Deutschsprachiges Evangelisches Pfarramt an der Costa del Sol - online
Startseite

Grußwort

Gottesdienste

Predigten

Predigtplan

Gottesdienste
passiert...notiert...
und Fotos
Veranstaltungen
Wissenswertes
Kontakt und Anreise

 <>< Predigt zu Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

pdf Druck

Gottesdienst am 3. Juni 2012, Trinitatis

So schön ist heilig!

3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
4 Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;
5 er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen,
6 zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn;
7 durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.
8 Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt
9 und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat:
10 Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.
11 Durch ihn sind wir auch als Erben vorherbestimmt und eingesetzt nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt;
12 wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben.
13 Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.
14 Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit.


Epheser 1, 3-14

Liebe Gemeinde!

1.1 Die Geheimnisse des Glaubens öffnen sich nicht durch Wissen, sondern durch lieben. Deshalb ist es auch heute nicht Ziel, die Trinität zu verstehen, sondern Gott drin zu lieben. Alles Wissen, was dazu hilft, nutzt und ist gut.

1.2 Trinitatis bedeutet tri unitas, drei Einigkeit. Drei Dinge, die eins sind. Dreierlei fällt zusammen. Was?

1.3 Christen kennen Gott als Schöpfer, der zu seiner Schöpfung steht. Weihnachten sendet ER Seinen Sohn in diese Welt, um sich ihrer anzunehmen. Festgehalten wird dies mit dem Wort Inkarnation.

1.4 Christen kennen Gott als Erlöser. Ostern lässt ER Seinen Sohn für die Sünde sterben und erweckt Ihn als Sieger zum neuen Leben. Festgehalten wird dies mit dem Wort der misio dei. Gott vergibt.

1.5 Christen kennen Gott als Erhalter und Vollender neuen Lebens. ER sendet zu Pfingsten Seinen Geist in Seine Kirche. Seine Liebe in uns. Das ist wie Benzin im Motor. Es ist das Öl in den Lampen. Die Erfüllung, Illumination, ist das Geschenk des Heiligen Geistes.

1.6 Schöpfer, Erlöser und Vollender - Weihnachten, Ostern, Pfingsten - wenn das auf einen Tag fällt, dann ist Trinitatis. Das ist heute. Wir feiern Gott in Seiner Dreieinigkeit. So groß ist unser Gott.
Trinitatis hält für Christen diese drei Seiten Gottes zusammen.
Unser Herr lebt in uns als heiliger Geist. Und das ist derselbe, der uns am Kreuz erlöst hat und den Tod in der Auferstehung besiegte. Und der ist wiederum derselbe, der uns geschaffen hat, und alle Dinge dieser Welt. Alles drei kommt aus dem gleichen Herzen. Es ist das Herz von Gottes Liebe.

1.7 So haben wir als Christen nicht drei Götter, die wir anbeten. Wie oft ist die Trinität bewusst oder unwissend zu einem solchen Vorwurf verdreht worden. Nicht drei Götter, sondern drei wunderbare Eigenarten Gottes, in denen ER sich uns zeigt: Als Schöpfer, als Erlöser, als Heiliger Geist. In jedem beten wir nur den Einen, wahren und alleinigen Gott an. Sein liebendes Herz hat tausend Seiten. So müsste man den Sonntag Millitatis nennen. Doch schon diese drei sind wunderbar.


Einschub: Warum die Trinitatis Frage die damalige Welt Europas nach der Zeitenwende drei Jahrhunderte bewegte, in Auseinandersetzung stürzte, Kriege und Kämpfe auslöste.
Ablösung des Götter Panteions durch einen lebendigen Gott, mit dem Christen ihren Alltag lebten.

2.1 Begegnen wir Gott, begegnen wir dem Heiligen. Das Heilige ist erhaben. Ein Numinosum.

2.2 Weil dem so ist sind viele Menschen davon angezogen. Und sie machen doch gleichzeitig einen großen Bogen darum herum. Bloß nicht zu nahe kommen. Vorsicht: Heilig.
Die meisten haben Angst vor Heiligkeit. Das Heilige Gottes lieben? Wie soll das gehen?
Die Texte des Trinitatis Festes halten genau dies fest: wie wir die Heiligkeit Gottes lieben lernen.

2.3 In der Regel fangen Menschen an zu lachen, wenn jemand ein Heiligenschein angehängt wird. Auch frommen Menschen geht das so: Heilig? Ich doch nicht. Man fürchtet an einem unerreichbaren moralischen Maßstab gemessen zu werden und zu zerbrechen.
Doch warum aus Abwehr lachen und nicht aus Überzeugung glücklich sein?

