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 <>< Predigt zum
Palmsonntag
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 28. März 2010

Gesinnt wie Jesus - Kein Palmwedel

5 Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
6 Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;
8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
11 und jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters.

Philipper 2, 5-11

Liebe Gemeinde!

1.1 Beim Einzug Jesu in Jerusalem hat es sicherlich große Träume gegeben. Der Name Palmsonntag erinnert bis heute daran. Stellen Sie sich einmal vor. Zweige in den Händen und auf der Straße als Schmuck, das gab es nur bei dem Einzug eines großen Königs. Und wem Palmzweige nicht genug waren, der zog seine eigenen Klamotten aus und legte sie auf die Straße. Man dachte: Vielleicht, wenn ER über meine Jacke geht, dann fällt Glanz auch auf mein Leben. Palmwege sind eben Königswege.

1.2 Überlegen Sie mal, was müsste geschehen, dass Sie Ihre Jackett ausziehen und auf die Straße legen, damit ein anderer darauf tritt? Das war schon stark, was da mit Jesus geschah. Etwas Großes lag in der Luft. Jeder träumte von einer großen Zukunft - ohne Römer, ohne Krankheit und Not, ohne Zweifel an Gott, ohne, ohne, ohne.

1.3 Wie schnell Träume vergehen. Manchmal werden sie auch durch andere Träume abgelöst. Wir sehen das am Fortgang der Geschichte. Drei Tage später stand die gleiche Menge mit erhobenen Händen vor dem gleichen Jesus. Er trug mittlerweile abgerissene Kleider von der Geißelung. Kreuzige ihn, kreuzige ihn! So schrien sie. Wieder hatte man ihnen einen Traum versprochen. Diesmal einen anderen: Ein Leben in der sicherer Begleitung der traditionellen Religion wie seit Väter Zeiten, unter dem Schutz der mächtigen Römer. Neuer Traum, neues Glück. Was interessiert da die Meinung von gestern.

1.4 Das Beispiel des Palmsonntags zeigt, wie tückisch Hurraschreie seien können. Sie biegen sich wie Palmzweige im Wind. Heute hui, morgen pfui. Heute Hosianna, morgen Kreuzige ihn. Die Welt ist voll von solchen Erfahrungen. Und wir sind vielleicht auch nicht unberührt als Opfer, vielleicht auch gelegentlich als Täter. Palmenwedel haben es in sich.


2.1 Wie gut, dass Jesus anders war. ER scheint sich weder von Hurraschreien in den Himmel heben lassen, noch von den Kreuziget ihn! Rufen vernichten lassen. ER folgte Seinem inneren Weg. Er war nicht abhängig von Zustimmung oder Ablehnung der Massen. Was war das für ein Weg? Es war auch ein Königsweg, aber ein anderer. Wir wollen uns ihn ansehen.

2.2 Wir nennen diesen Weg: Der andere Palmenweg. Von ihm berichtet unser heutiger Bibeltext.


3.1 Unser Text spricht von dem größten Auf und Ab, was wir uns bei einem Weg denken können. Genauer war es ein Ab und wieder Auf, von dem hier berichtet wird.

3.2 Jesus, der Sohn des lebendigen ewigen Gottes, verließ Sein zu Hause bei Seinem himmlischen Vater. ER gab alles auf, was ER hatte. Sein himmlisches Gewand, Seine göttliche Stärke, Seine Macht über Leben und Tod. Es war ein einziger Absturz, wenn man es menschlich formuliert. Nichts hielt Ihn mehr, nichts hielt ER mehr. Weihnachten, Karfreitag. Ab, ab, ab.

3.3 Nur eines nahm ER auf dem Weg nach unten mit: Gehorsam. Was Du, Vater, sagst, das will Ich tun. So wurde ER Mensch.

3.4 Können Sie sich vorstellen, was das bedeutete? Wer viel aufgibt und nicht zerbricht, der weiß was zählt.
Zählten für Jesus die mächtigen Engelchöre mit Ihren mächtigen Hallelujastimmen? - Nein.
Zählten für Jesus die wunderbaren Lichtgewänder der Himmlischen? - Nein.
Zählte für Jesus zu den Mächtigen gerechnet zu werden? - Nein.
Zählte für Jesus der große Kreis der Zuhörer? - Nein.
Was zählte? - Vater, was Du willst, das soll geschehen.
Je kleiner Jesus wurde, je mehr ER herabstieg, desto größer wurde für Ihn Gott. Je mehr ER Seine Möglichkeiten aufgab, desto abhängiger wurde ER von Gott.


