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 <>< Predigt zum 1. So nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 10. Juni 2012, 1. Sonntag nach Trinitatis

Schön oder echt - Wort Gottes auf dem Prüfstand

16 So spricht der Herr der Heere: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen. Sie betören euch nur; sie verkünden Visionen, die aus dem eigenen Herzen stammen, nicht aus dem Mund des Herrn.
17 Immerzu sagen sie denen, die das Wort des Herrn verachten: Das Heil ist euch sicher!; und jedem, der dem Trieb seines Herzens folgt, versprechen sie: Kein Unheil kommt über euch.
18 Doch wer hat an der Ratsversammlung des Herrn teilgenommen, hat ihn gesehen und sein Wort gehört? Wer hat sein Wort vernommen und kann es verkünden?
19 Hört, der Sturm des Herrn [sein Grimm] bricht los. Ein Wirbelsturm braust hinweg über die Köpfe der Frevler.
20 Der Zorn des Herrn hört nicht auf, bis er die Pläne seines Herzens ausgeführt und vollbracht hat. Am Ende der Tage werdet ihr es klar erkennen.
21 Ich habe diese Propheten nicht ausgesandt, dennoch laufen sie; ich habe nicht zu ihnen gesprochen, dennoch weissagen sie.
22 Hätten sie an meiner Ratsversammlung teilgenommen, so könnten sie meinem Volk meine Worte verkünden, damit es umkehrt von seinem schlechten Weg und von seinen bösen Taten.
23 Bin ich denn ein Gott aus der Nähe - Spruch des Herrn - und nicht vielmehr ein Gott aus der Ferne?
24 Kann sich einer in Schlupfwinkeln verstecken, so dass ich ihn nicht sähe? - Spruch des Herrn. Bin nicht ich es, der Himmel und Erde erfüllt? - Spruch des Herrn.
25 Ich habe gehört, was die Propheten reden, die in meinem Namen Lügen weissagen und sprechen: Einen Traum habe ich gehabt, einen Traum.
26 Wie lange noch? Haben sie denn wirklich etwas in sich, die Propheten, die Lügen weissagen und selbsterdachten Betrug?
27 Durch ihre Träume, die sie einander erzählen, möchten sie meinen Namen in Vergessenheit bringen bei meinem Volk, wie ihre Väter meinen Namen wegen des Baal vergessen haben.
28 Der Prophet, der einen Traum hat, erzählt nur einen Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündet wahrhaftig mein Wort. Was hat das Stroh mit dem Korn zu tun? - Spruch des Herrn.
29 Ist nicht mein Wort wie Feuer - Spruch des Herrn - und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?


Jeremia 23, 16-29

Liebe Gemeinde!

1.1 Wir könnten die heutige Predigt mit einem kleinen Spiel beginnen. Jeder von uns nennt einen Bibelvers, der ihm wichtig ist. Ich bin überzeugt, fast jeder könnte einen sagen. Was kämen da für Worte zusammen.
Viele würden ihren Konfirmationsspruch nennen. Manche ihren Trauspruch. Oder andere das Bibelwort zur Beerdigung der Mutter.

1.2 Bestimmt ist vielen Worten eines gemeinsam. Sie trösten. Es sind Worte, die Mut machen und aufbauen. Worte können wie ein Boot sein. Es trägt durch einen Sturm und über Tiefen hinweg. Worte retten. Gut wer solche Bibelworte für sich kennt, sie besitzt und mit ihnen lebt. Unser Herz braucht sie.


2.1 Doch in den schönsten Dingen stecken auch stets Gefahren. Das ist im Glauben nicht anders. So tragen auch schöne Bibelworte eine Gefahr in sich. Geht das? Kann das sein?
Ja, sagt der Prophet in unserem Text. Du kannst dich mit schönen Worten in falscher Weise beruhigen. Falscher Friede. Falscher Trost mit guten Bibelworten. Kann das sein? Ja, sagt der Prophet.

2.2 Damit uns das nicht passiert wollen wir uns das Wort des Propheten anschauen. Wir wollen wissen, was macht ein Wort für uns denn echt. Echte Worte des Herrn, das ist unser Thema.


3.1 Unser Text nimmt uns mit auf eine lange Reise in die Geschichte des Volkes Israel. Äußerlich ging es um Bündnispolitik, mit welcher Großmacht man in Israel es hielt.
Doch das war nur der Anlass. Das Vertrauen auf den Herrn war bei vielen erloschen. Der lebendige Gott - wer war das? Man setzte auf Wachstum und Fruchtbarkeitsglauben. Man kniete lieber vor einem blühenden Mandelbaum als dass man noch für seine Sünden bei Gott um Vergebung bat. Sagte das nicht auch das Wort Gottes: Die Himmel rühmen die Ehre Gottes. Und: Es sei stille vor dem Herrn alle Welt. Diesen göttlichen Strom des Friedens wollte man durch was auch immer auch für sich haben. Der Baalismus blühte. Er überwucherte den Glauben an den Gott, der Israel erlöst hatte.
Politisch hielt man sich am mächtigsten Bündnispartner. Was sagt der Herr? Was soll denn diese Frage? Wir machen unsere Zukunft. Wir schaffen unseren Frieden, nach innen und nach außen. Friede. Friede. Das ist unser Traum. Und das ist unsere Zukunft. Der Friede liegt vor uns. Sie werden in Frieden wohnen - ist das nicht ein schönes Wort des Herrn.

