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Weizenkorn Jesus Weizenkorn Jesus

 <>< Predigt zum
Sonntag Lätare
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 14. März 2010

Weizenkorn Weg

20 Auch einige Griechen waren anwesend - sie gehörten zu den Pilgern, die beim Fest Gott anbeten wollten. 21 Sie traten an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. 22 Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus.
23 Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird.
24 Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.
25 Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.
26 Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.

Johannes 12, 20-26

Liebe Gemeinde!

1.1 Gute Leute ziehen an. Jede Fernsehshow lebt davon. Das war schon immer so.

1.2 Passahfest in Jerusalem. Man kam aus aller Welt zusammen. Religiöser Erfüllung suchte dort die gebildete Welt. Der Götterhimmel der Antike war müde geworden. Man traf sich in Jerusalem. Was gibt's in diesem Jahr Neues? - Ach Jesus. Von diesem haben wir schon Wunderbares gehört. Können wir ihn sehen? - So ging das und so geht das.

1.3 Der Kern des Personenkults ist die Suche nach einem starken Papa oder einer tüchtigen Mama. Wenn schon nicht ich, dann wenigstens ein anderer oder eine andere, mit denen ich groß bin.

1.4 Jesus antwortet auf die Frage nach dem Star. In den Worten des Johannesberichts spricht er aber nicht von Seiner Größe, sondern von Herrlichkeit. Das ist mehr. (23) Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Freut euch. Der Himmel geht auf. Kein Star, die Quelle alles Großen wird zu sehen sein. Lätare, freut euch, sagt deshalb der Name dieses Wochenendes.

1.5 Worin Jesu Herrlichkeit besteht, was Anlass zur Freude sein wird, gibt dann allerdings zu denken. Denn Jesus fährt ganz anders als man erwartet fort: (24) Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt. Das klingt wirklich nicht nach Freude. Verherrlichung und Sterben - geht das zusammen?


2.1 Zunächst einmal. Zu sehen wie ein Samenkorn heranwächst, das ist Freude. Und Herrlichkeit ist kein schlechtes Wort für das Wunder, das jetzt um uns herum entsteht. Die Flächen färben sich in grüner, oft auch gelber Pracht. Und wenn so Blüten und auch Frucht entstehen - dann ist das herrlich. Für uns stimmt das. Doch stimmt es auch für die Pflanzen?

2.2 Das Samenkorn gibt sich auf, damit es wachsen kann. Wenn es bewusst erlebte was mit ihm geschieht, müsste es weinen. Es stirbt. Ein jedes Wachsen ist auch Sterben. Kein Samenkorn verwandelt sich nur so mal zu einer Blüte und wird zu Frucht. Es geht immer durch den Tod.

2.3 Und Jesus meint, nicht nur das Samenkorn erlebt das. Auch Er erfährt es. Auch Er verliert Sein Leben. Auch Er wird sterben. Und dies wird reiche Früchte tragen. Herrliche Frucht. Herrlichkeit durch Verlust Seines Lebens. Gewinn durch Aufgeben.

2.4 Und dann meint Er noch, das sei auch für uns so. (26) Wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wie das?


3.1 Wir begegnen hier dem Wunder der Erlösung Jesu. Die Frucht der Vergebung vor Gott konnte nur wachsen, weil einer da war, der sagte: Her mit der Schuld. Wo sollte sie hin? Jesus nahm sie auf sich. Er wurde das sterbende Weizenkorn. Er kam sinnbildlich in die Erde, wurde ins Felsengrab gelegt. Er starb. Und aus Seinem Tod entstand das neue Leben der Vergebung, das Blühen vor Gott, das Wachsen eines Lebens mit Ihm.

3.2 Was ist aus dem sterbenden Weizenkorn Jesu entstanden? Blüten und Früchte eines Lebens mit Gott. Gaben des Heiligen Geistes und Früchte des Heiligen Geistes.
Früchte: Gottes Liebe im eigenen Leben spüren. - Ich bin Dein geliebtes Kind. -
Freude, die ein Herz erfüllt. - Ich freue mich Herr in Dir. -
Friede höher als mein Denken. - Jetzt Herr machst Du mich still. Ich bin ruhig in Dir. -
Charaktergaben, die nicht unbedingt unserer Natur entsprechen: Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Das alles wächst als geistliches Leben aus dem Sterben Jesu in uns. Das Kreuz Jesu ist kein toter Ast geblieben, es ist ein blühender Lebensbaum geworden.