4.1 Das ist typisch für den Weg nach unten. Nicht nur für Jesus, auch für uns. Je mehr wir loslassen müssen an eigenen Dingen, desto abhängiger werden wir. Wenn unser Herz immer weniger hat, woran es sich hängen kann, woran machen wir uns fest?

4.2 Gehorsam ist die Schnur nach oben. Jesus hatte nur sie, nur diesen einen Halt. Vater, wie Du willst. Damit ist ER durch alle Halleluja und Kreuzige Schreie hindurchgegangen. Das hielt Ihn fest.

4.3 Als selbst der letzte Halt, die Gottesnähe schwand: Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen? Da blieb doch immer noch dies Zutrauen, dieser Gehorsam: Ich bleibe an Dir. Damit ist Jesus gestorben. Das war Sein tiefster Punkt auf dem Weg nach unten.

4.4 Wenn nur Gott bleibt, dann fällt man auch auf Ihn beim letzten Abstieg. So war Jesus.


5.1 Wir haben in unser Leben so viele Sicherheitsnetze eingezogen, damit wir unabhängig bleiben. Unser Text sagt anderes. Er sagt: Ein jeder sei gesinnt wie Jesus Christus auch war.

5.2 Übe diese Abhängigkeit von Gott. Denn spätestens beim letzten Abstieg gibt es keinen anderen Halt mehr. Deswegen übe es jetzt. Mache dich nicht abhängig von Zustimmung und Ablehnung anderer. Bleibe gehorsam zu Gott. Am Ende zählt nur ER.
Wie gut, wenn das schon vorher deutlich ist in deinem Leben.
So viel zum Weg nach unten.


6.1 Für Jesus war das nicht das Ende. Steil geht der Weg für Ihn danach nach oben. Wie eine Parabel abfällt und dann jäh nach oben weist. Darum hat Gott Ihn erhöht, sagt der Text. Warum? Weil ER gehorsam war, gehorsam bis zum Tod am Kreuz.

6.2 Wer von Gott abhängig wird, hängt auch an Gott. Und hebt Der hoch, dann geht es nach oben. Unweigerlich. Gott setzt sich immer durch. ER bestimmt das Schicksal hier und die Ewigkeit dort.


7.1 Jesu Weg durch Auferstehung, Himmelfahrt und Sitzen zur Rechten Gottes hat viel verändert. In der unsichtbaren Welt, der guten und der finsteren, hört man auf den Namen Jesus. Sein Wort zählt. Seine Gegenwart wirkt. Sein Auftreten zwingt in die Knie. ER hat von Gott die Herrschaft durch Seinen Gehorsam erhalten. ER weiß, was ER hat. Als Mächtigster kann ER mit jeder Ohnmacht und Dunkelheit umgehen. ER weiß, was das ist.

7.2 Daran lässt uns als Seine Jünger Jesus Anteil haben. Wir können beten: Jesus, zeige Deine Herrschaft! Jesus, ziehe heraus aus dieser Not! Jesus, führe einen Weg! Wir vertrauen auf Deinen Sieg.

7.3 Ein jeglicher sei gesinnt wie Jesus Christus auch war. Abhängig von Gott in Ohnmacht, abhängig von Gott im Überwinden. Abhängig in der Tiefe, abhängig in der Höhe. Das war und ist Jesu Weg.


8.1 Sehen Sie, welchen Unterschied dieser Weg Jesus zu dem Palmenwedeln ist. Das Wedeln geht von links nach rechts, und wieder von rechts nach links. Hin und Her. Mal so mal so.

8.2 Und Jesu Weg: Er geht von Oben nach Unten und wieder Hinauf. Das ist eine ganz andere Richtung.

8.3 So kann unser Weg sein: Von Gott zu Gott. Den Königsweg Jesu mitgehen. Ab und Auf - immer im Gehorsam zu IHM. Wir brauchen nicht im Hin und Her stecken zu bleiben. In der Abhängigkeit von unserem himmlischen Vater gilt: Ausgang und Eingang, Anfang und Ende, liegen bei Dir Herr, fülle uns die Hände.


Amen.



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Zuletzt geändert am 25.03.2010 von: (fp)