. ER prägt. ER gibt sexuellen Begehren Rahmen, ER formt Freundschaft, ER prägt Hingabe.

4.3 Jesu Liebe ist ein unendliches Feuer. An dem können wir Anteil haben. Jesu Liebe vernichtet selbst stärkste Hindernisse. Jesu Liebe richtet in größten Nöten wieder auf. Jesu Liebe vergibt die schlimmsten Sünden. Wenn ihr glaubt, sagt Jesus, werdet ihr noch größere Werke tun wie Ich sie tue.


5.1 Freilich stimmt auch, was Paulus sagt: Oft erkennen wir Jesu Liebe nur unscharf. Wir sehen wie in einen trüben Spiegel. Dann ist unser Spiegel nicht gut ausgerichtet. Wir mühen uns. Es wird nicht klar. Uns bleibt nur, auf Ihn zu hoffen und zu vertrauen, dass ER es gut macht.
Doch einmal wird dies anders sein. Dann, wenn wir Ihn ohne Spiegel sehen, ohne irdische Brechung, Von Angesicht zu Angesicht erkennen wir Ihn dann. Glanz der Herrlichkeit. Quelle der Liebe.

5.2 Jetzt bitten wir: Mach uns den Spiegel klar. Lass uns Dein Bild ganz deutlich sehen. Verwandele uns in Dein Bild. Werde groß in uns. Gib uns Klarheit.

5.3 Dann werden wir es einmal sagen können: Wir haben von Deiner Liebe gelebt. Jetzt sehen wir sie direkt. Wir erkennen Dich von Angesicht zu Angesicht. In der Liebe, bei Jesus angekommen. Wir sind am Ziel.


Amen.



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Zuletzt geändert am 03.02.2010 von: (fp)