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3. Advent
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 11. Dezember 2011

Adventsmusik: Hoffnung - Freude - Friede

4 Und alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben. 5 Der Gott der Geduld und des Trostes schenke euch die Einmütigkeit, die Christus Jesus entspricht, 6 damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einträchtig und mit einem Munde preist.
7 Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes.
8 Denn, das sage ich, Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen Diener der Beschnittenen geworden, damit die Verheißungen an die Väter bestätigt werden. 9 Die Heiden aber rühmen Gott um seines Erbarmens willen; es steht ja in der Schrift: Darum will ich dich bekennen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen. 10 An anderer Stelle heißt es: Ihr Heiden, freut euch mit seinem Volk! 11 Und es heißt auch: Lobt den Herrn, alle Heiden, preisen sollen ihn alle Völker. 12 Und Jesaja sagt: Kommen wird der Spross aus der Wurzel Isais; er wird sich erheben, um über die Heiden zu herrschen. Auf ihn werden die Heiden hoffen.
13 Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben, damit ihr reich werdet an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geistes.


Römer 15, 4-11

Liebe Gemeinde!

1.1 Gesegnete Adventszeit, das wünschen sich viele Menschen in diesen Tagen. Und ein paar besinnliche Stunden dazu.
Und es ist gut, wenn wir uns das gegenseitig sagen. Denn so einfach ist es mit gesegneten Zeiten nicht.
Zum einen: Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Doch angesichts von strahlend blauem Himmel und hellem Sonnenlicht fällt es schwer, feierliche Stimmung zu bekommen. Die warme Sonne draußen - und wir sind dankbar für ihre Strahlen - passt nicht zum Ambiente unserer frostigen Adventszeit, wo man sich um ein warmes Kerzenlicht sammelt.
Und zum anderen: Oft ist die Zeit gar nicht besinnlich. Denn mancher besinnt sich auf seine ungelösten Fragen mit dem Partner und den Kindern. Und dann verschwindet die Besinnlichkeit. Es kocht, es kracht, es gibt verletzende Worte und verletzte Reaktionen auf Anrufe. Der Druck wächst, es müsste doch ganz anders sein. Doch das macht nur gereizter. So fehlt, was man sich wünscht und grüßt: Gesegnete Advent. Satiriker sagen: Es geht vorbei! Doch ernsthaft gefragt: Woher ihn nehmen?

1.2 Advent ist Umkehr, so hatten wir beim letzten Mal gehört. Umkehr dahin, dass Gott uns wieder ansieht. Wir brauchen es, dass ER uns sieht, Sein Angesicht auch über uns neu leuchtet.

1.3 In unserem Text wird das noch einmal deutlich und konkret. Hier wird davon gesprochen, was nötig ist für eine gesegnete Zeit. Was braucht es? Was muss dafür geschehen?

1.4 Wir ahnen schon, dass es nicht die perfekte Geschenkliste ist und auch nicht die ausgefeilte Menükarte. Es ist nicht die schickste Dekoration und auch nicht die neuste Garderobe. Wir ahnen, es ist ein Geschenk von anderer Art.

1.5 Unser Text spricht vom himmlischen Dreiklang: Hoffnung, Freude und Frieden. Diese drei machen es, dass eine Adventszeit gesegnet wird. Diese drei bewahren uns vor den inneren Abstürzen. Schauen wir uns diesen himmlischen Dreiklang Hoffnung, Freude, Frieden an.


2.1 Das muss dem Paulus wie Musik in den Ohren geklungen haben, was er von den Christen in Rom hörte. Es gab sie. Und was taten sie? Sie zankten. Wie schön, dass es in der Welthauptstadt Rom schon eine Gruppe von Christen gab bevor Paulus dorthin kam. Aber warum mussten sie aller Welt zeigen, dass sie nicht eins waren. Musik wohl, doch was für Missklänge.

2.2 Streit entsteht an Alltäglichkeiten, aber er wohnt in Herzen. So auch hier. Die Spaltung der Gemeinde entstand an der Frage, ob ich nun Fleisch oder Gemüse esse. Fleisch oder Gemüse, das war die Frage. Die einen sagten: Ja. Ein Braten gehört auf den Tisch mit oder ohne Gemüse. Die anderen sagten: Nein. Wir versündigen uns nicht. Denn oft ist dieses Fleisch im Sonderangebot nicht gut. Es stammt aus unsicherer Quelle von Opferschlachtungen. Das Fleisch ist gut, doch der Segen darüber falsch. So etwas darf ein Christ nicht essen.

2.3 Und jeder richtete den anderen. Denn meine Richtung muss auch deine Richtung sein. Und Einheit ist, wenn du tust, was ich sage. Wer bist du denn, dass du nicht weißt, dass ich zu sagen habe, was recht ist. Belehrung blühte.

2.4 Auch Paulus spricht von der Belehrung in seinem Schreiben. Doch nicht von unserer, sondern der der Schrift. Worin belehrt uns Gottes Wort? Was bringt Gottes Wort uns bei, wenn wir zuhören?


3.1 Habe Geduld. Gott hat sie auch, sogar mit dir. Und hätte ER sie nicht, so hätte ER schon nach dem Sündenfall mit uns Schluss gemacht. Jeden Tag erträgt ER uns in großer Geduld. - So hab du sie auch.

3.2 Ja, aber wird dann nicht alles schlimmer? - Sei voller Trost. Weine deine Tränen, aber weine sie vor Mir. ICH will dich trösten. Im bitteren Boden wächst kein guter Baum. Sei du zuerst, was du dann anderen vielleicht bringst. Sei getrost. Das ist gut.

