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 <>< Predigt zu Pfingsten
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 27. Mai 2012, Pfingsten

Gottes Geist empfangen

12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist.
13 Davon reden wir auch, nicht mit Worten, wie menschliche Weisheit sie lehrt, sondern wie der Geist sie lehrt, indem wir den Geisterfüllten das Wirken des Geistes deuten.
14 Der irdisch gesinnte Mensch aber lässt sich nicht auf das ein, was vom Geist Gottes kommt. Torheit ist es für ihn, und er kann es nicht verstehen, weil es nur mit Hilfe des Geistes beurteilt werden kann.
15 Der geisterfüllte Mensch urteilt über alles, ihn aber vermag niemand zu beurteilen.
16 Denn wer begreift den Geist des Herrn? Wer kann ihn belehren?
Wir aber haben den Geist Christi.


1. Korinther 2, 12-16

Liebe Gemeinde!

1.1 Haben Sie einmal einem blinden Menschen erklärt, was eine Kuh ist? Ich habe es wirklich einmal getan. Das war in meiner Studentenzeit in einem Hauskreis für blinde Kommilitonen. Jederzeit hätte da einer sagen können: Was du da sagst!

1.2 Was du da sagst! Das meinen auch viele von dem Heiligen Geist, wenn Christen darüber sprechen. Der Geist von Jesus in der Kirche! Unvorstellbar.
Und man denkt: Die Theologen haben auch ihre Heiligen Kühe. Leider kann man die nicht sehen, was es noch schwerer macht. Der Heilige Geist scheint auch so eine Heilige Kuh zu sein. ER soll die Milch des Glaubens spenden. Aber wer hat sie wirklich getrunken?
Und das Resultat: Ich verstehe nichts vom Heiligen Geist.


2.1 Stimmt! Sagt Paulus. Denn er kannte wohl die Diskussion. Und Paulus meint weiter: Die Wahrheit ist, du vernimmst nichts vom Geist Gottes. So ist es.

2.2 Doch keine Sorge. Jetzt kommt nicht der Trick mit der Geheimwissenschaft, sondern eine Gebrauchsanweisung, die für jedermann verständlich ist.

2.3 Und damit sind wir mittendrin im Thema, das Paulus mit der korinthischen Gemeinde hatte. Das waren übrigens handfeste Leute in einer griechischen Hafenstadt mit kulturellem Schwerpunkt, die sich in vielem auskannten.

2.4 Und wir sind mittendrin im Thema, was Pfingsten bedeutet, das Fest der Kirche vom Heiligen Geist.


3.1 Vielleicht haben die Leute damals gesagt:
Der schöne Sonnenuntergang über unserem Meer. Diese herrliche Natur, göttlich. Das ist heiliger Geist.
Dieser edle Kämpfer in der Arena. So eine sportliche Leistung. Ein Körper wie ein Gott. Das ist heiliger Geist.
Dieser Vortrag über die Weisheit. Das gibt dem Leben Sinn. Diese Erkenntnis ist göttlich. Das ist heiliger Geist.

3.2 Stopp!, sagt Paulus. Stopp! Ihr könnt nicht euer natürliches Leben als Heiligen Geist verkaufen. Es mag großartig, überragend, Göttliches widerspiegelnd sein. Doch es ist nicht Geist Gottes.
Mehr noch: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes. Nichts heißt blind sein.
Es bleibt die Frage: Paulus, wie meinst du das?


4.1 Nun, ich nehme mal an, Paulus wäre Zeitgenosse von uns. Dann würde er vielleicht zu folgenden Beispielen greifen.
Können sie mit Ihren natürlichen Augen Fernsehen ohne Fernseher? Ginge das, hätte die Fifa bei der beginnenden Fußballeuropameisterschaft ganz schöne Probleme mit ihren Werbeeinnahmen. Es geht nicht.
Können Sie ohne eine Sattelitenschüssel Satellitenfernsehen empfangen? Nein.
Können Sie ohne Ihr Handy durch die Luft telefonieren? Nein.

4.2 Zu allem brauchen Sie das geeignete Gerät. Telefonieren geht nur mit dem Telefon. Fernsehen nur mit dem Fernseher. Es gilt der homöopathische Grundsatz: Gleiches kann nur von Gleichem erkannt werden.

4.3 Gottes Geist wird nur von Gott empfangen, nicht von uns. Nichts.


5.1 Doch es gibt den göttlichen Empfänger.
Er ist nicht von uns. Es ist unser neuer Mensch, wie die Bibel es nennt. Es ist das neue Leben von Jesus in uns, das geistliche Leben. Wie bekommen wir es?

