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Paul Gerhard Paul Gerhard

 <>< Predigt zum
3. Advent 2010
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 12. Dezember 2010

"Wie soll ich dich emfpangen", Evangelisches Gesangbuch 11
Paul Gerhard, Wegbereiter im Advent

Wie soll ich dich emfpangen

Liebe Gemeinde!

1. Lesung: Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin. (Sachaja 9, 9)
1. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

2. Lesung: 12 Am Tag darauf hörte die Volksmenge, die sich zum Fest eingefunden hatte, Jesus komme nach Jerusalem. 13 Da nahmen sie Palmzweige, zogen hinaus, um ihn zu empfangen, und riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels! 14 Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf - wie es in der Schrift heißt: 15 Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt; er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin. (Johannes 12, 12-15)
2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

3. Lesung: 1 Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. 2a Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist. 3 Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! (Jesaja 40, 1-2a. 3)
3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.

4. Lesung: 1a Wach auf, Zion, wach auf, zieh das Gewand deiner Macht an! Zieh deine Prunkkleider an, Jerusalem, du heilige Stadt! 2 Schüttle den Staub von dir ab, steh auf, du gefangenes Jerusalem! Löse die Fesseln von deinem Hals, gefangene Tochter Zion! (Jesaja 52, 1a. 2)
4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.


Predigt 1
1.1 Neben Martin Luther ist Paul Gerhard der bedeutendste deutschsprachige Kirchenliederdichter.
1.2 Vor etwa 400 Jahren wird Paul Gerhardt in Gräfenheinichen in Sachsen-Anhalt geboren. Sein Vater besitzt eine Landwirtschaft und betreibt einen Ausschank. Pauls Mutter stammt aus der Familie eines Superintendenten. Bäuerliche Bodenständigkeit und gelehrte Theologentradition treffen in Paul Gerhardts Herkunft zusammen.
Als Paul 12 Jahre als ist, stirbt sein Vater. Seine Mutter verliert er zwei Jahre später. Er wird Vollwaise. Das wenige Vermögen der Familie lässt zu, dass er auf die Fürstenschule nach Grimma kommt, ein ehemaliges Augustinerkloster. Die knapp hundert Schüler tragen Kutten und sind wie Mönche in einen strikten Tagesablauf eingespannt. Schon dort muss seine Dichtkunst aufgefallen sein. In einem Zeugnis der Schule heißt es: Die hinzugefügten Verslein sind erträglich.
1.3 Von Anfang seines Lebens an erlebt er Verlust und Not. Was ist vor diesem Hintergrund das Erfolgsgeheimnis seines dichterischen Schaffens? Als erwachsene Person schreibt er später:
Unter allen, die da leben, hat ein jeder seinen Fleiß und weiß, dessen Frucht zu geben.
Doch hat der den größten Preis, der dem Höchsten Ehre bringt und von Gottes Namen singt.
Unter allen, die da singen und mit wohlgefasster Kunst ihrem Schöpfer Opfer bringen,
hat ein jeder seine Gunst. Doch ist der am besten dran, der mit Andacht singen kann.
Ehre Gott mit Andacht im Herzen! Wie kann ich das besser zeigen als im Lied.

2.1 Und wie sieht dies zum Advent aus? - Wie soll ich dich empfangen? Mit dieser Frage beginnt Paul Gerhard. Denn diese Frage soll kein Christ vergessen: Warte ich auf den Herrn? Wie erwarte ich Ihn? Wissen Sie es? Kennt Ihr Herz Ihre Antwort, die Sie mit Andacht zur Ehre Gottes vor Ihm ausbreiten können? Können Sie sagen: Herr, ich erwarte Dich.
2.2 Schauen wir, wie es gehen könnte:
Grüne Palmenzweige für Jesus. Man streute sie aus vor Ihm. - Mein Herz soll Dir grünen. In mir wächst Freude über Ihn.
Verlorenes Paradies. 30jähriger Krieg. Sein Heimatdorf ist niedergebrannt. In seiner Dorfgemeinde sterben von 1000 Einwohnern 750 an der Pest. Das Pfarrehepaar übernimmt Patenschaften. - Da bist Du, mein Heil, kommen.
In schweren Banden, gefangen in Not und Zwängen, so fühle ich mich. - Du hebst mich hoch. Deine Gnade bleibt.
2.3 Das sind Glaubensbekenntnisse eines Menschen, der die Gegenwart des Herrn in sich trägt. Er glaubt sie gegen alle Not und Mühe. Er zieht daraus Freude und Kraft. Er singt sie. Und dies Lied wird zum Atem seiner Seele.