3.2 So fremd ist uns das alles nicht.

3.3 Ein schönes Wort schon - doch kein echtes. Mit dieser Botschaft platzt der Prophet hervor. Und er trifft damit den Kern: Wahrheit entscheidet sich nicht an Schönheit, sondern an Echtheit.
Und dann entfaltet er was echt ist.


4.1 Er nimmt uns mit zum himmlischen Thron Gottes. Dort, wo nur der Geist des Herrn Zutritt hat, dort vor dem Thron Gottes, dort wo kein Traum aus dem Bewusstsein eines Menschen sich hin verirrt, dort entsteht Gottes Wort. Es kommt aus Seinem Mund. Und das ist echt. Es ist Wort des lebendigen Gottes.

4.2 Dieser Ort ist kein Ort wo ich durch Meeresbrausen oder Blütenschönheit hin entrückt werde. Er ist ein fremder Ort für den natürlichen Menschen. Die Natur geht davon zwar als Gottes Schöpfung aus. Das Wort des Herrn hat sie geschaffen. Doch es gibt, weil der Mensch gefallen ist, von Natur aus keinen Weg dorthin zurück.
Der natürliche Mensch vernimmt davon nichts, sagt Paulus.
ICH bin ein Gott, der aus der Ferne spricht, so zitiert der Prophet den Herrn.
Heilig ist ER, so hatten wir zu Trinitatis uns klargemacht. Und heilig ist zunächst immer fremd.

4.3 Wer hat denn Zugang zum Thron des Herrn, wer nimmt an Gottes Ratsversammlung teil, fragt der Prophet. Ja, wer hört gültige Worte des Herrn?
Nur der, den Gottes Geist selbst dorthin bringt, wen Gottes Geist dazu beruft und dann einlädt. Von allen anderen gilt: (21) Ich habe diese Propheten nicht ausgesandt, dennoch laufen sie; ich habe nicht zu ihnen gesprochen, dennoch weissagen sie. Kein echtes Wort des Herrn.

4.4 Denn echt ist nur, was vom Herrn selber ausgeht. Was wir in unseren Wünschen gerne haben, was wir schön finden, was wir für unsere Zukunft hoffen in einem Bibelwort, das ist zwar gut. Doch das macht es nicht echt. Was aus dem Herzen Gottes kommt an schönen, hoffnungsvollen, zukunftsweisenden Worten, das ist echt und wird die Wirklichkeit bestimmen.


5.1 Wir begegnen hier der Nierenfunktion des Glaubens. Auf sie weist der Prophet hin, sie nimmt er wahr. Die Niere unterscheidet. Sie trennt die Giftstoffe im Blut und filtert sie aus. Kein Leben kann dauerhaft ohne diese Funktion bestehen.

5.2 Darauf weist der Prophet beim Glauben hin. Dauerhaft tragen nicht die schönen, sondern die echten Gottesworte. Suche deshalb nicht Frieden, Trost, Erbauung, Erfüllung, was alles große Dinge eines Lebens sind, wertvoll und achtenswert. Suche zuerst den Herrn. Und von Seinem Angesicht, was über Dir leuchtet, wird Dir alles andere zu Teil werden. Zuerst Frieden, dann auch Trost und auf jeden Fall Erfüllung werden kommen. Von Ihm. Und dann echt.

5.3 Die einen sehen einen Gottesdienst. Die anderen, die zum Herrn gehen, sehen Gottes Gegenwart.
Die einen sehen einen Bibeltext. Die anderen hören darin Gottes Wort und Stimme ihres Herrn.
Die einen sehen Hilfe. Die anderen sehen die Hand des Herrn.
Die einen sehen eine Katastrophe. Die anderen vertrauen, jetzt kann nur noch ER helfen.
Das ist die feine Unterscheidung, die Gottes Wort echt werden lässt.


6.1 Ist es verwunderlich, dass der Prophet nach dieser Analyse auch noch mitteilt, was er vom Herrn erfuhr? Ist es verwunderlich, dass es völlig anders ausfiel als was die Zukunftsträumer prophezeiten?
Nicht Ruhe, sondern Wirbelsturm wird über die einbrechen, die auf sich statt den Herrn vertrauen.
Nicht Friede, sondern Zorn des Herrn trifft die, die sich statt ihren Herrn verkündigen.
Denn nicht Frucht, sondern leeres Stroh werden die bringen, die ihr Wort mit Gottes Wort vertauschen, in Seinem Namen lügen, wie der Prophet sagt. Das macht nicht satt.

6.2 Denn Gottes Wort ist anders. Es ist wie ein verzehrendes Feuer. Es ist wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt. Echte Kraft.

6.3 Diese echte Kraft wandte sich gegen die Schönredner im Glauben damals, wie der Prophet es ansagte. Jeremias Leben ist davon geprägt, wie sich nach und nach erfüllte, was er an Gottes Wort verhieß. Der Wirbelsturm kam. Die falschen Propheten gingen unter. Der Baalsglaube half nicht. Er starb mit denen, die ihn lebten. Verzehrendes Feuer und der Hammer Gottes traf Gottes Volk.


7.1 Wie schön, dass er uns diese Botschaft hinterlässt. Die Echtheitsprüfung darf nicht fehlen. Nicht Schönheit zählt für Wahrheit, sondern Echtheit. Echt ist was vom Herrn selbst kommt. Such IHN zuerst in jedem Wort von Ihm.

7.2 Dann wird die echte Kraft dich nicht vernichten. Sie wird dich tragen, trösten, stützen.


Amen.


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Zuletzt geändert am 29.05.2012 von: (fp)