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 <>< Predigt zu Quasimodogeniti
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 15. April 2012, Quasimodogeniti

Taufe - drei Kalorienbomben

12 Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat.
13 Ihr wart tot infolge eurer Sünden, und euer Leib war unbeschnitten; Gott aber hat euch mit Christus zusammen lebendig gemacht und uns alle Sünden vergeben.
14 Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat.
15 Die Fürsten und Gewalten hat er entwaffnet und öffentlich zur Schau gestellt; durch Christus hat er über sie triumphiert.


Kolosser 2, 12-15

Liebe Gemeinde!

1.1 Wohl keiner erinnert sich von uns an seine eigene Taufe. Sie wurde in der Regel an uns vollzogen als wir noch Babys waren.
Die alte Tradition hielt fest, dass die christliche Taufe die jüdische Beschneidung ablöste. Beide sind das Zeichen der Zughörigkeit zum Volk Gottes: Die Beschneidung zum ersten Volk der Juden, die Taufe zum zweiten Volk Gottes, der Kirche. Und weil die Beschneidung am 8. Tag vollzogen wurde geschah in alter Tradition auch die Taufe um den 8. Lebenstag.

1.2 Noch immer ist die Taufe als Babytaufe verbreitet. Wenn sie im Jugend- oder Erwachsenenalter vollzogen wird, dann stehen oft zwei Argumente im Hintergrund. Weniger frommen Menschen sagen: Meine Kinder sollen selbst entscheiden können. Und fromme Menschen sagen: Meine Kinder sollen selber glauben können, was im Babyalter noch nicht möglich wäre. Über dieser Meinung entstand die christliche Freikirche der Baptisten.

1.3 Dass die Jesusliebe, für die ich mich selbst entscheiden muss, für meinen Glauben wichtig ist, das ist unbestritten. Deswegen betonen beide Argumente Richtiges. Dennoch habe ich stets von ganzem Herzen auch Babys getauft. Warum?

1.4 Ich bin der Meinung, dass der Glaube bei Babys bereits beginnt. Wann soll er denn sonst anfangen? Mit 3 Jahren, wenn Kinder beginnen, Ich zu sagen? Mit 6 Jahren wenn sie selbständig auf einem Bein stehen können? Mit 10 Jahren wenn die Kindheit endet und Verstehen von außen beginnt? - Glauben beginnt im Geist. Und den bringt ein Baby mit wenn es geboren wird. Und den gibt ein Mensch zurück, wenn er stirbt und seinen Körper verlässt. Und Taufe geschieht an unserem Geist - je früher desto besser. Denn in unserem Geist kann Glaube Kraft entfalten, dass unsere körperliche und seelische Entwicklung, was wir fühlen, fantasieren, denken und später auch entscheiden, von Gottes Kraft geprägt wird.
Babys glauben, weil sie Geist haben. Deswegen kann ich sie taufen. Und ich hoffe und arbeite daran mit, dass daraus ein Kinderglaube, Jugendglaube, Erwachsenenglaube, Väter- und Mütterglaube, Seniorenglaube, Weisheitsglaube erwächst.

1.5 Ich bin auch der Meinung, dass es nicht schlau ist mit der Taufe zu warten bis die Kinder selber sagen: Ich will getauft werden. Warum?
Ich spreche ja auch mit meinen Kindern, bevor sie zu mir sagen: Sprich doch mit mir. Ich gebe ihnen auch zu essen, bevor sie mir sagen: Papa, ich will Pommes. Ich bin auch zärtlich zu ihnen, bevor sie mir sagen: Gib mir einen Kuss.
Wenn ich mit dem allen warten würden bis sie mir sagen: Ich will! - dann würden sie es nie sagen, weil sie in der Zwischenzeit gestorben wären. Dadurch dass ich mit ihnen spreche, ihnen Nahrung gebe, zärtlich zu ihnen bin, nur dadurch wächst ihre Fähigkeit, zu sprechen, zu essen und zu fühlen.
So ist es mit dem Glauben. Die Fähigkeit zu sagen: Ich will glauben! erwächst nur dadurch, dass ich ihnen Glauben beibringe. Und wächst der, dann ist es später möglich, Entscheidungen im Glauben zu vollziehen: Ja, ich will. Nein, ich will nicht. Denn wo nichts ist, da kann auch nichts entschieden werden.
Damit Menschen im Glauben nicht verhungern habe ich mit der Babytaufe begonnen. Ihr Geist soll Nahrung haben. Und ich habe den Eltern aufgezeigt, wie sie mit ihren Babys beten können, wie sie mit ihnen singen, sie segnen, ihnen biblische Geschichten erzählen können. Körper, Seele, Geist - sie alle brauchen Nahrung, damit wir nicht verarmen und verhungern. Die Taufe gehört zur Geistesnahrung. Deswegen habe ich frohen Herzens Babys getauft.

1.6 Ich schicke diese Überlegungen vorweg. In unseren Familien haben wir immer wieder damit zu tun. Soll überhaupt getauft werden? Und wenn ja wann? Ist es nicht besser wir verschieben? Dann können sie selbst entscheiden. So ist zu hören. Was sagen wir dazu als Oma, Opa, als Angehörige und Freunde? Ich habe meine Meinung dazu deshalb entfaltet: Taufe ist Geistnahrung. Unsere Kinder brauchen Nahrung, für den Körper, die Seele und für den Geist. Wer wollte seinen Kindern nicht bei allem das Beste als Nahrung geben?