3.3 Das Weizenkorn stirbt und bringt viel Frucht. Wo? In uns.
Es ist schon merkwürdig, dass wir die grünende Wiese sein dürfen, dass in unserem Leben die neue Farbe der Erlösung leuchten soll. Sein Opfer wird unsere Herrlichkeit. Wir dürfen Früchte sein am Lebensbaum des Kreuzes. Freut euch, sagt Jesus. Das ist der herrliche Sinn Meines Sterbens für euch. - Herrlich nennt Johannes alles, wo der Himmel offen ist. Auch für Gott ist das herrlich. Denn Sein Ziel ist Erlösung. Unsere Erlösung. Sie geschah. Für Sie, für mich und jeden, der sie annimmt.

3.4 Jesu Kreuz bringt reiche Frucht. In jedem, der sich auf den Weg mit Jesus einlässt, zeigt sie sich. Wer den Frieden Gottes für sich nimmt, ist eine Frucht am Stamm des Kreuzes.
Kenne ich diese Gebete: Herr, Du bist meine Vergebung. Du bist meine Hoffnung. Du bist meine Freude. Du bist mein Leben. Du bist mein erstes und letztes zu Hause. Wenn ja, dann bin ich Teil des Weges dieses Weizenkornes Jesu. Er starb, damit ich Gottes neues Leben in mir leben darf. Ich bin auch Frucht am Lebensbaum des Kreuzes. Ich möchte blühen, möchte viele Früchte bringen. Das kommt, weil Er es schenkt und ich es nehme. Das kommt nicht mit jedem Morgen, aber mit jedem Morgengebet.

3.5 So viel zum Sterben des Weizenkornes Jesus und Seiner Frucht in uns.


4.1 Es wäre gut, wenn Jesus es dabei beließe. Er das Weizenkorn - wir die Frucht. Doch das tut Er nicht.
Wie schon erwähnt, meint Er, uns ginge es nicht anders. (25) Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.
Was meint Er damit? Sind wir auch ein Weizenkorn?

4.2 In vielen Punkten nicht. Da wachsen wir direkt. Ein jeder Tag macht uns um einen älter. Sterben werden wir am Ende unserer Zeit. In Raum und Zeit geht alles seinen Weg bis wir dran sind.

4.3 Doch in vielen anderen Punkten sind wir auch wie ein Weizenkorn, wo wachsen anders läuft.
Sind Sie älter geworden ohne Altes zu lassen? Haben Sie jemals eine Krise durchgestanden, ohne Bisheriges aufzugeben? Sind Sie in der Partnerschaft gewachsen ohne Blessuren? Sind Sie mit Kindern und Enkeln ohne eigenes Sterben weiter gekommen?
Nie starb der ganze Mensch. Doch oftmals war es das, was unsere Seele füllt. Das war unser Opfer. Und im Nachhinein: Wie vieles haben wir erreicht, weil wir aufgaben, weil wir nicht geblieben sind, wie wir waren. Sterbende Weizenkörner. Bis heute. Denn wir wissen: Wer hängt verliert. Das sagt uns unser Leben.


5.1 Und folgerichtig wendet Jesus das auch auf das Leben mit Ihm an. Er sagt: Ich kann nur in dir wachsen, wenn du bereit bist, dein eigenes Herz zu leeren. Was deine Seele füllt und nicht zu Mir passt, erstickt Mich. Das muss weg. Es muss sterben. Stattdessen soll von Meiner Liebe viel in dir zur Geltung kommen. Ich möchte Mein Leben in dir entfalten. Kann sterben, was im Weg steht?

5.2 Das ist die Weizenkornfrage im Glauben. Und ohne unser Ja wächst es nicht weiter. Von Schritt zu Schritt führt Jesus uns und prüft unseren Gehorsam.
Sind Sie auf solch einem Weg? Wenn ja, dann ist das Wachsen gegen den Trend des eigenen Herzens. Das ist Weizenkorn Wachsen.

5.3 (25) Wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Mit dieser herrlichen Verheißung ermutigt uns Jesus, den Weizenkorn Weg zu gehen, Ihm zu vertrauen, keine Angst zu haben.
Das Weizenkorn verliert, das stimmt. Und oft tut das sehr weh. Doch das Entscheidende verliert es nicht, nämlich die Frucht des neuen Lebens.
Das trifft auch für den Weg des Glaubens zu. Wer mit Jesus lebt wird manches lassen. Doch das Leben mit Ihm wird bis ins ewige Leben dauern. Was für eine Perspektive, dieser Weizenkorn Weg.


Amen.



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Zuletzt geändert am 12.03.2010 von: (fp)