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 <>< Predigt zum Weltgebetstag 2012
von Prädikantin Sonja Schäfer

(Rückmeldung oder Frage an
Prädikantin Sonja Schäfer)

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Predigt am 4. März 2012

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia

Liebe Gemeinde,

"Steht auf für Gerechtigkeit!"

Wir haben im heutigen Gottesdienst viel darüber gehört, wie man sich einsetzen kann für Gerechtigkeit.

Alles großartig ... aber auch wir möchten uns gerne einsetzen für Gerechtigkeit und sind erst einmal sicherlich ratlos, bei solch großen Vorbildern.
Heute möchte ich ihnen ein Beispiel davon erzählen, wie wir alle ganz klein damit beginnen können.

10 junge Menschen aus Iserlohn, alle aus einem sozialen Brennpunkt, viele mit Migrationshintergrund und aus den unterschiedlichsten Religionen wurden von meinem Schwager, dem spanischen Maler Jorge Rando für eine Woche nach Málaga eingeladen. Jetzt fragen sie sich sicherlich, wieso ... Die Antwort von Rando, Zitat: " Ich wollte von dem etwas zurückgeben was ich selbst bekommen habe." Rando wollte diesen jungen ein anderes Leben zeigen, mit ihnen arbeiten, ihnen deutlich machen was man erreichen kann, und dass jeder Mensch auf dieser Welt wertvoll ist, ganz gleich welche Hautfarbe er hat oder welcher Religion er angehört.

Auch wir, mein Mann und ich, durften die jugendlichen in dieser Zeit täglich begleiten. Persönlich war ich sehr beeindruckt, merkte aber bald, dass ich emotional an meine Grenzen stieß. Die einzelnen Schicksale, wie Flucht aus dem Iran, Prostitution, Verfolgung des Glaubens wegen, Misshandlung und Missbrauch, Drogenabhängigkeit, schwere Körperverletzung usw. haben mich zutiefst bewegt und meine Toleranzgrenze noch einmal angehoben.

Wir alle durften dabei erleben, wie Welten verschmolzen sind, Gräben verschwanden und Hürden unsichtbar wurden.
Die Gruppe wurde zu einer Gemeinschaft. In vielen Einzelgesprächen war deutlich spürbar, die jugendlichen ließen sich motivieren. Eine große Überwindung war es für die muslimischen jungen Menschen, als sie hier in El Angel, in einer christlichen Kirche, aktiv an einer Darbietung teilzunehmen.

Aus dem erlebten Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt entstand ein Segenskreis, indem man einander inspiriert und annimmt.

Die Jugendgruppe wird diesen Weg weitergehen, hierzu ein Zitat des mitgereisten, für die Gruppe verantwortlichen Sozialpädagogen:
"Uns ist es noch wichtig zu erwähnen, welchen Einfluss die Reise nach Málaga auf die jugendlichen und uns Mitarbeiter, aber auch auf die Jugendarbeit in Iserlohn hatte. Die Zeit in Andalusien hat dazu geführt, dass die Grenzen, das was uns voneinander getrennt hat, überwunden werden konnte.
Es sind Freundschaften entstanden, die die Atmosphäre und den Umgang im Chekpoint (so heißt das Jugendzentrum in Iserlohn) mehr als positiv prägen. Nur deshalb können wir die jugendlichen auch zu neuen Projekten motivieren.
Der intensive Kontakt untereinander macht es möglich, an gemeinsamen Zielen zu arbeiten, und den Weg dorthin auch gemeinsam zu gehen."

"Steht auf für Gerechtigkeit"

Liebe Gemeinde, stehen auch sie auf für Gerechtigkeit, ganz gleich wie schwer der Anfang ist, ganz gleich wie gering die Erfolge sind, es lohnt sich trotzdem.


Amen.



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Zuletzt geändert am 05.03.2012 von: (fp)