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 <>< Predigt zu Exaudi über Himmelfahrt
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 20. Mai 2012, Exaudi über Himmelfahrt

Himmelfahrt - die neue Stellung

4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von Ihm, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern vor seinem Thron 5 und von Jesus Christus;

ER ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde. ER liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut; 6 ER hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.

7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, amen.
8 Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.


Offenbarung 1, 4-8

Liebe Gemeinde!

1.1 Für viele ist "Himmelfahrt" mit der Kinderfrage verbunden: Mama, wo ist der Himmel?
Oft heißt die Antwort: Ach weißt Du, genau weiß das keiner. Der Himmel ist ganz weit weg: Weit, weit.

1.2 Jugendliche drücken dies meist deutlicher aus. Sie fangen an zu rechnen.
Nehmen wir an, Jesus wäre mit der größten denkbaren Geschwindigkeit des Lichtes von der Erde zu Himmelfahrt gestartet. Wo wäre ER jetzt im Jahr 2012?
Wissen Sie es? ER wäre noch nicht beim ersten Fixstern unserer Milchstraße angekommen. ER verließ gerade unser nächstes Sonnensystem neben uns, mit Lichtgeschwindigkeit.


2.1 Dass der Himmel hier ist und nicht in unendlicher Ferne, das ist für viele eine unfassbare Botschaft. Dass der Himmel offen ist und Jesus die Tür, ist für viele völlig neu. Das christliche Abendland hat diese Botschaften schlichtweg vergessen.

2.2 Nicht Entfernungen an Kilometern trennen uns vom Himmel, sondern die Entfernung von Gott, unsere Sünde.

2.3 Jesus nahm unsere Stelle als Sünder ein. Und wir erhalten Seine Stellung als Kinder Gottes und damit Zutritt zum Himmel. Was für eine zukunftsweisende Botschaft!

2.4 Jesus war der erste Mensch, der von der Erde aus in den Himmel einging. Nach dem Sündenfall ist das die Wiedereröffnung des Paradieses. Im Weihnachtslied heißt es so: Heut schleußt ER wieder auf die Tür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr davor. Gott sei Lob Ehr und Preis.
Himmelfahrt ist das wieder eröffnete Paradies. Himmelfahrt Jesu war die Heimkehr des Ersten.


3.1 Nun könnte man sagen: Das ist schön für Jesus. Aber was habe ich davon? Nun, jeder Schritt im Leben Jesu ist auch ein Schritt für unseren Glauben und den Seiner Kirche.
Deswegen wollen wir jetzt darauf schauen und fragen: Himmelfahrt Jesu - was ist das für uns?
Unsere Text gibt auch dazu Auskunft. Er spricht erst von Jesus und dann von uns.

3.2 Unser Wort steht am Anfang der Offenbarung des Johannes. Womit beginnt sie? Sie beginnt mit der Himmelfahrt Jesu. Wo die Evangelien aufhören fängt er an. Wie Lukas mit Windeln, Krippe und Stall beim irdischen Jesus anfängt, so beginnt Johannes mit der Vorstellung des himmlischen Jesu. Wie ist ER jetzt?
Und so sieht Johannes Jesus in der ewigen Welt. Hier sind es drei Merkmale.


3.3 (1) ER ist der treue Zeuge (5), sagt Johannes. Was bezeugt ER? Gottes Liebe. Sie ist wie die Sonne. Sie ist immer und überall da. ER bezeugt die Liebe des Vaters.
Und durch Seinen Heiligen Geist lässt ER diese Botschaft immer wieder neu in unsere Herzen fließen.
Der Ankläger tritt auf. Wo gibt es etwas an diesem Christen, was für den Himmel reicht? - Etwas?, fragt der treue Zeuge. Alles zählt. Ich stehe dafür ein. Um meinetwillen. ER bezeugt unsere Gotteskindschaft.

3.4 (2) ER ist der Erstgeborene von den Toten (5). So nennt Ihn Johannes als zweites. Welche Erstgeburt besitzt Jesus?
ER ist der erste nicht nur auferstandene Mensch. ER ist der erste Mensch, der in der Ewigkeit lebt. Andere leben dort als Tote, ER als auferstandener Mensch.
Damit ist ER der neue Adam wie die Bibel sagt. Der alte Adam, das sind wir. Unser Leben währt siebzig Jahre und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig. Und wenn es köstlich gewesen ist, dann ist es Mühe und Arbeit gewesen. Denn es fährt schnell dahin als flögen wir davon.
Doch Jesu neues Leben ist Leben in Ewigkeit. ER wird vorgestellt als der, der das schon hat, was wir als Kinder Gottes noch bekommen werden.

3.5 (3) Und noch etwas erwähnt Johannes bei dem, wie er Jesus nach Seiner Himmelfahrt vorstellt. ER sei der Herrscher über die Könige der Erde. Jesus Christus herrscht als König, was ist damit gemeint?
Angefangen hatte es mit der Verkündigung Jesu von der Herrschaft Gottes: Sünde geh. Und sie ging. Krankheit verschwinde. Und Heilung breitete sich aus. Sturm sei still. Und Ruhe entstand.
Seit der Himmelfahrt erweitert sich die Herrschaft Gottes auf die sichtbare und unsichtbare Welt. Jede unsichtbare Macht ist Jesus untertan. Im Namen Jesu weichen Mächte der Finsternis.
Aber auch in der sichtbaren Welt gilt Jesu Wort. Wenn ER spricht, dann ändern sich politische Umstände. Wenn ER es fügt, dann wandeln sich die Reiche dieser Welt. Deswegen beten Christen für Politiker.
Die alte Kirche nannte Jesus deshalb den Pantokrator. Und sie stellte Sein Bild in die Kuppeln der Kirchen.

