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Christusbild, Rando, Malaga Christusbild, Rando, Malaga

 <>< Predigt zu
Karfreitag
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Artikel Bildbetrachtung

Gottesdienst am 22. April 2011

Christus am Kreuz

33 Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links.
34 Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich.
35 Die Leute standen dabei und schauten zu; auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.
36 Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig 37 und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
38 Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden.
39 Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!
40 Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
41 Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
42 Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.
43 Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
44 Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde.
45 Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei,
46 und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.
47 Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Das war wirklich ein gerechter Mensch.
48 Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen betroffen weg.
49 Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung (vom Kreuz), auch die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und die alles mit ansahen.


Lukas 23, 33-49

Liebe Gemeinde!

1.1 Neben all dem Schrecklichen der Kreuzigung Jesu gibt es drei Lichtblicke, von denen Lukas berichtet. Dreimal wird Jesus am Kreuz als Heiland erkannt.


2.1 Der erste ist eigentlich der letzte, von dem man es erwartet hätte. Der Verbrecher neben Jesus. Der Schuldige erkennt in Jesus den Unschuldigen. Mehr noch. Er erkennt den Heiland. Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Zum ersten Mal ruft hier jemand den Gekreuzigten um Hilfe an.

2.2 Unzählige Menschen haben es ihm nachgemacht. Herr, erbarme dich. Um Deines Todes willen schenke mir das Leben. Um Deiner Verachtung willen achte mich als Gotteskind. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. Damit will ich vor Gott bestehen, wenn ich zum Himmel werd eingehen. - So betet, wer Jesu Erlösung für sich nimmt. Der Verbrecher neben Jesu war der erste, der dies tat. Der Erste, den der Gekreuzigte rettet.

2.3 Jesus gibt ihm die Zusage vom neuen Eintritt ins Paradies. Heute noch wirst du mit mir dort sein. Mit Mir direkt. ICH öffne die Tür. ICH bin der Weg zum Vater. - Was ist das für ein Segen, in dieser Gewissheit zu leben und zu sterben. Der gekreuzigte Jesus sollte in der Mitte unseres Herzens den Ehrenplatz haben. ER sollte uns so nah sein, dass wir mit der kleinsten Kopfbewegung Ihn sehen können. Ein Blick von Herzen reicht.


3.1 Und Lukas berichtet von dem zweiten Lichtblick. Es ist die Finsternis, die über das Land hereinbrach. Die Sonne verliert ihren Schein von 12 bis 15 Uhr.

3.2 Die Schöpfung reagiert mit dem prophetischen Zeichen der Sonnenfinsternis. Die Sonne als Licht unserer Schöpfung verlöscht. So verlöscht Jesus, das Licht Gottes am Kreuz. Wenn schon die Menschen nicht protestieren so tut es die Natur, der stumme Arm Gottes in dieser Welt. Für drei Stunden verliert sie ihr Licht wie Jesus für drei Tage im Dunkel des Totenreichs wirkt. Und wie mit diesen Stunden die zweite Hälfte des Tages beginnt, so beginnt mit Jesu Erlösung die zweite Hälfte der Heilsgeschichte. - Die Schöpfung Gottes bekommt mit, was Menschen nicht erkennen.


4.1 Der dritte Lichtblick kommt aus dem Mund eines Unberufenen. Gerade der, der die Kreuzigung durchführt, der Hauptmann des Todeskommandos, erkennt als erster: Er war ein Gerechter. Gepriesen sei Gott. Aber ich. Ich habe den Sohn Gottes hingerichtet.

4.2 Und damit steht der Hauptmann in der langen Reihe derer, die erkennen: Meine Sünde hat Jesus ans Kreuz gebracht. Ich habe Ihn mit meinem Unglauben gekreuzigt. Mein Ungehorsam gegen Gott nagelt Ihn dort fest. Ich, ich und meine Sünden.


5.1 Ein Verbrecher, die Schöpfung und der Leiter des Todeskommandos erkennen Jesus am Kreuz als Christus, als Heiland, als neuen Weg Gottes zu uns. Drei Lichtblicke - in der wahrlich finsteren Szene der Kreuzigung.

5.2 Nur drei? Wo sind die anderen? Warum nur die? Und warum gerade solche Menschen, von denen man es bestimmt nicht dachte? Wie einsam Jesus war. - Wo hätte ich gestanden?

5.3 Kenne ich das Gebet: Jesus, denk an mich. Jesus, Gnadensonne. Und: Jesus, du starbst für mich. Stehe ich am Kreuz bei Jesus?

5.4 Die Frage finde ich im Bild von Rando wieder. Dazu wollen wir sein Christusbild betrachten.


Christusbild, Rando, Malaga
Christusbild, Rando, Malaga

6.1 Als expressionistischer Maler hat Jorge Rando stets das Innere des Herzens nach außen dargestellt. Form, Farbe, Ausdruck, alles spricht aus, was mich betrifft.

6.2 Christus ist zu sehen. Doch wie?

6.3 Das Kreuz ist hinter Ihm mit dicken Balken angedeutet. Rot läuft der Pfahl von oben bis nach unten mitten durch ihn durch. Ganz hat er ihn schon in sich aufgenommen. Durchdrungen ist er von dem Opfer. Christi Blut. Grün reicht der Querbalken durch Jesu Schultern. Auch er durchdringt Ihn. Schwer ruht die Hoffnung der Gerechtigkeit von Gott auf Seinen Schultern. Christi Blut und Gerechtigkeit.

6.4 Und dann ist da Sein Kopf. Der Blick gesenkt. Das Haupt gebeugt. Es ist als fiele er nach vorne. Mit schwarzen Strichen ist sein Körperumriss angedeutet. Sehen Sie die Arme? Wo sind sie? Es scheint als seien sie Ihm ausgerissen. Die Arme, Hände, die Er auflegte, mit denen Er geheilt hat, durch die der Segen Gottes floss. Weg. Und kein Arm hält Ihn.

6.5 Aus allem spricht für mich die Einsamkeit von Jesus. Sie hat für mich der Maler Rando in diesem Bild von Christus eingefangen. Wer ist bei Jesus? Keiner. Alleine hängt ER da.

6.6 Erinnern Sie sich an unsere Auslegung? Wer erkennt Ihn? Wer ist bei Jesus?
Auch dieses Bild stellt uns die Frage.


7.1 Doch hängt ER wirklich?
Wir sehen es nicht. Es scheint als fiele er nach vorne, so sagten wir. Steigt ER vom Kreuz herab? Löst er sich los? Kommt ER - zu uns? Tritt ER uns, den Betrachtern, hier entgegen? Will Er hinaus aus diesem Bild, aus diesem Rahmen, uns begegnen?

7.2 Die Bewegung dieses Bildes geht dorthin. Und folge ich dem Eindruck, dann stimmt es mit dem überein, was wir im Text erkannten. Als Christus sucht ER die Verlorenen. Als Heiland will er ihnen begegnen. ER sucht den Schächer, ER sucht die neue Schöpfung, ER sucht den Hauptmann. Und diese finden Ihn. Die ersten drei Lichtblicke.

7.3. So sucht der Heiland in dem Bild auch Sie und mich. Mit Seinem Opfer für uns, mit Seinem Weg zu Gott beugt ER sich mir zu.

7.4 Es ist ein großes Heil, wenn ich auch sagen kann: Herr, angekommen. Du hast mich erreicht.


Amen.


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Zuletzt geändert am 19.04.2011 von: (fp)