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 <>< Predigt vom 31. Dezember 2002, Gottesdienst

(Friedhelm Peters)

Silvester, Johanniskirche

Thema: Jahreslosung 2002

Ja, Gott ist meine Rettung. IHM will ich vertrauen und niemals verzagen.

Jesaja 12, 2

Liebe Gemeinde!

Am Ende des Jahres gucken wir mit unserem Bibelwort noch einmal auf den Anfang. Ein Jahr hat uns dies Wort begleitet. Bei manchem lag es vielleicht als gedruckte Einlage in der Losung oder Bibel. Andere haben es einfach vergessen. Wie schön, am Ende des Jahres noch einmal die Ereignisse von 2002 im Lichte dieses Wortes zu sehen. Es gibt uns so viel Hoffnung.

Das Jahr 2002 steht unter dem ersten Wort der Jahreslosung. Und dieses heißt: Ja. Nicht Nein! Ein Jahr unter dem Ja. Was für ein Klang.
Wie oft haben wir Nein gehört, Nein gedacht, Nein gesagt, Nein gefühlt, Nein gespürt, Nein gesehen. Und hier heißt es schlicht: Ja.
Und auch wenn es schwerer fällt, ein Ja zu sehen. Auch dieses haben wir erfahren: Ja, wir leben, sonst wären wir nicht hier. Ja, es gab Hilfe. Ja, es waren schöne Augenblicke. Ja, es ging weiter. Ja, es war ein neuer Anfang möglich. Ja, ich hoffe Hoffnung geschöpft. Ja, ich habe geholfen. Ja, mein Glaube trägt. Ja, Jesus lebt. Ja, ER kommt.
Auch diese Töne stimmen. Vielleicht nicht immer, bestimmt auch nicht für jeden. Und Vorsicht. Ein jeder muss sie selbst für sich erlauschen. Denn drücken wir sie einem anderen auf, entsteht mit Recht nur Widerstand. Das Ja und Nein ist nicht für jeden gleich. Teile jemand meine Sicht, ist das ein großes Geschenk. Einheit wird nur empfangen.

Nun hat das Ja in unserem Leben so viele Löcher. Sind wir recht dankbar, dass es gut geht, kann morgen damit Schluss sein. Es wechselt oft so schnell, nicht nur bei uns, auch um uns ist das nicht anders. Nichts Gutes, wo man hinhört, sagen wir dann. Doch eigentlich sind wir geduckt. Wann wird es mich wohl treffen.
Deswegen ist es gut genau die Blickrichtung zu sehen, die unser Wort beschreibt.
Ja, Gott ist meine Rettung. IHM will ich vertrauen und - von mir ergänzt - um Seinetwillen niemals verzagen.
Dreimal das ER. Der Blick geht hoch. ER ist die Richtung.
Und das stimmt. Blickten wir nicht auf IHN blieb unser Ja nicht lange ein Ja zum Leben. Wie vielen ist nur noch ein Nein geblieben in den vergangenen 12 Monaten. Aber nun geht der Blick zu IHM. Und ER stopft unsere Löcher. ER hält das Ja zum Leben wach und stark. ER schützt vor Ausverkauf und Einbruch. ER hält uns fest.

In unserem Wort wird das durch drei Gesichtspunkte unterstrichen.
1. Gott ist meine Rettung.
Damit beginnt der eigene Glaube. Das Zeugnis meiner Taufe, der Herr wäscht mich im Herzen rein, nehme ich für das eigene Leben an. Ich danke Dir, Herr, ich bin erlöst.
Wer das nicht für sein Leben sagen kann ist eingeladen, es jetzt in diesem Jahr noch nachzuholen und seine Taufe zu erneuern. Als selbständiger Mensch ist dieses nötig, aktiv auch zu vollziehen. Nur so wird die Gewissheit Teil meines Herzens, dass ich errettet bin in Zeit und Ewigkeit. Sie können es für sich vollziehen und für sich sprechen: Ja, Du Herr bist meine Rettung. Ich nehme das für mich jetzt an und auf. Ich stelle mich darauf trotz aller Hindernisse. Das ist ab jetzt die Basis meines Lebens.
Sie werden dann wahrscheinlich klarer sehen, was neu ist und was mangelt. Wer einen eigenen Glauben lebt ist immer wieder neu getrost und braucht täglich die Umkehr. Alleine bleibe ich nur allein. Mein Glaube braucht es, mich darüber zu vergewissern, dass ER mich längst errettet hat. Und wird mir das neu klar, werde ich IHM auch bekennen, was Falsch ist und mich von IHM noch trennt. Beichte ist unvermeidbar.
Die Sünden des vergangenen Jahres sollten wir nicht mit in das neue Jahr mit nehmen. Legen Sie sie ab. Vergebung ist kein Problem. Vergebung zu wollen und zu nehmen ist die Schwierigkeit. Dabei wartet ER doch. Sie können alles, was vor Gott und Menschen falsch ist, jetzt an Sein Kreuz hängen. ER hat es längst für sie getragen. Sie sind frei.
Ja, Gott ist meine Rettung.

