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Sandburgen

Kennen Sie auch die wunderschönen Sandburgen, die Kinder bauen? Oft lassen sich die Väter motivieren und schaffen mit: Gräben werden ausgehoben, Mauern aufgeschichtet und Türme gebaut. Ein Wall wird vor den nächsten gesetzt, damit die kommende Flut abgewehrt wird. Am Ende zieren Muscheln das Prachtwerk. Ein Wappen krönt das stolze Werk.

Die nächste Flut verwandelt alles. Die Kinder sind enttäuscht. Es hat doch nicht gehalten! Die Eltern wissen: es war nur für diesen kurzen Augenblick schön, in dem wir bauten. Die Flut nimmt alles mit.

Sandburg

Und während Kinder gleich zu neuen Taten drängen, bleibt bei Erwachsenen vielleicht der Gedanke hängen: ist unser Leben auch so? Auch wir bauen eine Burg. Wir schuften, schaffen Gräben, bauen Mauern, schmücken und verzieren - und sind stolz. Am dann geht die Flut des Lebens drüber - und keiner weiß von uns? Bin ich ein Sandkorn am Strand des Meeres dieser Erde? Mit Mühe baue ich auf, was doch nach kurzer Zeit schon weg ist. Bin ich so namenlos vergänglich und unwichtig mit meinem Leben wie eine Sandburg am Strand? Die Welle geht drüber weg, und ich bin nicht mehr da, und keiner kennt meinen Namen?

Gewiss ist daran wahr, dass unser Leben so vergänglich ist im Strom der Zeit. Die Bibel drückt das mit einem ähnlichen Bild aus, wenn sie in Psalm 90 sagt: Wir sind wie eine Blume auf dem Feld. Wenn der Wind darüber geht ist sie nicht mehr da. Keiner kennt die Stelle, wo sie gestanden hat. Wie viele Menschen können mit ihrem Schicksal, das sie erleben mussten, diese Wahrheit bestätigen: Ich war einfach nicht wichtig, ich zählte nicht. Es ging mir so als wäre ich ein Nichts. Sandburgen in der Flut.

Mit einem Mal ist hier ganz wichtig, was Christen von Gott glauben. Die vergängliche Sandburg ist nicht die letzte Wahrheit unseres Lebens. Wie wichtig sind wir vor der Ewigkeit? Die Antwort: Siehe, ICH habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist Mein. So sagt Gott und meint damit jeden Menschen. Wohl klein wie ein Sandkorn, aber nicht namenlos, nicht zufällig, nicht ohne Schutz und Halt. Von Gott gewürdigt und gekannt. ER weiß um mich, ER hat mich nicht zufällig entstehen lassen. ER will mich und ruft mich bei Meinem Namen. Ich bin IHM wichtig. ER meint mich, deswegen lebe ich. Ich bin Teil Seiner Liebe. ER wartet auf meine Erwiderung.

Mit diesem Glauben bin ich kein Spiel der Wellen. Ein feste Burg ist unser Gott, so wird das in einem alten Kirchenlied ausgedrückt. ER ist keine Sandburg. Ich bin Teil Seiner festen Steinwälle, die allen Wellen trotzen.

Es kann mich nüchtern und froh machen, diesen Glauben zu kennen. Und es kann mir helfen, fröhlich genug am nächsten Tag mit den Kindern Sand zu schaufeln. Denn ich weiß: wer einen tiefen Halt hat kann gelassen vergängliche Sandburgen bauen.


Mein Leben ist
wie ein Augenblick, der vergeht,
wie ein Tag, der verfliegt.
Mein Gott, du weißt,
um dich auf der Erde zu lieben,
habe ich nur das Heute.
Ich liebe dich, Jesus,
ich sehne mich nach dir,
sei für den heutigen Tag meine Stütze.
Komm, sei der König meines Herzens,
schenke mir dein Lächeln!
Nur für heute!
Es macht mir nichts aus, Herr,
wenn die Zukunft im Dunkel liegt.
Dich für morgen zu bitten,
nein, das kann ich nicht.
Bewahre rein mein Herz,
dein Schatten bedecke mich.
Nur für heute.

Theresia von Lisieux, 1873-1897