5.2 In der Taufe bekommt es jeder auf unsichtbare Weise. Wie unser natürliches Leben ein Geschenk ist, das keiner selbst geschaffen hat, sondern nur empfängt, so ist auch das neue Leben von Gott ein Geschenk, das Gott uns macht. ER sagt: Mein Leben in dir. Du bist Mein Kind.

5.3 Und wie wir erst langsam unseres eigenen natürlichen Lebens bewusst werden, um dann als Erwachsene selbst dafür Verantwortung zu übernehmen, so wächst auch unser geistliches Leben langsam zu einem bewussten Glauben heran.

5.4 Was nährt uns dabei? Was lässt uns wachsen?
Jede erfahrene Liebe unserer Eltern und jede bestandene Herausforderung hat uns weiter gebracht. So ist es auch bei Gott. Jede lebendige Verbindung mit Jesus lässt unseren Glauben wachsen. Alles was wir um Seinetwillen tun und durchstehen lässt uns reifen.
Im Glauben erwachsen werden heißt, sich bewusst entscheiden für ein Leben mit Gott und sagen: Herr, ich will von Deiner Liebe leben. Viele Christen nennen das Bekehrung.

5.5 Es sind Seine Antennen, die in uns empfangen.
- Das Gebet wird zum Reden und Hören. Ich rechne mit Seiner Antwort und Seinem Eingreifen.
- Meine Anwesenheit an einem Ort wird zu einer gemeinsamen Anwesenheit von Ihm und mir. ER ist da. Ich bin nicht allein. Wir sind mindestens zu zweit.
- Meine Wege sind begleitet von Seinen Engeln. ER ist mein Hirte. ER geht mit. ER führt mich. Ich rechne damit. Ich nehme das in Anspruch. Ich halte mich daran. Mein Weg ist behütet.

5.6 Sein Geist in mir signalisiert: So ist es.
Wenn es schwächer wird, bitte, neu ausrichten.
Wenn die Schatten zu stark werden, aufmerksam sein und neu prüfen: Was steht im Weg für den guten Empfang. Ist alles zusammengebrochen, neu aufbauen.
Schließlich will ich doch bei Gottes Sendung für diese Welt nicht draußen vor stehen, sondern dabei sein.
Gott möchte es auch. Deswegen hat ER alles bekannt gemacht, was nötig ist, um mit Seinem Geist zu leben.


6.1 Torheit!, sagt mancher zu diesem geistlichen Leben mit dem Heiligen Geist.
Aber haben Sie mal einen Fernseher oder ein Handy von innen gesehen. Nur elektronisches Zeug. Damit soll man sehen und hören können, was weit weg geschieht. Torheit dies anzunehmen?

6.2 Getauft sein und dies erwachsen erneuern mit dem Entschluss: Herr, ich gehöre Dir! Damit soll ich Gottes Geist empfangen, Ihn wahrnehmen, sehen und hören können? Torheit?
Die Jünger Jesu haben dies zu Pfingsten als erste erlebt. Sie wurden erfüllt mit dem Heiligen Geist. Sie wussten nicht, was sie erwartete. Aber sie warteten und rechneten damit. Und sie wurden mächtig überrascht. Sie erkannten innerlich die Gegenwart des auferstandenen Jesus, obwohl ER äußerlich weg war. ER war in ihnen. Deshalb konnten sie so handeln.


7.1 Bis heute ist das geblieben. Gott teilt Seiner Geist Seiner Kirche mit. Allen, die Ihn von Herzen suchen, die können Ihn empfangen.

7.2 Vielleicht erkennen Sie plötzlich die Gewissheit der Gegenwart Gottes durch ganz merkwürdige Ereignisse. Andere sagen: Na und. Oder: Du spinnst. Aber Sie sind gewiss.

7.3 Vielleicht sehen sie plötzlich in Ihrem Leben, wo Sünde steckt, die Sie immer von Gott trennte. Und Sie können sie beichten und ablegen.

7.4 Vielleicht wächst in Ihnen mit dem Heiligen Geist auch die Liebe zu Gottes Wort und zu Seinem Sakrament. Es ist ihnen plötzlich wirklich heilig.

7.5 Vielleicht beten Sie plötzlich anders, innerlicher, noch mehr von Herzen, leicht. Sie lieben es.

7.6 Sie sehen Ihren Alltag in der Führung unseres Herrn. Sie achten darin Ihn.
Torheiten für die einen, geistliche Wirklichkeit für die anderen.


8.1 Diskutieren Sie nie über den heiligen Geist. Das bringt nichts. ER kommt so nicht und wird auch so nicht erkannt. Jesus sagt vielmehr: Wartet und betet. Das machten die Jünger. So kam Pfingsten. So kommt ER auch noch heute.

8.2 Komm, Heiliger Geist. Du Weisheit Gottes. Komm zu allen, die Dich von Herzen ersehnen.


Amen.


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Zuletzt geändert am 22.05.2012 von: (fp)