5. Lesung: 16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. 17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. (Johannes 3, 16-17)
5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.

6. Lesung: 20 Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir. (Offenbarung 3, 20) 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier.

7. Lesung: 76 Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. 77 Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden.
78 Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, 79 um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. (Lukas 1, 76-79) 7. Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.

8. Lesung: 4 Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. 5 Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. (Jesaja 53, 4-5)
8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden Schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, dass bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil.


Predigt 2
3.1 Aber es steht so viel im Weg. So vieles passt nicht zu dem Glauben, den ich möchte.
3.2 Wie gut Paul Gerhard dies weiß. Wer je als Eltern ein Kind verloren hat weiß um die Not der tausend Plagen und großen Jammerlast. Vier seiner Kinder starben, nur eines überlebt.
3.3 Nun wirbt er, er ringt, er bittet um den Glauben an den Herrn.
ER kommt. Vom Himmelzelt zieht, treibt Ihn die Not, in der wir sind. ER sieht uns, jede Träne.
ER ist schon vor der Tür. Zum Trost, als Labsal steht ER da.
Sorget nicht. Ihr ändert nicht das Schicksal. Sein starker Arm kann es.
Erschreckt nicht. Bei aller Schuld und Not. Erschrecket nicht. Die Lieb und Huld des Herren deckt sie zu.
3.4 Was für ein Mut! Was für eine Hoffnung! Was für eine Stärke. Im Lied gibt er sie uns mit.


9. Lesung: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? 2 Die Könige der Erde stehen auf, die Großen haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten. 4 Doch er, der im Himmel thront, lacht, der Herr verspottet sie. (Psalm 2, 1-2.4) 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick.
Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind.

10. Lesung: 24 Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. 28 Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören 29 und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht. (Johannes 5, 24.28-29)
10. Er kommt zum Weltgerichte: zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal.


Predigt 3
4.1 Jetzt nennt Paul Gerhard noch den Rahmen. Der König der Herzen, Jesus, wird auch der König dieser Welt. In einem Augenblick wird ER erscheinen in Herrlichkeit. ER ist gekommen als Heiland. ER wird kommen als Herr und Richter. ER kommt zum Weltgerichte. Von dannen Er kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten.
4.2 Wer wartet noch auf Seinen Jüngsten Tag? Und wer freut sich so auf Ihn? - Ich, sagt Paul Gerhard. Und es kann jeder mit mir, der den Schrecken der Sünde durch Jesu Vergebung verlor.
Ach komm, ach komm! Da ist das Maranata der Christen. Wir sollten es auf immer in uns haben. Dann sind wir vorbereitet. Und dann nennt er Ihn Sonne. Jesus, o Sonne. Dein Licht wird mich erwarten. Ich freue mich darauf in deinem Freudensaal.
4.3 Wer so Advent erlebt, der sieht in jeder Kerze, die hier leuchtet, ein Freudenlicht.
Und dieses Lied zündet es in uns an.

Amen.

Lied: 11, 1-4 im Wechsel mit Lektor der Bibeltexte, 1 alle, 2 Männer, 3 Frauen, 4 alle
Predigt 1
Lied: 11, 5-8 im Wechsel mit Lektor der Bibeltexte, 5 alle, 6 links, 7 rechts, 8 alle
Predigt 2
Lied: 11, 9-10 alle
Predigt 3



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Zuletzt geändert am 26.11.2010 von: (fp)