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 <>< Predigt vom 24. November 2002

(Friedhelm Peters)

Letzter Sonntag des Kirchenjahres, in der Johanniskirche

Thema: Ewigkeitsfreude

Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist.
Denn sie wollen nichts davon wissen, dass der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte durch Gottes Wort; dennoch wurde damals die Welt dadurch in der Sintflut vernichtet. So werden auch der Himmel, der jetzt ist, und die Erde durch dasselbe Wort aufgespart für das Feuer, bewahrt für den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen.
Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.
Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb.
Dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden. Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden.
Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.

2. Petrus 3, (3-7) 8-13

Liebe Gemeinde.

Die meisten derer, die heute hier sind, haben einen Tag des Abschieds im letzten Kirchenjahr erlebt. Kein Leben ist dem anderen gleich, kein Sterben gleicht dem anderen. Deshalb hat jeder von uns sogar beim gleichen Tod eine unterschiedliche Abschiedsgeschichte. Am heutigen Tag wird diese noch einmal lebendig. Keiner soll einem anderen sagen: Da müsstest du aber jetzt mit fertig sein. Mit manchem Abschied bin ich nach 20 Jahren noch nicht fertig. Wer kann für einen anderen ermessen was wirklich in einem Herzen fehlt, wenn jemand weg ist, den ich liebte. Der Tod ist wie ein Dieb, der Leben stiehlt. Ich kann mich gegen ihn nicht wehren.

Was hilft, ist angesichts des Mangels ehrlich sein und sagen dürfen, was jetzt fehlt. Und wenn ich dieses 100 Mal gesagt habe. Vielleicht muss ich es 101 Mal sagen, zumindest sagen dürfen. Und wenn es keiner mehr laut hören will, so kann ich doch im Herzen und vor Gott aussprechen, wie mir ist.

Was weiter hilft ist sehen was noch bleibt. Meist bleibt mir mehr als ich es denke. Ich kann noch manches Tun auf dieser Erde, auch wenn mir vieles fehlt. Was kann ich heute tun? Was morgen? Was bleibt mir noch an Möglichkeit der Liebe? Für welche Schritte bin ich jetzt noch da? Wo geht neu eine Tür des Lebens auf? Was bleibt mir wichtig, was besteht? Das alles sind Türöffner Fragen. Sie öffnen mir die Augen für das Leben, das mir bleibt. Es hilft, sich davon anstecken zu lassen. Ich bin noch etwas abgesehen vom Tod.

Mit diesen Fragen wird sich jeder beschäftigen, der einen Menschen loslassen musste, der ihm nah war. Abschied verlangt dies.


Doch merkwürdig: Selbst wenn ich meine Lebensfragen so anpacke, Trost entsteht so nicht. Wie kann ich nicht nur leben, kann ich noch einmal froh sein?, bleibt als Frage, die ich oft schnell verneine. Gibt es denn Trost? Ist da noch Hoffnung? Kann ich noch einmal froh sein, tief in meinem Herzen?


Es ist erstaunlich, dass uns wenig hilft, daran zu denken, dass wir sterben müssen. Wo wahr dies ist, dass jeder von uns jeden Augenblick hier sterben könnte, es tröstet nicht. Mein Ende, das ich weiß und annehme, lässt meinen Schmerz des Abschieds nicht verschwinden. Das Wissen bucht in uns auf anderen Konten als das Herz. Das Herz braucht Trost. Gedanken machen uns nicht satt.


Das Bibelwort des Tages greift etwas auf, was uns hier helfen könnte. Es meint: Der Tod von uns ist doch ein Teil der Schöpfung. Wie wir geboren wurden und auch sterben, so wurde unsere Schöpfung auch geboren, sie stirbt einmal. Und dieses riesige Geschehen ist nicht ein Zufallsspiel. Es ruht in Gottes Händen. Die Spötter, die das leugnen, kennen nicht Gottes Uhr. Die zählt nicht die Sekunden wie wir Menschen. Die ist in allen Zeiten, die wir denken, ganz der Herr. Tausend, vielleicht Milliarden Jahre - wie ein Moment für IHN. Tausendstel Sekunde, vielleicht milliardenstel - für IHN so lang wie für uns ein Tag. Gott ist der Herr von allen Dimensionen.

