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Rando, Johannes, Abschiedsbild 1. April 2012 El Angel Rando, Johannes, Abschiedsbild
1. April 2012 El Angel

 <>< Predigt zum Johannistag, 3. So nach Trinitatis
von Pfarrer Friedhelm Peters,
Costa del Sol

(Rückmeldung oder Frage an
Pastor Friedhelm Peters)

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Gottesdienst am 24. Juni 2012, Johannistag, 3. Sonntag nach Trinitatis

Durchscheinen: ER in uns und wir in IHM

5 Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden: Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm. 6 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis leben, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 7 Wenn wir aber im Licht leben, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde.

8 Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. 9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht. 10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. 2, 1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. 2 Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt.

3 Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. 4 Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm. 5 Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet. Wir erkennen daran, dass wir in ihm sind. 6 Wer sagt, dass er in ihm bleibt, muss auch leben, wie er gelebt hat.


1. Johannes 1, 5 - 2, 6

Liebe Gemeinde!

1.1 Zum Abschied meiner Arbeit hier in Spanien hatte ich mir vom Künstler Rando ein Bild gewünscht. Ich bat ihn: Malst du mir einen kleinen Johannes. Rando, der viele expressionistische religiöse Kunst geschaffen hat, war sofort elektrisiert. Und er malte.

1.2 Rando später: Er ist aus der Runde der Jünger beim Abendmahl. Das traf meinen Wunsch. Denn das Brot und den Kelch des Herrn zu empfangen und zu teilen ist mir das Größte. ER stärkt und ER gibt darin den Vorgeschmack auf den Himmel. Das erfuhr auch Johannes. Das teile ich mit ihm.

1.3 Rando weiter: Er ist jung. Viel jünger als er wohl damals war. Vielleicht 18 Jahre. Auch das traf für mein Leben zu. In dieser Zeit entschied ich mich für meinen Beruf, von dem ich mich jetzt verabschiede. Damals hatte ich vom Herrn ein Wort empfangen. Das war meine Berufung. Auch Johannes hat der Herr berufen. Auch das teile ich mit ihm.

1.4 Und dann sagte Rando: Etwas Merkwürdiges ist geschehen. Schaust du in das Gesicht von diesem Johannes, dann ist er traurig. Aber gehst du weit genug entfernt weg und schaust ihn wieder an, dann lacht er. Freude geht von ihm aus. Das Innere wird erst im Abstand sichtbar.
Das ist mir am Johannes ganz besonders lieb. Das Vordergründige erzählt oft nicht das gleiche wie das, was sich im Hintergrund verbirgt. Johannes ist darin ein Meister. Er spricht vom Brot - und eigentlich geht es ums Brot des Lebens. Er spricht vom Weg. Doch geht es ihm in Wahrheit um den Weg des Lebens, den wir in Jesus finden.


2.1 Vordergrund und Hintergrund. Der eine hört eine Predigt, den anderen trifft darin Gottes Wort. Der eine sieht den Alltag, der andere erkennt den Sonntag. Der eine sieht den Kranken, der andere erkennt das Wunder der Heilung. Der eine sieht in Jesus nur Josefs Sohn, der andere erkennt den Sohn Gottes.

2.2 Ihr werdet trauern, sagt Jesus. Doch die Trauer wird sich in Freude verwandeln. Das ist der Dreh des Glaubens. Plötzlich öffnet sich die Welt des Glaubens. Die oft traurige Welt um uns wird transparent für Gottes tiefe Freude der Erlösung. Johannes sah sie. In seinem Portrait ist sie verborgen. Er freut sich.

2.3 Auch das verbindet mich mit ihm. Durchscheinen sollte Jesu Wirklichkeit durch meine eigene. Worte wollte ich sagen wie Johannes, die transparent sind für die Worte unseres Herrn. Bilder wollte ich in Herzen malen, aus denen Gottes Angesicht leuchtet. Texte der Bibel wollte ich erklären, in denen Gott sich erklärt. Segen wollte ich spenden, in dem der Herr selbst Seine Hand auflegt.
Das Vordergründige - es ist und bleibt der Boden, auf dem wir stehen. Und doch wird es zum Himmel, wenn der Herr selbst dadurch leuchtet. Das war mein Wunsch.

