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2. Weihnachtstag 2010
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 26. Dezember 2010

Jesus Licht der Welt: ER kommt auch noch heute (EG 5,2)

12 Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.
13 Da sagten die Pharisäer zu ihm: Du legst über dich selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht gültig. 14 Jesus erwiderte ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis gültig. Denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wißt nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. 15 Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen. 16 Wenn ich aber urteile, ist mein Urteil gültig; denn ich urteile nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.

Johannes 8, 12-16

Liebe Gemeinde!

1.1 Als meine Kinder heranwuchsen wurde ich vor der Badezimmertür Zeuge eines kleinen Gesprächs meiner beiden Töchter. Die eine: Ich weiß, wer das Christkind ist. Sie lachte dabei. Die andere: So, wer denn? Die eine: Papa und Mama. Die andere: So. Das sind die aber nicht. Das ist doch Jesus. Die eine: Aber, der kommt doch jetzt nicht auf die Erde. Den sieht man doch nicht.

1.2 Manchmal drücken Kinder aus, was Erwachsene so klar nicht herausbekommen. Was meinen Sie, wie viele Menschen Weihnachten feiern und dabei denken: Jesus. Der kommt doch jetzt nicht auf die Erde. Den sieht man doch nicht. Kindermund tut Wahrheit kund.
Und ich merkte wie wichtig es ist, doch noch Weihnachtsgottesdienste zu halten. Da singen wir schließlich: ER kommt auch noch heute und lehret die Leute (EG 5, 2)... und von Paul Gerhard: Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held ... (EG 36, 2).

1.3 So möchte ich mit Ihnen unseren heutigen Text unter dieser Überschrift betrachten: ER kommt auch noch heute. Und was bedeutet das für mich? Wie kann ich IHN sehen?


2.1 Weihnachten hat mit Licht zu tun. Über den Feldern von Bethlehem gab es die Erscheinung der Engel. Und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, heißt es im Evangelium. Was muss das für ein Strahlen gewesen sein.
Und die Weisen aus dem Morgenland sind einem Stern gefolgt, der ihnen den Weg gewiesen hat. Dieser Himmelsbote muss ein helles Licht gewesen sein. Heute wissen wir, dass es wahrscheinlich die Konjunktion, das optische Zusammentreffen von Jupiter und Saturn gewesen ist. Die Sterndeuter konnten darin lesen, dass ein König geboren würde, dafür stand Saturn, und dieser in Palästina zur Welt käme, denn für dieses Land stand Jupiter.
Und als dieser neugeborene König erwachsen war und die Botschaft von der anbrechenden Herrschaft Gottes verkündete, da stellte ER sich selbst mit diesen Worten vor: ICH bin das Licht der Welt.
Ihn begleitete das Licht. ER war das Licht. Warum Licht? Was ist damit gemeint?

2.2 Wir müssen um das zu verstehen etwas in der Geschichte zurückgehen. Erinnern Sie sich an die ersten Worte der Bibel? Da geht es um die Schöpfung. Und was war die erste Schöpfungstat Gottes? Und Gott sprach: Es werde Licht. Das war das erste unserer Schöpfung. Warum Licht? Ich denke das ist die erste Seite Seiner Liebe, die ER in unsere Schöpfung wob. ER wohnt im Licht, wie die Bibel sagt. Und ER schuf davon als erstes hier auf Erden. Und am Ende wird ER wieder alles erleuchten. Denn der neue Himmel und die neue Erde wird keine Sonne brauchen. Gott selber ist ihr Licht (Offenbarung 22, 5).

2.3 Verdunkelt wird dieses Licht durch unsere Sünde. Gott bleibt Licht, wir und unsere Schöpfung nicht. Dafür gibt es unzählige Belege. Wenn unsere Seele überfallen wird von dunklen Stimmungen, dann sehen wir keinen Ausweg und alles erscheint uns düster. Natürlich gilt das erst recht für unseren Körper. Wenn es stockdunkel wird, dann tappen wir im Dunkeln. Und es gilt auch für unseren Geist. Verliert sich unser Geist in Finsternis, in menschlicher oder auch in geistlicher, dann wächst in uns Zerstörung, Bitterkeit, Verlorenheit, dann ist das Tod selbst wenn wir leben.

2.4 Gott will das nicht. ER will, dass Seine Schöpfung und wir leben. Deswegen durchzieht die Bibel ein ganzer Strom von Verheißungen des Lichtes. Sein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege (Psalm 119, 105). Und wir kennen solche Worte der Verheißung auch für Weihnachten. Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir (Jesaja 60, 1). Ach, wenn doch etwas von Meinem Licht in dieser meiner geliebten Schöpfung erstrahlt. Ach, wenn doch in den Herzen Meiner Kinder neu Mein helles Licht leuchtet. Ach, wenn doch dieser Strom des Lebens sie erreichen könnte. So mag es im Herzen Gottes brennen.

2.5 Am Ende kommt Sein Sohn selbst als Bote dieser göttlichen Sehnsucht nach unserer Errettung auf die Welt. ER stellt sich vor mit den Worten der Selbstoffenbarung Gottes ICH bin, die der Herr für sich selbst bei Mose gebrauchte. Und Sein Sohn sagt nicht mehr nur: ICH bin, der ich bin, wie es damals war. ER geht weiter und sagt: ICH bin das Licht der Welt. Es ist wieder da, das göttliche Licht. Unsere Dunkelheit hat es nicht auslöschen können. Das ist klar. Aber es ist auch wieder bei uns angekommen. ER selbst hat es neu angezündet in Jesus. ER hat uns neu gebracht, was wir stets auslöschen und verlieren: göttliches Leben.
Das erste Wort der neuen Schöpfung Gottes ist gesprochen. ICH bin das Licht der Welt. ER hat es in Jesus angezündet. Die neue Schöpfung Gottes hat begonnen wo Gottes Licht regiert. Jesus ist der Beginn.