1.7 Die Taufe ist das Beste für den Geist. Wieso sie das Beste ist, was wir haben können, davon spricht unser Bibeltext.
Die drei großen "Kalorienbomben des Glaubens" in der Taufe. Was pflanzt sie in unseren Geist?


2.1 … ihr (wurdet) in der Taufe begraben (12). Begraben. Was für ein Wort. Wir erwarten Zuspruch und Mut für das neue Leben und hören von Tod und Begräbnis. Und das als erste Tauf-Gabe? Das soll Nahrung sein? Das soll Neugeborenen in die Wiege gelegt werden? Damit hört doch Leben auf und fängt nicht an.

2.2 Es ist erstaunlich, dass hierin die Taufe der Beschneidung ähnelt. Kennen Sie die Botschaft der Beschneidung an der Vorhaut? Neben hygienischen Gründen bedeutet sie: Dir ist in deiner Fruchtbarkeit als Mensch die letzte Spitze abgeschnitten. Du baust keinen Turm zu Babel. Du bist nicht Gott. Du arbeitest mit. Doch der Erste und der Letzte ist der Herr. - Was für eine Botschaft. Sie nimmt die Allmacht von uns Menschen. Und entlastet. Wir pflügen und wir streuen … doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand. ER segnet. Nicht wir.

2.3 Mit dieser Botschaft unserer Begrenzung schickt die Beschneidung und die Taufe uns ins Leben. Und in der Taufe wird es noch deutlicher gesagt. Der Tod umgibt uns vom ersten Augenblick des Lebens. Ein jeder Tag ist Segen, kein Verdienst. Das Glück des Lebens hat eine geistliche Quelle. Sie sprudelt mit der Taufe in mir: Herr, ich kann Danke sagen. Ich darf sein. Ich lebe. Das schenkst Du mir.

2.4 Ich bin getauft: Leben - nicht tot sein ist mir geschenkt.


3.1 In unserem Wort geht es nicht nur allgemein um Tod als Beschneidung unseres Lebens. Unsere Taufe ist an Christus festgemacht. Mit Christus begraben (12), so heißt es hier.
Mit Christus. Diese Botschaft ist nicht nur der Dämpfer unseres Ich-bin-der-Größte-Wer-sonst. Sie sagt auch, wie wir diesen Irrsinn aus unserem Leben wegbekommen.
Dafür ist Christus gestorben. ER sagt: Weg mit der Sünde. Sie stirbt in Meinem Tod. - Was uns umbringt, brachte Ihn um. Was uns tötet, tötete Ihn. Was uns Gott raubt, das raubte Ihm das Leben. Es starb in Seinem Tod. Das ist Erlösung. ER für mich.

3.2 Das schenkt mir die Taufe. Das ist die zweite Tauf-Gabe: Du bist erlöst. Das schenkt mir Jesus: ER hat was mich bedroht, zerstört auf sich genommen. ER starb. Und mit ihm ich, in allem was mich von Gott trennt.

3.3 Bei einem kleinen Baby mag das noch nichts sein. Doch wenn dies wunderbare Geschenk Erlösung mitwächst und in mir ist, was für ein Reichtum. Das Leben wird noch oft genug danach verlangen, dass ich erkenne und mich daran halte: Ich bin erlöster Christ. Ich kann es von den ersten Tagen meines Erdendaseins über mein Leben schreiben:

3.4 Ich bin getauft auf die Erlösung Christi.


4.1 Die dritte Tauf-Gabe geht in die Zukunft. Wie Christus von den Toten auferstanden ist, so sind auch die auf Ihn Getauften auferweckt. Mit ihm (wurdet ihr) auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes (12). Ihr wurdet, steht dort. Auferstehungskraft in uns, den Getauften.

4.2 Sicherlich ist damit auch gemeint, dass wir durch Gottes Gnade einmal auferstehen werden. Wie Jesus zu Ostern auferstand, so werden wir nach unserem Tod mit Ihm in einem neuen Auferstehungsleib dann leben.

4.3 Doch diese Hoffnung ist nicht nur für unser Ende hier auf Erden wichtig. Wenn diese Auferstehungskraft von Jesus schon jetzt in unserem Geiste durch die Taufe lebt, dann ist das eine großartige Ressource. Mit ihr können wir das Leben mutig anfassen. Mit ihr können wir in dunklen Augenblicken Hoffnung schöpfen. Mit ihr können wir nach vorne sehen ohne Angst.
Und was das Schönste ist. Wir können Jesus selbst, den Auferstandenen, in unserem Herzen anrufen. ER ist bei uns. Herr, rede, sprich zu mir. Komm, hilf mir, greife ein. Herr, Deine Auferstehungskraft, lass davon einen Funken in mein Leben blitzen. Herr, Du bist groß. Ich ehre Dich im Glauben.

4.4 Ich bin getauft: Du, Herr lebst selbst in mir als Auferstandener. Danke.


5.1 Drei Mal Nahrung für den Glauben. Es könnten Kalorienbomben sein, so wertvoll sind sie.
Ich brauche nicht der Größte sein. Ich bin stattdessen erlöst. Ich habe meinen Herrn in meinem Herzen als Auferstehungskraft.

5.2 Für viele sind das Diätportionen. Was soll das sein? Stillt das den Lebenshunger? Kann ich davon leben? -
Und ob. Sie machen unseren Geist gesund, reich und hell. Und sie geben uns das Wichtigste auf Erden, was wir brauchen: Erfüllung.
In diesem Sinne lassen Sie uns über unsere Taufe freuen.


Amen.

Wasser vom Himmel fließe zur Erde



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Zuletzt geändert am 26.03.2012 von: (fp)