Deutschsprachiges Evangelisches Pfarramt an der Costa del Sol - online
Startseite

Grußwort

Gottesdienste

Predigten

Predigtplan

Gottesdienste
passiert...notiert...
und Fotos
Veranstaltungen
Wissenswertes
Kontakt und Anreise

 <>< Predigt zum
3. Sonntag nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

pdf

Gottesdienst am 20. Juni 2010

Zwei Irrtümer und eine Wahrheit

5 Das Ziel der Unterweisung ist Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. 6 Davon sind aber manche abgekommen und haben sich leerem Geschwätz zugewandt. 7 Sie wollen Gesetzeslehrer sein, verstehen aber nichts von dem, was sie sagen und worüber sie so sicher urteilen.
9 und bedenkt, dass das Gesetz nicht für den Gerechten bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Ungehorsame, für Gottlose und Sünder, für Menschen ohne Glauben und Ehrfurcht, für solche, die Vater oder Mutter töten, für Mörder, 10 Unzüchtige, Knabenschänder, Menschenhändler, für Leute, die lügen und Meineide schwören und all das tun, was gegen die gesunde Lehre verstößt.
12 Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen, 13 obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte. Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat. 14 So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte. 15 Das Wort ist glaubwürdig und wert, dass man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der erste. 16 Aber ich habe Erbarmen gefunden, damit Christus Jesus an mir als erstem seine ganze Langmut beweisen konnte, zum Vorbild für alle, die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen.
17 Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.

1. Timotheus 1, 12-17 im Zusammenhang

Liebe Gemeinde!

1.1 Kennen Sie Hymenäus und Alexander? - Nein. Ich auch nicht. Sie sind deshalb wichtig, weil sie den Anlass unseres Textes bieten. Wenig später werden sie erwähnt. Dabei ging es bei den beiden um eine tragische Sache. Sie haben in ihrem Glauben Schiffbruch erlitten (19). Schiffbruch steht da in der Bibel. Das gibt es. Und jetzt schreibt Paulus dem Timotheus, worauf er bei den beiden und überhaupt bei Schiffbruch im Glauben achten soll.

1.2 Kennen wir das? Schiffbruch im Glauben bei uns, bei anderen? Wissen wir, worauf wir da achten müssen, dass nicht alles unter geht?
Das erste Kapitel des Timotheus Briefes nennt zwei Irrtümer und eine Wahrheit. Schauen wir uns die an, damit wir gerüstet sind.


2.1 Der erste Irrtum. Es geht um Lehrer, die nichts von dem verstehen, was sie sagen und worüber sie so sicher urteilen (7). Das finden wir nicht nur in Talkshows oder am Stammtisch, nicht nur in der Politik und in der Schule. Paulus findet es auch in der Kirche wieder.

2.2 - Da spricht jemand von Gnade Gottes. Aber er meint: Es geht gut. Es spricht vom seelischen Empfinden und weiß nichts um den geistlichen Gehalt von Gott.

2.3 - Da feiern wir das Abendmahl als Gemeinschaftsmahl. Wie gut. Und viele geben sich die Hände als Zeichen dieser Einheit. Doch manche meinen, das sei alles. Sie wissen nicht und leugnen am Altar die Einheit mit dem Herrn der Kirche und allen Heiligen der Ewigkeit, die uns unsichtbar mit umgeben.

2.4 - Der Herr ist auferstanden. ER ist wahrhaftig auferstanden. Das ist der Grund für jeden Gottesdienst und Glauben. Jesus lebt, ist hier. Doch viele verstehen unter Auferstehung: Aufstehen. Die Jünger standen damals auf. Sie lagen arg danieder nach dem Ende Jesu. Dann machten sie doch weiter. Und wir, wir können dieses auch so machen. Das ist der Auferstehungsglaube: Aufstehen. - Natürlich ist er das auch. Doch er ist viel mehr. Wenn Jesus selbst nicht lebte, wer zöge mich denn hoch?

2.5 Das alles sind nur kleine Beispiele frommer Worte von mangelndem Gehalt geistlicher Kraft. Es lässt sich auch im Bild ausdrücken. Es sind vertikale Beschreibungen ohne die Horizontale Gottes. Es fehlt, dass beide zusammenkommt wie es im Kreuz geschieht.

