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Kantate
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 1. Mai 2010

Singt Gott im Herzen

12 Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!
13 Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
14 Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.
15 In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!
16 Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade.
17 Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!

Kolosser 3, 12-17

Liebe Gemeinde!

1.1 Das hebräische Wort für loben, singen - barach - steht hinter unserem lateinischen Wort cantare und hinter dem Sonntag Kantate. Es hat eine merkwürdige Bedeutung. Wenn ein Kamel in der Wüste niederkniete, um eine Last zu übernehmen, dann wurde dieses Knien als barach bezeichnet. Im Weiteren heißt es dann Gott loben. Was hat das Niederknien von Kamelen mit dem Loben Gottes zu tun? Wir werden das innerlich verstehen und nachvollziehen können, wenn wir uns klar machen, was Lob Gottes ist.

1.2 Um singen zu können ist es nötig, den Mund auf zu machen. Mit "Mhm Mhm" kommt nichts heraus. Und doch wissen wir, dass dies allein nicht reicht. Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über. Echtes Singen kommt aus dem Herzen. Ausdruck ohne Herz ist blass und arm. Singen kommt von innen.
Wir haben damit ein wunderbares Bild in uns für das Lob Gottes. Auch das Lob Gottes ist blass, wenn es nicht aus einem Herzen kommt. Ebenso braucht es einen offenen Mund, sonst bleibt es stumm. Was heißt das für das Lob?


2.1 Die Bibel lässt keinen Zweifel daran, dass das Lob im Himmel zu Hause ist. Dort schlägt der Herz des Lobes. In den Psalmen (22, 4) heißt es: Gott thront über den Lobgesängen Seines Volkes. Und in der Weihnachtsgeschichte hören wir (Lukas 2, 13.14) Und alsbald war da bei den Engeln die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Wo die Engel Gottes sind ist Lob.
Wir sehen: Es gibt wohl einen himmlischen Gottesdienst, in dem das Lob Gottes lebt. Und immer wieder gibt es Momente, wo der Mund der Ewigkeit sich öffnet und dieses Lob Gottes herauskommt.

2.2 Ein beständiger offener Mund des Lobes Gottes ist die Schöpfung: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes (Psalm 19, 2). Wer es versteht der hört in jeder Blüte und in jedem Sonnenstrahl das Lob Gottes. Franziskus hat uns in seinem Sonnengesang erzählt, wie er das Lob Gottes erlauschte in den Elementen der Schöpfung.
Wenn Sie von der Schönheit der Schöpfung erquickt sind und sie geneigt sind, dies für etwas Göttliches zu halten, dann sind Sie nicht fern davon. Nicht die Schöpfung, der Schöpfer, der im Lob wohnt, hat bei Ihnen angeklopft.

2.3 Doch wir wissen auch, dass vielen Menschen der Mund verschlossen ist. Kummer und Bitterkeit machen stumm. Nichts will mehr heraus.
Und so ist es in der ganzen Schöpfung. Die Sünde bringt das Lob Gottes zum Schweigen. Durch den Sündenfall ist es von Natur aus in uns Menschen erloschen.
Gottes Ziel ist ein ganz anderes. Sein Ziel ist Erlösung: In allen Menschen soll das Lob Gottes wieder erklingen. Auch die Heiden werden IHN loben. Lobt den Herrn, alle ihr Heiden, heißt es in einer Prophetie der Psalmen (Psalm 117, 1). Wie kann das geschehen? Wie kommt das Lob in unsere Herzen, wie aus unserem Mund?


3.1 Das Lob wohnt im Himmel. Es lebt im heiligen Bereich, so sagten wir. Wir haben bei dieser Adresse einen Vertreter, einen, der für uns eintritt und uns dort vertritt. Es ist der Geist Jesu. In allen Visionen des himmlischen Gottesdienstes von Hesekiel 1 über Jesaja 6 und Offenbarung 4 wird ER mit als Thronwächter Gottes bezeichnet. Es ist der Heilige Geist. ER ist im Lob Gottes zu Hause. Durch Jesu Geist haben wir Zugang zu diesem Ort.

3.2 Es ist der Geist Jesu. ER war auf IHM. Jesus selbst sagte: Der Geist des Herrn ist auf Mir ... (Lukas 4, 18-19). Er hat das Lob Gottes auch in Jesus lebendig gemacht, so dass Jesus betete: Vater, ICH preise Dich ... (Matthäus 11, 25). Auch Jesus lebte im Lob Gottes.

3.3 Dieser Heilige Geist nimmt bis zum heutigen Tag das Lob Gottes vom Thron Gottes und transferiert es in unseren Geist. ER nimmt die Freude der Gegenwart Gottes und legt sie in uns. So loben wir Gott aus unserem Herzen: Ich preise Dich, Vater, und freue mich an Dir.
Er nimmt den Frieden im Lob Gottes wahr, der das Zeichen der neuen Schöpfung ist, und legt ihn in uns. So loben wir Gott aus unserem Herzen: Dein Friede, Herr, ist wunderbar. Wir loben Dich. Wundert es, wenn als Frucht vom Heiligen Geist, als Ergebnis in uns, die Freude und der Friede genannt werden (Galater 5, 22 und Philipper 4, 7)? Vieles vom himmlischen Gottesdienst kann jetzt schon in uns leben, sagt die Bibel.

3.4 Die Kirche ist der neue Mund Gottes, nachdem der alte in der Schöpfung oft verschlossen ist. Und Sie und ich sind ein Teil davon. Wir dürfen ein erstes Stück neuer Schöpfung sein. Das Lob Gottes, Anteil an Seiner heiligen Zone, Teilhabe am himmlischen Gottesdienst, ist ein Zeichen dieser neuen Wirklichkeit.

3.5 "Geist der Freude, Heiliger Geist, fall auf uns herab!" Das singt und betet die Kirche. Das ist ihre Bestimmung. Das soll sie sogar vor der unsichtbaren Welt demonstrieren (Epheser 3, 10).
Die Kirche ist der offene Mund Gottes für die heilige Zone des himmlischen Gottesdienstes, für Sein Herz, wo Sein Lob wohnt. "Geist der Freude, Heiliger Geist, fall auf uns herab!" Unser Mund ist offen für Gottes Lob.


4.1 Die Aufforderung zum Lob macht vielen Christen Mühe. Auch jetzt könnte dies passieren, dass jemand denkt. Ach du meine Güte. Jetzt soll ich auch noch Gott loben. Dabei habe ich gar kein Lob in mir.
Und wenn jemand stark ist, sagt er trotzig: Dann bin ich eben ein schlechter Christ!
Und wenn jemand mehr nachgibt, bleibt als Echo ein schlechtes Gewissen: Was bin ich nur für ein schlimmer Kerl! Noch nicht einmal mehr Loben will ich Gott.
Lobe den Herrn! hat schon viel Schaden angerichtet in den Seelen von Menschen.

4.2 Und jetzt sind wir wieder beim barach, beim Knien des Kamels in der Wüste.
Loben ist Niederknien in der Wüste und die Lasten auf sich nehmen in dem Wissen, dass das Ziel Erlösung ist. Einmal ist die Wüstenwanderung zu Ende. Dann legen wir die Lasten ab. Und schon jetzt haben wir den himmlischen Lobgesang davon im Ohr.
Das Ausdrücken ist Lob. Dafür ein offener Mund sein ist Kantate. Es ist die Bestimmung der Kirche.

Amen.



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Zuletzt geändert am 21.04.2010 von: (fp)