2. Das zweite: IHM will ich vertrauen.
Der Weg des Glaubens ist stets angefochten. Wir leben nicht im Himmel. Zu viel bohrt in und an uns. Das alles macht Vertrauen klein und schwach. Das Nein lässt Misstrauen wachsen. Vertrauen wächst im Ja.
Doch wenn ER meine Rettung ist, kann ich Vertrauen fassen. Ich kann für mich an jedem Tag neu anfangen. Ich kann mit Seiner Hilfe rechnen. Ich kann auf Sein Wort hin losgehen. Ich kann auf IHN hin mich ausrichten. Ich kann mein Herz ausschütten. Und dabei wächst Vertrauen. Es ist die zarte Pflanze dessen,der mit Gott lebt.

Das Paradies war ja ein Garten. Der ist verschlossen für die Welt. Doch Jesus hat die Pforten aufgemacht. Ein Teil unseres Lebens kann nun hinein. Der Glaube trägt schon als Vorgeschmack den Garten Gottes in sich. Und eine seiner ersten Himmelspflanzen ist Vertrauen. Es wächst noch mehr. Doch damit fängt es an.
Wachsen braucht Zeit. Wie viel bin ich im letzten Jahr im Herrn gewachsen. Wachsen kann ich nicht selber sehen. Kein Drängen und kein Zupfen hilft. Es kommt alleine.
Von Seiner Rettung leben und darin treu sein, das lässt den Paradiesesgarten in mir sein. Vertrauen wächst.

Wo Sie das selber sehen und erfahren, dass ER für Sie jetzt groß ist, das sagen Sie doch: Danke! Das ist wie eine gute Düngung, wie ein besonderer Guss.Und wo Sie selbst denken: Das war es nicht. Da fangen Sie doch einfach wieder an. Nicht morgen. Heute ist der Tag des Heils.

3. Das dritte führt uns an unseren Abgrund. Verzagtheit begleitet uns das ganze Leben lang.
Es ist die Absturzkante längs von unserem Weg, die Stolperkante oder gar der Abgrund. Mit jeder Höhe, die wir nehmen, gibt es eine Tiefe. Nie können wir sagen, dass wir nicht auch stürzen, schuldig werden und versagen. Was wir geleistet haben kann so schnell zum Abgrund werden, wenn wir in Stolz stürzen.Sogar was wir im Glauben wachsen kann dazu verleiten, dass wir nicht demütig werden, sondern uns groß vorkommen. Immer das gleiche Muster, Stolperkante.

Die gute Nachricht kommt von unserem Herrn. Er ist auch dort gewesen, wohin wir abstürzen. ER ist hinabgestürzt. Nicht weil ER schuldig wäre. Für uns ist ER in die Verzagtheit abgestürzt, damit wir uns neu aufrichten und hoffen. ER starb für uns, damit wir leben können.
Das ist die Quelle aller guten Botschaft, die uns in allen Fehlern trägt. Wir leben mit einem barmherzigen Gott und können deshalb mit uns selbst und anderen auch barmherzig sein. Das ist der tiefste Grund des Ja in unserem Leben. Wir können angesichts der Abgründe noch Hoffnung haben und vertrauen.
Gib deine Hoffnung niemals auf, weder für dich, noch für einen anderen. Das Ja Gottes trägt alles. Es trägt auch durch den Tod.

Mit dieser guten Botschaft haben wir gelebt. Sie hat uns reich gemacht und uns begleitet.
Wir brauchen sie am Ende dieses Jahres nicht abzulegen. Wir nehmen sie mit uns.
Das neue Jahr wird auch ein Ja des Herrn.

Amen.



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Zuletzt geändert am 22.04.2007 von: (fp)