2.6 Kennen wir solche Irrtümer? Sie schlagen das Schiff des Glaubens, bis es leck wird. Hymenäus und Alexander waren da wohl Vorbilder. Lehrer ohne Tiefgang.Das ließ sie nicht über Wasser gehen. Das zog sie in die Tiefe.


3.1 Irrtum zwei. Das Gesetz ist nicht für den Gerechten bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Ungehorsame (9). Das Gesetz ist bestimmt für … : Du bist ein Frommer. Du musst. Je mehr du glaubst, desto mehr musst du. Je heiliger desto strenger. Mit der Frömmigkeit steigt die Magensäure. Je mehr in der Kirche je weniger Lachen. Für viele ist es - leider - so. Je gläubiger desto gesetzlicher.

3.2 Nein, sagt Paulus. Wer mehr glaubt, beschäftig sich nicht mehr mit dem Gebot. Das tun die Moralisten. Er beschäftigt sich mehr mit der Gegenwart Gottes. Die Ordnung steht nicht vor der Freude. Die Liturgie nicht vor der Liebe zu Gott. Das Aussehen steht nicht vor der Hingabe an Gott.

3.3 Warum sind Christen oft so gesetzlich? Sind sie im Geheimen doch mehr Moralisten als Hausgenossen Gottes? Lassen Hymenäus und Alexander grüßen? Schiffbruch mit Gesetzlichkeit.


4.1 Pass auf, sagt Paulus. Die Wahrheit zählt. Und Paulus zeigt uns einen Weg, wie es gehen kann. Er nimmt sich als Beispiel.

4.2 Die erste Station für einen Glaubensweg ohne Schiffbruch. Es beginnt mit Kraft. Am Anfang steht: Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat. Ich habe Erbarmen gefunden in meinem Unglauben. Mir ist übergroße Gnade geschenkt. Ich bin dabei, obwohl ich draußen war. Ich bin in den Dienst genommen worden, obwohl ich Ihn verfolgte. Nicht meine Kraft, Seine Kraft macht mich stark. Er wurde meine Stärke: Jesus. Ich bin geliebt, erlöst, erwählt und beauftragt.

4.3 Ohne Kraft treibt jedes Schiff dahin und wird zum Spielball von Wellen und Wind. Kraft schafft Kurs. Im Glauben ist das nicht anders. Es ist die erste Wahrheit eines Glaubenslebens: Er wurde meine Kraft.

4.4 Die zweite Station für einen Glaubensweg ohne Schiffbruch. Kurs halten. Was ist der Kurs? Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten (15). Von ihnen bin ich der erste, sagt Paulus. Bin ich der zweite? Ja. - Sind Sie der zweite? - Wenn wir bei dieser demütigen Haltung bleiben, dann kann der Kurs gelingen. Dann ist Raum da, um das Geschenk der Gnade weiterzugeben. Wir bleiben Vorbilder (16) an Gnade für alle, die in Zukunft an Jesus glauben (16). Das ist ein Kurs, der zum Ziel führt.


5.1 Hymenäus und Alexander. Zwei Irrtümer, die zum Schiffbruch im Glauben führen. Glauben, der nicht in Gottes Gegenwart gründet. Gesetzlichkeit, die Gnade mit Recht verwechselt.

5.2 Dagegen steht die Wahrheit: Meine Kraft ist meine Erlösung durch IHN, Jesus. Nie höre ich auf, geretteter Sünder zu sein. Diese Demut ist mein Boden. Sie macht hoffentlich anderen Gottes Gnade schmackhaft. Das ist der Kurs zum Ziel.

5.3 Und Hymenäus und Alexander? Und alle Schiffbrüchigen im Glauben? Paulus hat für sie eine harte Wirklichkeit. Sie seien dem Satan übergeben (20), sagt er. Ein finsteres, aber oft auch missverstandenes Wort. Der Satan macht nichts Gutes. Er bringt nur Finsteres. Und Paulus sagt: Ich hoffe, wenn sie schon Satan überlassen sind, dass seine Finsternis um sie ein Licht in ihnen aufgehen lässt: Wovon sind wir gewichen! Chance zur Umkehr durch eignen Schiffbruch. Duschen durch Leid, damit die Gottesleugnung abgewaschen wird.

5.4 Wie schön, wenn uns ein solcher Schiffbruch erspart bleibt.


Amen.



Zur Startseite      Zum Anfang dieser Seite

Zuletzt geändert am 16.06.2010 von: (fp)