ER ist der Herr der Zeit und Lebenszeit. Am Ende steht nicht irgendwas, sondern ER selbst. Am Ende unserer Schöpfungszeit ist das so und auch am Ende unseres Lebens. Schon das wäre genug, um froh zu sein im Herzen. Die Bibel sagt ja klar: Werde hier Gottes Kind, dann kommst du dort nach Hause. Du kommst in deine Heimat. Auf dich wartet der Tisch, den Gott für dich gedeckt hat. Die Eintrittskarte in die Ewigkeit schenkt dir der Herr, wenn du Ihm hier dein Leben schenkst mit Plus und Minus. Herr, ich bin Dein! Und Seine Antwort wird dort lauten: Und du bist Mein. In der Gewissheit sterben heißt in Hoffnung gehen. Der Abschied bliebt, das Neue wird sehr schön. Ich werde dort sein, wo ich Glauben sehe. Wenn nur ein Fitzelchen von Gottes Schönheit hier dort eintrifft, sind wir an Jesu Hand in Ewigkeit im Paradies. Warum nicht neben allem Abschied darauf auch mein Herz ausrichten? Die Bibel nennt das Ewigkeitsfreude. Wir können sie hier haben. Trifft sie dann ein nach unserem Übergang werden wir staunen. Ja.

Noch eines macht das Bibelwort sehr deutlich. Wir sind oft Profis in der Vorsorge was Bausparverträge, Reiseversicherung und Risterrente anbetrifft. Aber wir sind oft schlechte Planer für die Ewigkeit. Wir werden doch überrascht vom Ende und haben unsere wichtigste Frage nach der Zukunft mit Gott nicht geklärt. Und nicht nur wir. Die Bibel meint, das sei wohl für die ganze Menschheit typisch. Das unsere Welt nicht ewig ist, sondern nur Gott, vergessen wir. Deshalb wird Überraschung herrschen, wenn Jesus wiederkommt und Seine Herrschaft hier aufrichtet. Für viele wird dieser Tag des Herrn reinbrechen wie ein Dieb in der Nacht. Nicht vorbereitet. Und das bedeutet dann: Da ist kein Trost. Für das Herz ist keine Hoffnung. So muss es uns nicht gehen. Wir können damit rechnen, dass Sein Tag kommt. Wir können darauf hinleben, dass wir einst vor IHM stehen. Wir können wenn es uns gut geht uns auf das Bessere vorbereiten: Herr, mein Leben soll einmal vor Dir zählen. Deswegen: Nimm mich im Namen Deines Sohnes Jesus Christus an. Ich soll Dir ab jetzt auch gehören. Mit meinen Schwächen, Stärken gehöre ich Dir. Ich freue mich, mit Dir zu leben von jetzt an bis in Ewigkeit. Klarheit an diesem Punkt hat Langzeitwirkung. Sprechen sie es aus, wenn sie für sich zustimmen und es wollen.


Wir können dies für uns tun und damit Ewigkeitsfreude sammeln. Wir können das für andere erbitten, selbst wenn sie schon gegangen sind. Was dann der Herr daraus noch macht, ist Sein Geheimnis. Auf jeden Fall können wir für die ganze Schöpfung beten, dass Gott Erbarmen hat und uns nicht untergehen lässt. Und wenn ER dann vielleicht zu unseren Zeiten wiederkommt, trifft es uns mit der Freude eines Gotteskindes, das nach Hause geht.


Mit dieser Freude auf die Ewigkeit bleibt Abschied schwer, doch fehlt es nicht an Trost von Ewigkeitsfreude.


Amen.


Gebet:

Herr, Du sagst: ICH bin der Anfang und der Durchgang und das Ziel von eurem Leben. Die Zelle jedes Körpers dieser Erde weiß das und sie wartet. Doch sie kann nichts tun. Sie unterliegt dem irdischen Geschehen, dass sie nicht selber frei entscheidet. Sie harrt, wie Mein Wort sagt, wie eine ängstliche Kreatur sehnt sie sich nach Vollendung.
DU sagst: Du kannst dein Herz in Richtung auf Vollendung öffnen. Du kannst in Mir den Weg deiner Erlösung gehen.
Und dann. Die Zellen deines Körpers werden jubeln. Das innere Bewusstsein einer Zelle lacht und lobt, endlich erwacht zum eigentlichen Ziel, endlich in richtiger Richtung, endlich nach Hause. Doch das ist angesichts der Größe des Zerfalls noch nicht Unsterblichkeit. Es ist nur die Musik, die über jedem Tod als Abschied liegt von Menschen, die Mich lieben und verstehen. Sie kommen heim. Heim kommt auch der gesamte Energiestrom eines Menschen. Wie furchtbar auch der Tod ist, was Schreckliches er ist, was er auch raubt. Nichts kann den Klang der Ewigkeit noch löschen. Er dringt durch zu Mir. Und er erfährt von Mir die lebensspendende Antwort: Wie schön, dass du jetzt kommst. Du irdisches Geschöpf aus Meiner Schönheit. Das ist der Vorklang, der sich einmal zu dem Lobgesang endgültiger Anbetung erhebt.
Und wer dies ahnt, den schreckt auf Erden vieles und doch nichts mehr. Der kann stets hoffen. Der kann sogar stets lachen. Der kann riskieren, auch im Übel noch nach Gutem auszuschauen. Und wenn er nichts mehr sieht und nur noch Leid ist, dann ist da doch der Horizont der Hoffnung immer da.

Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)