2.4 Ist Gott in uns mit Seiner Liebe, dann ist die Heiligkeit von Ihm in uns. Und Engel sehen diesen Schein von Gottes Gegenwart in uns. Heilig, sehen sie. Sie freuen sich. Sie lachen, nicht weil es Witz ist, sondern Wirklichkeit.
Wir betreten einen Raum, den wir in Gottes Liebe sehen möchten. Heilig ist der dadurch, denn Sein Licht leuchtet dann.
Wir vergeben uns und anderen im Namen Jesu und Seiner Liebe. Heilig ist der Moment, denn Seine Erlösung zieht neue Kreise.
Wir öffnen unsere Herzen und Hände und helfen, weil Gottes Liebe uns drängt. Was dann geschieht ist heiliges Wunder, auch wenn es nach außen wie purer Alltag aussieht. Der Himmel weiß es.

2.5 Das ist Heiligkeit Gottes zum Anfassen, im Alltag, in uns. Die Schöpferliebe Gottes in sich zu tragen: Danke, Herr, dass Du mich schufst und diese Welt. Ich will in Deiner Liebe für mich und sie sorgen.
Die Erlöserliebe Jesu in sich tragen: Du hast mich, Herr, wiedergeboren zu einem Leben aus Dir. Den Heiligen Geist lieben, der das Feuer Gottes in uns hell macht und Seine Gegenwart präsent.

2.6 Die Seiten Gottes unseres Trinitatis Festes führen uns aus der Angst vor Gottes Heiligkeit in die Freude über seine Gegenwart. Danke, Herr, für Deine Heiligkeit. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte. Auch in mir. Oder: Die Gott lieben werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht.

2.7 Trinitatis ist Freudenfest. Das Heilige den Heiligen. So schön ist heilig!
Können wir Gott schon darin lieben?


3.1 Unser Text hält neben den Eigenarten Gottes als Schöpfer, Erlöser und Erhalter noch etwas Besonderes fest. Er sagt: Wir seien Erben.

3.2 Was es für uns zu erben gibt wird - wie immer beim Erbe - als etwas Zukünftiges beschrieben.
Gott wird diese Schöpfung bei Jesu Wiederkunft verwandeln. Liebe und Gerechtigkeit werden nicht mehr nur im Glauben gelebt, sondern die Wirklichkeit bestimmen. Eine neue Schöpfung. Die Wiedergeborenen erleben dann die neue Wirklichkeit nicht nur in sich, sondern auch um sich. Der Heilige hat als Ziel die Vollendung unserer Welt, nicht die Zerstörung.

3.3 Das Erbe: Es besteht darin, was Gott denen gibt, die jetzt in Seiner Liebe leben. Sie werden die neue Welt regieren. Sie werden von Ihm nach dem Maß ihrer Liebe in Aufgaben eingesetzt. Der Himmel ist kein Liegestuhl. Er ist die Einsetzung in das, was wir hier in uns als berufene Kinder Gottes leben.
Das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden beschreibt dies deutlich. Fünf Talente gab ich dir. Fünf hast du damit erschaffen. Ich will dich über vieles setzen. Nur der, der seine Liebe vergräbt - weiß ich, wohin das führt, wenn ich den Glauben lebe? - dem wird genommen, was er hatte. Geh hinaus.

3.4 In Ihm sind wir auch Erben (11) des Heiligen. So sagt der Text. Dazu sind wir vorherbestimmt nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rate Seines Willens wirkt (11). Kein Irrtum. Es ist lange geplant und Absicht. Wir sind Erben der Zukunft Gottes.

3.5 Trinitatis ist Erbenfest. Das Heilige den Heiligen. Welche Zukunft wartet auf die Gotteskinder.
Ob wir Ihn darin lieben lernen?


4.1 Wie ein großes Fanal steht das alles am Anfang des Epheserbriefs. So als sollte gesagt werden: Was immer kommt, was wir auch noch klären müssen, was auch offen bleiben mag -
Gott ist heilig und wir mit Ihm. Trinitatis ist Freudenfest.
Gott vererbt uns, Teil Seiner zukünftigen Heiligkeit zu werden. Trinitatis ist Erbenfest.

4.2 Von dieser Basis lasst uns ausgehen. Ihn darin lieben lernen.
Jedes hier empfangene Abendmahl ist Vorgeschmack auf das himmlische Fest.
Jede hier erlebte Gemeinschaft mit Christus ist Freude auf den Himmel.
Jede hier erfahrene Vergebung ist Ouvertüre der Ewigkeit.
Jedes hier gesungene Lob Gottes trägt schon den Klang in sich, dass wir selbst im Lob Gottes sein werden.

Amen.


Zur Startseite      Zum Anfang dieser Seite

Zuletzt geändert am 02.06.2012 von: (fp)