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Erntedankfest 2010
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 17. Oktober 2010

Heilig leben

1 Im übrigen, Brüder, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener! 2 Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben. 3 Das ist es, was Gott will: eure Heiligung.
Das bedeutet, dass ihr die Unzucht meidet, 4 dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, 5 nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen, 6 und dass keiner seine Rechte überschreitet und seinen Bruder bei Geschäften betrügt, denn all das rächt der Herr, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben.
7 Denn Gott hat uns nicht dazu berufen, unrein zu leben, sondern heilig zu sein. 8 Wer das verwirft, der verwirft also nicht Menschen, sondern Gott, der euch seinen Heiligen Geist schenkt.

1.Thessalonicher 4, 1-8
Lied: Wasser vom Himmel, fließe zur Erde Wasser vom Himmel, fließe zur Erde 1. Wasser vom Himmel fließe zur Erde, du gibst der Schöpfung Wachstum und Kraft.
2. Wasser der Quelle, ströme zum Meer hin; Dir gleicht mein Leben: Mündet in Gott.
3. Wasser der Wüste, brich aus dem Felsen; Gott will dich tränken, Volk auf dem Weg.
4. Wasser aus Heimweh, Tränen, die heilen; Gott lass mich weinen, wasch mein Gesicht.
5. Wasser des Lebens, sprudelnder Quellgrund, Christus, Du Wahrheit, still meinen Durst.
6. Wasser der Taufe, löse, befreie, schenk Deinen Atem, Heiliger Geist.

Liebe Gemeinde!

1.1 Heiliges Leben - wie entsteht das? - Nichts für mich, sagen die einen. Mir reicht es durchzukommen. - Das ist gut verständlich angesichts vieler Nöte, die wir haben und die uns umgeben. Doch mit dem Durchkommen ist es so eine Sache. Unser Leben endet nicht mit dem Sarg, sondern vor dem Angesicht Gottes. Und da ist die Heiligkeit noch das Beste. Sie führt offenen Herzens bis dahin. Sie führt zum Ziel. Deshalb kriegen wir die Frage nach dem heiligen Leben aus guten Gründen nicht so schnell los.

1.2 Ist das nicht etwas für die Auserwählten - fragen die anderen? Schließlich macht die katholische Kirche keinen Hehl daraus, selige und heilige Menschen gehen besondere Wege. Und irgendwann stehen sie auf einer Säule ganz oben. Normale Menschen wie wir gehören nicht dazu. - Gut, dass die katholische Besonderes würdigt. Doch die Bibel würdigt nicht nur die zugegeben herausragenden Glaubensmenschen. Sie spricht von jedem Christen, wenn sie heiliges Leben anspricht. Jeder Gottesdienstbesucher im damaligen Thessaloniki war gemeint. Also heute: Sie und ich.

1.3 Und wie sieht heiliges Leben aus? Die Mystiker haben sich viel mit dieser Frage beschäftigt.


2.1 Katharina von Genua, Zeitgenossin von Luther in Italien, war Tochter des Vizekönigs Fieschi von Neapel. Sie trat nach dem Tod ihres Gemahls in den dritten Orden des heiligen Franziskus und widmete sich der Pflege von Pestkranken.

2.2 In ihrer Schrift nimmt sie das Taufwasser als Bild zur Erklärung heiligen Lebens. Das Wasser der Taufe ist auch Zeichen für unser Leben. Ein Strom sind wir, der von Geburt bis zum Eingang in die Ewigkeit durch die Zeit fließt. Wir entspringen, bahnen uns unseren Weg, vereinigen uns mit anderen, werden zum großen Fluss und münden im unendlichen Ozean. Das ist unser Leben. Und jeder Strom fließt anders. Doch gleich ist bei allen die Frage: Wie kommen wir zum Ziel? Was verhindert das Austrocknen? Wie können wir rein bleiben bei aller Verschmutzung? Wie werden wir zum lebendigen Wasser? Wie gehen wir einmal erfolgreich auf in Gott, dem ewigen Ozean?
(Singen: Wasser vom Himmel …)


3.1 Als erstes können wir aus diesem Bild ersehen: Wo kommt das Wasser, unser Lebensstrom, her? Wasser fließt von oben nach unten, nicht umgekehrt. Man würde lange warten, wenn man denkt: Wasser im Tal kommt irgendwann als Quelle auf dem Berg an. Wer nicht von oben, von Gott her, ständig seine Lebenskraft bezieht, dem vertrocknet sie irgendwann auf dem Weg. Aus dem Leben selbst kommt sie nicht zurück. Ohne die Quellen in Gott ist der Nachschub gefährdet. - Trockene Barancos kennen wir in Andalusien genug. Sie können breit und gepflegt sein. Doch sie sind nur Sammelbecken für gelegentliches Wasser, das sich in sie ergießt. Sie sind kein lebendiger Strom, der Land bewässert.

3.2 Wer seine Quellen in Gott hat lebt heiliges Leben. - Herr, ich nehme meine Lebenskraft aus Dir. Die Kraft meines Körpers. Danke. Die Regungen meiner Seele. Danke. Die Ruhe und Fülle meines Herzens, meines Geistes. Danke. Alle meine Quellen sind in dir. Du gibst und ich lebe. Du teilst aus und wieder fließt mein Lebensstrom. Deine Wassertropfen sind Perlen der Liebe. Aus ihnen darf ich sein. Liebe zu Dir und zu den Menschen. Das ist mein Weg.
Ich freue mich über jeden ruhigen Lauf meines Lebensstromes. Ich stoße an Hindernisse. Ich werde herumgewirbelt. Ich bleibe, was Du in mir bist, in Deiner Liebe. Ich stürze in Abgründe. Ich werde zerschlagen und zerwirbele. Ich kann nur sein, was ich von Dir her bin: Tropfen der Liebe.

3.3 Weil Gott heilig ist, ist auch Leben aus Ihm heilig. Die Taufe lässt dies in uns beginnen. Ein erwachsenes Leben im Glauben hält dies fest und macht es bewusst. Heiliges Leben.
(Singen: Wasser vom Himmel …)


4.1 Das andere. Kein Strom fließt ohne Ufer. Er würde sich in der Breite verlieren wäre da nicht ein Bett. Heiliges Leben fließt in Grenzen. Tritt nicht über das Ufer, möchte man jedem Tropfen sagen. Du zerstörst nur, wirst selbst dreckig, erreichst nie dein Ziel. Das Ufer ist die Grenze der Liebe. Tritt nicht über die Grenze. Verlass nicht die Liebe.

4.2 Wer seine Grenzen von Gott hat lebt heiliges Leben. - Herr, ich nehme meine Grenzen an, in die Du mich weist. Übertrete ich die Grenzen Deiner Liebe? Das ist die Frage, die mich leitet.
Bei meinem Partner, in der inneren und äußeren Treue oder Untreue. Bei meinen Kindern und Enkeln, in meiner Anerkennung und Hilfe für sie. Bei meinen Geschäften, in Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit meines Handelns. Ich nehme Deine Grenzen als meine. In dem Strom will ich bleiben und mich nicht verlieren.

4.3 Quellen aus Gott, Grenzen aus Gott - das ist heiliges Leben. Nicht nur für Säulenheilige. Für Sie und mich. Amen.
(Singen: Wasser vom Himmel …)




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Zuletzt geändert am 05.10.2010 von: (fp)