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 <>< Predigt vom 15. September 2002

(Friedhelm Peters)

16. Sonntag nach Trinitatis, Goldkonfirmation, in der Johanniskirche

Thema: Lobe den Herrn, meine Seele

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: ...

Psalm 103,2

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde.

Es ist nicht selbstverständlich, hier nach 50 oder 60 Jahren die Konfirmation zu erneuern. Vieles ist dabei wie ein Wunder.

  • Keiner von uns wird je die Bilder vergessen, die er am Tag seiner Konfirmation erlebte. Gemeindehaus, Johanniskirche, Schadeburg - alles das steht noch heute. Ein wenig renoviert sind alle Gebäude, wenn auch ein Anstrich wieder gut täte. Doch wie ein Wunder stehen sie noch nach 50 oder 60 Jahren.
  • Und auch Sie, liebe Jubelkonfirmanden. Wie durch ein Wunder gehören Sie zu denen, die heute noch den Tag erleben können. Wie viele sind längst aus unserer Mitte gegangen und gestorben. Wir heute können diesen Tag erleben. Was für ein Wunder.
  • Damals standen viele von Ihnen am Beginn eines Berufslebens. Unvorstellbar lag der lange Weg der Lebensarbeit vor Ihnen. Heute haben sie alle wahrscheinlich diese Berufszeit hinter sich. 50 Jahre Arbeitszeit ist abgeschlossen. Sie blicken heute darauf zurück. Was für ein Wunder, sie haben das durchgestanden.
  • Und wie damals stehen alle vor der Frage: Und was kommt jetzt? Was passiert in der nächstfolgenden Epoche meines Lebens? Was liegt vor uns? Welche Wege sind es, die wir gehen werden? Wenn wir heute unser Leben Gott neu hinlegen und um Seinen Segen bitten, was wird sich in der Zukunft daraus konkret ergeben? Werden wir einmal wieder sagen können: Auch dieser Abschnitt liegt hinter mir - als ein Wunder?
  • Heute sind Sie wieder hier, wie vor 50 oder 60 Jahren. Mancher von Ihnen hat alle die Jahre im Kontakt mit anderen gelebt, manche sehen sich verwundert in die Augen: Ach, Du! Ist das nicht auch ein Wunder, sich wieder oder immer noch zu kennen?

Wir fragen heute nach der Quelle dieser Wunder. Wer lenkt unseren Weg? Wer hat uns alle in der Hand? Wer schenkt uns unsere Tage? Wer gibt uns dieses Wiedersehen? Wer segnet uns?

Die Bibel hält die Antwort fest in dem Gedenkspruch dieses Tages:

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

1.
Nicht vergessen. Das ist das erste Stichwort unseres Textes.

Nicht vergessen. Wenn das mal so einfach wäre. Damals beim Auswendiglernen gab es schon Probleme. Doch was ist das gegen Heute. Was vergessen wir heute alles. Ich hoffe, keiner hat sein Portmonee vergessen. Wenn doch, dann ist es auch nicht schlimm, denn heute sind Sie Gäste.

Vergiss nicht, sagt Gottes Wort. Und was? All das Gute Seiner Hand.

Es ist Seine Hand, dass unsere Hände sich noch regen.

Es ist Seine Hand, die uns die Jahre gibt.

Es ist Seine Hand, die uns Erinnerungen schenkt, dass wir uns wiedersehen und erkennen.

Wäre nicht Seine Hand über uns gewesen, dann wäre manches Unglück auch das Ende geworden, und manche Not hätte zum Absturz unseres Lebens ausgereicht.

Wir sehen Seine Hand nicht. Doch wir sehen das Ergebnis. Wir alle hier sind Zeugnis dafür. Seine Hand ist da.

Ich glaube, viele von uns sind heute in der Lage, Gott zu danken für das Gute ihres Lebens. Sie sollten dies auch tun. Es ist ein großer Segen, wenn uns dies gelingt. Wenn Kindern ihren Eltern freiwillig Danke sagen, dann ist das ein sehr großer Augenblick. Vor Gott ist das nicht anders, wenn wir das als Seine Kinder tun.

Und wenn das heute möglich ist, dann geht das auch noch morgen. Vergiss es nicht, sagt unser Wort. Tun Sie es jeden Tag. Für einen Atemzug lang in Ihrem Herzen Danke sagen.

2.
Das zweite Stichwort unseres Textes geht noch weiter. Es erinnert unsere Seele.

Unsere Seele ist wie der Mond. Nie ist er so schön, wie wenn er über Castrop aufgeht, hoch über Sodingen steht und dann über der alten Veba Chemie wieder verschwindet. Nicht wahr, so wird er besungen, der Mont von Wanne-Eickel.

Doch er ist wie unsere Seele, mal dick, mal dünn. Und so geht es auch uns. Wir schwanken oft mit allen Kräften unserer Seele. Der Wille, das Gefühl, die Phantasie und Denkkraft - das alles geht auch in uns hin und her. Es ist der Lebenskampf, darin Balance zu finden. Und wer im Alter jung geblieben ist, bleibt dabei wach, ist niemals fertig.

Wohin ist unsere Seele ausgerichtet? Auf den Beruf - der ist vorbei. Auf die Familie - die ist selbständig. Auf die Gesundheit - die brauchen wir gewiss.

Die Seele lebt von allem Schönen, dass aus Gott kommt. Lieben Sie Gott? Ist Seine Schönheit vor den Augen Ihrer Seele? Lieben Sie die Erlösung Ihres Herzens? Können Sie IHN dafür auch loben?

Lobe den Herrn, meine Seele, sagt unser Segenswort.

Wenn Ihre Seele diese Richtung kennt, sind Sie in Zeit und Ewigkeit gut ausgerichtet. Denn Ihre Kräfte stammen von der besten Seite. Wie unser Mond das Licht von unserer Sonne nimmt, so nehmen Menschen, die Gott loben, Seine Kraft in Anspruch. ER leuchtet durch sie. So wird und bleibt die Seele hell. Sie mag dick oder dünn sein.

Lobe den Herrn, meine Seele. Das ist wohl die tiefsinnigste Konfirmandenaufgabe: Das Lob Gottes macht mich an Gott fest. Und woran ich mich fest mache, das hält mich auch.

Richten Sie Ihre Seele mindestens einmal am Tag auf IHN aus, indem Sie IHN loben. Es erhebt Ihre Seele und macht sie hell.

3.
Erinnerung mit Dank, Ausrichtung mit Lob.

Das sind die Quellen für die Wunder unseres Lebens, sagt das Wort. Es tut gut, dass wir uns daran erinnern lassen. Es tut gut, aus dieser Quelle zu leben.

Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)