3.3 Und das soll etwas bringen? - O ja. ICH bin ein Gott der Hoffnung. ICH habe eine Zukunft für dich, für euch. Und ICH habe eine Zukunft für Mein Volk.
ER: Du sollst ein Mensch der Hoffnung sein. Weil du mit Mir rechnest gibt es immer wieder eine Hoffnung für dich und für die anderen. Selbst wenn es keine Lösung gibt, so gibt es doch eine Hoffnung.

3.4 Was meinst du, wie die Menschen um dich spüren, ob du eine Hoffnung in dir hast. Du bist nicht platt, du hast nicht einfach nur Recht, du bist nicht Mittelpunkt. Mit dir kommt Hoffnung, entsteht Zukunft, eine Chance, ein Licht. Bleibe du geduldig und getröstet, dann will ICH dich zu einem Menschen der Hoffnung machen. Diesen Ton soll die Welt hören.

3.5 So schreibt Paulus. Was für eine Belehrung? Sind wir solche Menschen der Hoffnung? Kehre dazu um sagt Advent. Werde es. Über diesem Ton der Hoffnung entsteht der Dreiklang von Advent.


4.1 Der zweite Ton, der in uns Advent werden lässt. ER erfülle euch mit aller Freude (13).

4.2 Wenn Sie mal richtig in sich reinlauschen, dann mag es sein, dass Sie wie in einen tiefen Brunnenschacht horchen. Ein Teil daran ist stets beängstigend, denn es wird immer dunkler je tiefer der Schacht reicht. Der andere Teil macht neugierig. Was ist da unten? Als Kind haben wir das Bedürfnis, einen Stein hineinzuwerfen.

4.3 Der Glaube vergleicht seine Tiefenwirkung mit dem Wasser: Wer an Mich glaubt, sagt Jesus, von dem werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Und: Wer von dem Wasser trinkt, das ICH ihm geben werde, den wird nimmermehr dürsten. Du bist getauft mit Wasser auf Meinen Namen. Lass Dein Lebenswasser fließen, Herr.

4.4 Es ist eine große Freude, nach der Zeit der Trockenheit hier in Spanien, in den Bergen wieder die ersten Quellen sprudeln zu sehen. Es ist eine große Freude, Menschen zu sehen, in denen das Wasser des Lebens sprudelt. Es ist eine Freude, im Brunnen des eigenen Lebens auf die Freude des Lebens zu stoßen. Es ist eine Freude.
ER: Du wirst durch die Fluten getragen. Du wirst für andere zur Quelle. ICH selbst stille deinen Lebensdurst. Das ist deine Freude. Die Bibel sagt: Dein Mund kann Ihn preisen (6).

4.5 Kehr dazu um, wenn das in deinem Brunnenschacht noch anders ist, sagt dir Advent. Die Tiefe Seiner Freude in dir - das ist der zweite Ton der Freude vom Dreiklang des Advents.


5.1 Der letzte Ton des Dreiklangs ist der Friede. Er ist die Frucht, die wächst, wenn Hoffnung und Freude gelebt werden, wenn diese anderen Töne in uns klingen. Wenn Frieden unter Menschen entsteht ist das immer ein großes Wunder.
Denn Frieden ist ein Geschenk von oben. Sehen wir nicht darauf ist er bald weg.

5.2 Er verlässt uns bald, wenn wir nicht in Hoffnung und in Freude unseren Weg machen. Der kleinste Anlass reicht dann, der kleinste Störenfried: Schwupp. Der Friede ist weg. Es braucht viel mehr Kraft, dem Frieden Raum zu geben als dem Streit. Und es braucht viele Menschen für den Frieden, für den Unfrieden benötigt man nur einen oder eine. Das reicht.

5.3 Weil Frieden so gefährdet und empfindlich ist darfst du ihn nie bei anderen Menschen suchen. Darauf weist Paulus ständig hin. Du darfst ihn nicht von anderen erwarten. Du musst ihn hinbringen. Wird er zerbrochen, räume die Scherben weg. Bringe ihn neu. Wenn dann der andere auch noch Frieden bringt, dann breitet er sich aus.
Werde niemals müde, Diener des Friedens zu sein. Und das gilt auch im Krieg.

5.4 Wo kommt der Frieden her?
Der Herr schenkt ihn. ER füllt den Frieden in uns ein. ER gibt ihn uns von oben. So kennen Christen das Gebet: Herr, erfülle mich mit allem Frieden im Glauben (13).

5.5 Sind wir solche Diener des Friedens? Klingt dieser letzte Ton des Friedens auch in uns?
Advent heißt, dazu umzukehren.
Herr, gib mir heute Deinen Frieden. Gib ihn mir jetzt. Stoßgebete sind erlaubt.
Und hier im Gottesdienst: Der Friedensgruß steht ganz am Anfang. Der Zuspruch Seines Friedens im Segen ganz am Schluss. Ich darf das für mich nehmen.


6.1 Jetzt haben wir den Dreiklang: Hoffnung, Freude, Frieden.
Es sind drei zarte Töne. Doch wo sie klingen, da entsteht eine gesegnete Adventszeit. Stimmen wir uns darauf ein, dann brauchen wir uns um die restliche Adventsstimmung nicht zu sorgen. Sie wird kommen. Und Geschenklisten und Menükarten, Dekoration und Garderobenfragen können uns dann nicht mehr die Freude rauben.

Amen.


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Zuletzt geändert am 09.12.2011 von: (fp)