2.6 Merken Sie, wofür wir Lichter zu Weihnachten entzünden. Das ist nicht nur Romantik und warme Atmosphäre. Das ist es auch. Doch Gott sei Dank ist es viel mehr.
Es ist das Zeichen einer neuen Welt und Hoffnung, die Jesus brachte: Gott wohnt im Licht. Gott wohnt bei uns. Gott selber hat trotz unserer Gottlosigkeit Sein Licht in uns entzündet. Wir haben Teil an IHM. ER selbst will bei uns wohnen. Sein Licht leuchtet schon in uns.
Die Christen haben diese Botschaft stets damit festgehalten, dass sie in Kirchen Kerzen entzündeten. Siehe. Licht von Gott ist hier. Es ist in unserer Mitte.
Und Christen haben die Erfahrung dieser Botschaft stets mit dem Heiligen Geist verknüpft: Der Herr wohnt in uns. ER lebt. ER lebt auch in mir. Im Mittelalter haben Künstler bei Menschen einen lichten Schein um ihren Kopf gezeichnet. Göttliches Licht. Erleuchtung.
Das hat zu Weihnachten Gestalt in Jesus gefunden. ER ist das Licht der Welt, göttliches Licht der neuen Welt. Das ist gemeint. Weihnachten wird Licht entzündet. Christen verstehen das.


3.1 Als Jesus dieses Wort damals sagte, da befand ER sich in Jerusalem. Und zu dieser Zeit war es üblich, dass zu einem bestimmten Festtag im jüdischen Volk vier große siebenarmige Leuchter auf dem äußeren Tempelhof aufgestellt wurden. Sie symbolisierten die Fülle göttlicher Gegenwart, alle sieben Offenbarungen des göttlichen Geistes hier auf Erden unter uns Menschen. Sie wurden entzündet in der Hoffnung, dass ihr Licht über die ganze Stadt in alle Winkel leuchtet.

3.2 Wenn Sie mal durch die Altstadt von Jerusalem gegangen sind, dann wissen Sie, wie weit dies wunderbare Zeichen reichte. Genau bis zur nächsten Ecke. Dann war es dunkel. Und dort gibt es viele Ecken, wie in unserem Leben.
Kaum sind wir raus aus der wunderbaren Betrachtung dieses Weihnachtslichtes, kommt schon wieder eine Ecke. Und wir stehen im Dunkel. Unser Leben ist wie eine Altstadt. Das ist oft unsere Erfahrung.

3.3 Und vor dieser Kulisse sagt Jesus wahrscheinlich die Worte: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. (12)
Das war Provokation ohne Ende. Wie sollte ER Licht Gottes sein? Und wie sollte Sein Licht weiter reichen als das der heiligen Leuchter? Reicht Jesu Licht bis in die Altstadt?

3.4 Jedes Licht, es kostet. Es zündet an. Doch es verbrennt auch, verzehrt sich, opfert sich. Dies war auch so bei Jesus. Das Opfer Seines Lichtes ließ ER nicht andere bezahlen. ER trug es selbst. Auch in der Altstadt trug ER am Ende selbst Sein Kreuz als Opfer für uns Menschen. Sein Licht reicht bis in jede Dunkelheit, selbst in die Nacht des Todes, selbst in die Totenwelt hat ER Sein Licht gebracht. So weit reicht Jesu Licht. Bis hinter jede Ecke, bis in jedes Loch unseres Herzens.


4.1 Doch eines ist dafür nötig, was wir zum Schluss sehen müssen.
Natürlich hat jeder von uns schon einmal ein Licht angezündet. Wir machen das Streichholz an, wir haben gerade die Brille nicht auf, wir halten es an den Docht. Der brennt nicht. Wir denken, na so etwas. Halten es noch mal hin. Es brennt immer noch nicht. Und dann haben wir uns die Finger verbrannt. Warum brennt es nicht?
Wir hatten nicht die Brille auf und sahen nicht, dass wir nicht nah genug dran waren. Das Feuer sprang nicht über.
Wir müssen nah genug an Jesus ran. Von Herz zu Herz ist wichtig. Sonst brennt Sein Licht nicht in uns. Sonst stehen wir im Dunkel.

4.2 ER kommt auch noch heute ..., das merken wir, wenn wir nah genug an IHM sind. Dann entzündet sich das Licht göttlicher Gegenwart auch in uns. Gönnen Sie sich diese Gegenwart Gottes. Sie macht das Leben hell und schenkt Vertrauen.
Und mit ihr in sich können Sie auch um manche Ecke kommen, die sich sonst als sehr dunkel erweist. Und wenn Sie dann hören: Jesus. Der kommt doch jetzt nicht auf die Erde. Den sieht man doch nicht. - Dann können Sie getrost antworten: Doch. Sein Licht brennt in mir. Und als Zeichen haben dafür haben wir die Weihnachtskerzen angezündet. Siehst du sie auch?


Amen.


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Zuletzt geändert am 05.12.2010 von: (fp)