2.4 Ist das vermessen? Ist das zu viel erwartet, zu hoch, zu weit gegriffen?
Wer es erlebt, dass Sein Licht wirklich in unserer Finsternis aufleuchtet, der hat den Mut, in eigener Finsternis nach diesem Licht zu greifen. Johannes tat das. Er fand zur Jesusliebe. Er liebte Jesus und Sein Licht. Er wusste, alles andere - es hilft dir nicht. So wurde er zum Jünger der Ihn liebte.

2.5 Von diesem Johannes wollte ich stets lernen. Darin wollte ich mein Leben lang wachsen: Ihr in Mir und ICH in euch. So Jesus nach den Worten von Johannes. Ach, Herr, komme Du zum Zug. Scheine Du hindurch. Sei Du präsent. In diesem Anliegen habe ich Johannes stets vor Augen. Dafür steht dieses Bild.


3.1 Jetzt habe ich erzählt, was ich in dem Bild sehe. Wie es ein Stück von mir ist und das zeigt. Expressionisten sagen, das sei wohl erlaubt. Genau dafür steht das Bild uns zur Verfügung.

3.2 Es bleibt noch als ein weiteres merkwürdiges Zeichen, dass gerade auf dieses Wochenende der Johannistag fällt. Mittsommer oder Sommerweihnacht wird der Tag genannt. Unter allen Nächten des Jahres ist sie die hellste. Das ist ein geistliches Zeichen.

3.3 Unter allen Dunkelheiten unserer Welt ist der Hinweis auf das Licht Gottes das Hellste. Wir finden es bei Johannes dem Täufer: ER muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Wir finden es beim Apostel Johannes mit dem Bekenntnis: Also hat Gott die Welt geliebt, dass ER Seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an IHN glauben, nicht verloren werden, sondern ewiges Leben haben. Die Freude Gottes scheint durch das traurigste Gesicht. Das ist Erlösung. Das ist die Botschaft vom Johannistag.

3.4 Wenn hier in Spanien in dieser Nacht gefeiert wird und Feuer an den Stränden brennen, dann sollten wir um das Geheimnis wissen. Das Feuer Gottes, Sein Heiliger Geist, ER kann auch an den Stränden unseres Lebens leuchten. Durchscheinende Erlösung.


4.1 Am Schluss sind wir beim Text. Ist es ein Wunder, dass Johannes als ein alter Mann in seinem Brief nur Worte aufzeigt, die wie Farben wirken?

4.2 Licht und Finsternis. Im Bild sind es die Farben schwarz und gelb. In diesen Spuren laufen unsere Wege. Unsere Gesichter sind oft davon erdrückt. Wofür entscheide ich mich? Johannes: Leben im Licht, im Licht von Jesus.

4.3 Sünde und Wahrheit. Im Bild sind es die Farben rot und grün. Der Teufel lügt. Sünde raubt uns das Leben. Sie ist die Last, die Schultern nieder drückt. Die Wahrheit Jesu macht uns frei: Ich bin das Leben. ER ist die Sühne für unsere Sünde.

4.4 Gebote und Liebe. Im Bild das Violett. Die Buße lässt uns stets zur Liebe eilen. Ist sie uns ins Gesicht geschrieben, dann sind wir selbst zu uns und anderen demütig und barmherzig. Wir suchen danach, dass das Richtige geschieht, wie Sein Gebot es sagt. In Liebe.

4.5 Und wie die Farben in dem Bild zusammenfinden, so sind auch diese Worte des Johannes ein tiefes Bild dafür, wie Gottes Stücke sich in uns zum Bild vereinen, wenn wir IHN lieben. Johannes tat es. Tun wir es auch.


5.1 Mit diesen Worten, mit diesem Bild, sage ich von dieser Kanzel: Gott befohlen. Was ER uns sagt, befiehlt, das sollen wir wohl tun. Damit Sein Bild auch durch uns alle leuchtet. Wie bei Johannes.


Amen.


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Zuletzt geändert am 15.06.2012 von: (fp)