Deutschsprachiges Evangelisches Pfarramt an der Costa del Sol - online
Startseite

Grußwort

Gottesdienste

Predigten

Predigtplan

Gottesdienste
passiert...notiert...
und Fotos
Veranstaltungen
Wissenswertes
Kontakt und Anreise

 <>< Predigt zu
Quasimodogeniti
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

pdf

Gottesdienst am 11. April 2010

Lebendige Hoffnung für die letzte Reise

3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben
4 und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist.

5 Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll. 6 Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. 7 Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird (eurem Glauben) Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi.

8 Ihn habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude, 9 da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil.

1.Petrus 1, 3-9

Liebe Gemeinde!

1.1 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus. Dieses Wort habe ich oft gesprochen. Es ist Teil der Beerdigungsliturgie der Kirche. Weit mehr als tausendmal habe ich in 36 Jahren einen Menschen beerdigt. Dabei habe ich dieses Wort am offenen Grab oder bei der Aussegnung gesagt. Unvergesslich und markant leben diese Augenblicke in mir.

1.2 Die, über denen ich unser Wort sprach, haben es mit ihren natürlichen Ohren nicht mehr gehört. Sie waren gerade in ihrem Sarg in die Erde gesenkt worden oder liegen tot vor mir. Ich stehe als Pastor am offenen Grab oder hinter ihrem Sarg.


2.1 Viele Augen schauen in einem solchen Augenblick. Es sind Erwartungen, Gefühle, Mächte, die sich auf mich richten. Und in dem allen spüre ich drei unterschiedliche Dinge, die mich gleichsam angucken.

2.2 Die Augen der Lebenden: Werden wir den Abschied schaffen? Können wir uns trennen? Wer füllt die Lücke? Warum? Ich gucke ihnen in die Augen und sage: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus. Unser Predigt Wort. - Können sie es hören? Verstehen sie, dass es kein frommer Themenwechsel ist und keine Ohrfeige für ihre Trauer? Sehen sie, dass Lob auch unter Tränen funktioniert? Protest gegen den Tod: Gelobt sei Gott.
Ich bin einsam bei diesen Worten. Der Tod macht immer einsam. Ich bin nicht allein. Der Herr ist da. Ich sage diese Worte für uns Menschen im Schatten des Todes.


3.1 Dann sind da die Augen des Gestorbenen. Ich sehe sie innerlich vor mir. Sie sind geschlossen. Doch der Tod schaut. Tod ist nicht Trauer. Die bestimmt uns, wenn wir leben und dem Tod begegnen. Der Tod ist ein Loch. Bei uns in Deutschland sinnbildlich das Grab als ein Loch in der Erde. Als Echo auf den Tod entsteht in unseren Herzen auch ein Loch. Die Augen des Todes sind nur ein Loch, mächtig und bestimmend. Vorsicht, dass du da nicht lebendig hereinrutscht.

3.2 Gelobt sei Gott, sage ich zum Tod. Den lebendigen Gott bekommst du nicht. Und das wiedergeborene Leben in einem Menschen bekommst du auch nicht. Sein Wort bestimmt auch dich. - Der Tod wird in die Schranken gewiesen. Seine Macht ist nicht endlos. Gelobt sei Gott. Tod sei still.

3.3 Und ich denke bei diesem Wort an die wundersame Reise, die wir alle einmal antreten, wenn wir hier abtreten. Das ist die erste Wegbestimmung für den Weg durchs Totenreich: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung. Ich spreche diese Worte für die jenseitige Welt, zum Toten. Geh damit, los! Damit kommst du durch. Eine andere Richtung gibt es dort nicht, die zum Ziel führt. Suche Jesus und Sein Licht, alles andere hilft dir nicht.

3.4 Und ich bete noch, dass jetzt hoffentlich klar ist, was es bedeutet: wiedergeboren zur lebendigen Hoffnung. Denn jetzt ist der Konfirmandenunterricht wirklich zu Ende. Im Sarg wird nichts mehr erklärt. Im Jenseits passiert, was ich im Diesseits glaube.


4.1 Und dann sind da noch andere Augen, die mich anschauen. Augen der Ewigkeit, Augen Gottes. Zu Ihnen schaue ich in Freude, wenn ich sage: Gelobt sei Gott!
Merkst du, sagt ER: ICH bin da. ICH habe durch die Wiedergeburt auch für euch einen Platz im Angesicht des Todes geschaffen. ICH ziehe euch hindurch zu mir in Mein herrliches Licht. Das Blut Meines Sohnes hat euch neues Leben geschenkt.
Nein, das fühlst du jetzt nicht. Doch du wirst es einmal schmecken und sehen und erfahren. Vertraue Mir. Sprich sanft. ICH mache es. Der Tod kann nicht siegen.