3.6 Wer ist Jesus für uns? Seine Stellung: (1) Der treue Zeuge, (2) der neue Adam, (3) der Pantokrator.
Wenn das bei der Himmelfahrt herausgekommen ist, dann hat es sich für uns schon gelohnt. Wenn wir uns auf diese Seite unseres Herrn stützen und verlassen können, dann sind wir reiche Kinder Gottes.


4.1 Doch es ist längst nicht alles. Johannes berichtet von mehr. Kaum ist der Herr in der Ewigkeit, hat ER auch uns, Seine Kinder, zu etwas Neuem eingesetzt. Die Gewissheit unserer Erlösung ist nicht das Ende eines Glaubensweges, sondern erst der Anfang. Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten, sagt ER. Wie?

4.2 Wir haben einen Auftrag als Könige und Priester vor Gott. Das ist unsere neue Stellung. Was ist damit gemeint?


5.1 Könige stehen im Namen ihres Landes vor aller Welt.
Christen stehen im Namen ihres Gottes vor allen Menschen. Das ist der erste Beauftrag und Stellung.

5.2 Jetzt tun sie das noch verborgen. Jeder kann sagen: Was du? Aber einmal wird das offenbar. Und dann heißt es: Was, du! Sie dürfen als Königskind im Namen ihres Gottes Seine Botschaft leben und weitergeben.

5.3 Es ist eine Arbeit des Geistes, nicht der sozialen Dimension, die hier gemeint ist. Nehmen wir neben der Nächstenliebe diese Arbeit des Geistes als Königskinder Gottes auf. Schauen wir nach der Richtung, die der Geist Gottes einnehmen will und folgen dem. Bitten wir von ganzem Herzen darum, dass Sein Wille geschehe. Bitten wir im Gebet um Seinen Geist, wo andere Geister regieren. Weisen wir falschen Geistern im Gebet den Weg. Bitten wir darum, dass der rechte Geist einzieht.

5.4 In jedem Gottesdienst nehme ich diesen königlichen Auftrag Jesu dadurch ernst, dass ich still vor den Altar trete und bete: Herr, in Deinem Namen. Jede andere Autorität - hinaus.

5.5 Kennen wir etwas davon? Haben Sie diese Stellung als Königskind Gottes schon eingenommen? Der Herr möchte Seine Kinder darin ausbilden und wachsen lassen. Wir dürfen üben.


6.1 Nicht weniger bedeutend ist die zweite Beauftragung und Stellung, von der Johannes spricht, die der erhöhte Jesus Christus Seinen Kindern gibt: Priester vor Gott.

6.2 Es ist genau die umgekehrte Richtung, die Sie als Priester in sich tragen. Sie stehen für die Menschen vor Gott ein. Im Namen Jesu sagen Sie: Für den und den, für das und das. Gott, ich stehe vor Dir ein. Sie sind Sein Gegenüber.

6.3 Jesus hat das für uns getan und tut das noch. Deswegen ist ER der wahre Priester. ER nimmt uns an Seine Seite und sagt: Du auch. Priester vor Gott. Steh vor IHM.

6.4 Auch das ist jetzt ein völlig unsichtbarer Dienst. Kein Mensch kann das mit Augen erkennen, ob Sie so leben. Aber der Himmel sieht das. Und einmal wird das offenbar, ob Sie auf dieser Erde schon vor Gottes Thron gestanden haben.

6.5 Sie sehen an diesem Bibelwort, was die Reformation mit dem Priestertum aller Gläubigen meint. Da wird keine kirchliche Funktion geregelt. Da geht es um Ihre Berufung: vor Gottes Thron stehen.

6.6 Ob Sie die Berufung Jesu annehmen, die ER Seinen Kindern gibt?
Sie beten anders. Sie lachen anders. Sie brennen anders in Ihrem Glauben.
Wer nah am Thron Gottes steht sieht viel von Seinem Herz. Da möchte uns Jesus als Seine Geschwister hin bekommen. Dahin lädt ER uns ein.
Haben wir unsere Stellung als Priester des Höchsten schon erkannt und eingenommen? Ahnen wir, welche Dimension sich für uns hier auf Erden und in der Ewigkeit damit auftun?


7.1 Zu Himmelfahrt Jesu werden uns diese Glaubensdinge eröffnet.

7.2 Jesu Stellung für uns: (1) der treue Zeuge der Liebe Gottes, (2) der neue Adam als Hoffnung für eine neue Schöpfung, (3) der Herrscher über die Könige der Erde als Perspektive der Gerechtigkeit und des Friedens.

7.3 Und unsere neue Stellung zeigt ER: (1) Berufen zu Königen des Allerhöchsten. In Seinem Namen wirken. (2) Berufen zu Priestern unseres Gottes. Vor Seinem Thron stehen, jetzt noch unsichtbar, und doch schon als Teilhabende der ewigen Welt.

7.4 Jesus ist nicht weg zu Himmelfahrt. Vielmehr eröffnet ER Seine und auch unsere neue Stellung. Was für eine Zukunft. Deshalb kann Johannes nur anbeten (6): Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit.

Amen.


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Zuletzt geändert am 10.05.2012 von: (fp)