4.2 Und weiter: Weißt du, dass ICH allen Menschen einen Weg der Liebe zeige. Allen. Doch viele gehen ihn nicht. Sie nehmen ihn nicht an. Selbst Meine Liebe weist ihr Herz zurück. Wo gehen sie hin, wenn nur noch diese zählt? Wie lange müssen sie in Ewigkeit auf ihren eigenen Weg irren? Wie kann ihr Geist dort finden, was er auf Erden von sich wies? - Ich höre, kann nichts sagen.

4.3 In meinem Herzen versuche ich nichts anderes als ein Spiegel Seiner Gegenwart zu sein. Wenn das gelänge. Wenn über dieser Todesfeier doch der unsichtbare Lichtschein Gottes wie ein Strahl der Ewigkeit für alle leuchtete. Nichts selber tun, nur Segen weiterleiten.


5.1 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesu Christi. Das sage ich mit fester Stimme. Doch das Herz ist bei dieser Zeile durch Höhen und Tiefen gegangen. Es hat in die Höhlen der leeren Augen des Todes geschaut und das Licht des Auges Gottes erahnt. Und es sieht die Tränen oder den Schock in den Augen der Trauernden.

5.2 Was für Dimensionen schließt dieses Wort ein. Und wie offen ist unsere Welt durch dieses Wort gerade dort, wo sie zu Ende scheint.

5.3 In einer Hinsicht bin ich schon richtig neugierig auf diesen Augenblick des Durchgangs in die Welt des Herrn.


6.1 Jetzt habe ich Sie ein wenig Anteil nehmen lassen an meiner Erfahrung mit diesem Wort. Doch ich will nicht versäumen, wenigstens noch eine kurze Erklärung hinzuzufügen.

6.2 Das Gotteslob, es lebt in jeder Blüte und in jedem Sonnenstrahl, im Wind und Wasser. Wer es in sich trägt, der sieht es dort.

6.3 Doch dieses Wort lobt Gott nicht wegen Seiner Schöpfung. Es lobt Ihn wegen seiner neuen Schöpfung, wegen dem, was Ostern geschah. Ostern ist Jesus wiedergeboren. ER der erste Quasimodogeniti, das erste neu geborene Gotteskind. ER, dessen Geist immer schon dem Vater gehörte, empfing einen Auferstehungsleib als Erstling der neuen Schöpfung.

6.4 In diesem Leib zählt nicht mehr Leid. Der Tod hat keinen Zugriff mehr. Deswegen halten alle Auferstehungsberichte an dem leeren Grab von Jesu fest. Es soll deutlich werden: Es ist wirklich nicht nur ein Geist, der durchgekommen ist. Es ist eine neue Schöpfung auch des Leibes. Auferstehung des Leibes, wie es früher im Glaubensbekenntnis hieß, richtig ganzheitlich, wie wir heute sagen.


7.1 Wie Jesus vor Seinem Kreuz die Herrschaft Gottes mit allen teilte, so tat ER es auch nach Seinem Sieg über den Tod. Neues Leben teilte ER an Seine Jünger aus. Nehmt hin! ER blies sie an. Wiedergeburt ist für jeden möglich.

7.2 Zuvor hatte ER schon Nikodemus erklärt, wie Wiedergeburt geschieht. Wiedergeboren aus Wasser und Geist, heißt es dort.
Wasser: Das ist die Taufe, die das Opfer und den Tod Jesu annimmt. Herr, Du wäscht mich rein.
Geist: Das ist die Zusage, jetzt bist du Gottes Kind. Herr, Du nimmst mich an.
Wer das für sich akzeptiert, der ist wiedergeboren, wiedergeborener Christ.

7.3 Wir haben noch keinen Auferstehungsleib. Den hatte Jesus vor Seinem Tod auch nicht. Aber in unserem Geist ist ein Teil von Seinem Geist mit diesem neuen Leben. Wir leben in der Hoffnung, dass sich erfüllt, was Jesus uns versprach: Ihr sollt sein wo und wie Ich bin.


8.1 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesu Christ, der uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

8.2 In unserem Geist kennen wir die Freude, "wie neugeborene Kinder" Gottes zu sein. Davon spricht auch der Name unseres Sonntags. Wie schön wird es dann sein, wenn wir die Freude auch in unserem neuen Auferstehungsleib erfahren. Unser Wort sagt: Dies kann eine Perspektive für unsere letzte Reise sein. Was für eine Hoffnung.

Amen.



Zur Startseite      Zum Anfang dieser Seite

Zuletzt geändert am 31.03.2010 von: (fp)