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Meditation



Einsamkeit

Im November müssen besonders viele Menschen mit der Stimmung der Einsamkeit fertig werden. Es mag der Tod sein, der plötzlich oder schon lange einen uns nahen Menschen weg nahm. Es mag eine Trennung, ein Abschied oder ein eigener Fehler sein, den wir verkraften müssen. Es kann auch wirtschaftliche Not und Armut sein, die uns in nach unten reißen. Im November lasten oft schmerzliche Gefühle der Bedrückung auf vielen Menschen.

Die Natur scheint dabei mitzuhelfen. Auch sie drückt in vielen Teilen Europas trübe Stimmung aus. Es ist grau und regnerisch, die Pflanzen sind verblüht und ohne bunte Blätter. Die Zeit scheint still zu stehen. Auch die Natur hat sich zurückgezogen.

Trauer ist ein Ausdruck dieser Einsamkeit. Wer trauert ist wie gelähmt. Die Farbe ist aus dem Alltag verschwunden. Wer trauert will sich verkriechen und alleine sein. Was bleibt ist Sehnsucht nach dem Vertrauten, das einmal war. Und oftmals geht die Furcht mit vor den vielen Tagen, die kommen werden. Am liebsten wünschten wir, es fasste uns einer an der Hand, um uns zu halten wie zu der Zeit als wir das Laufen lernten.

An der Costa del Sol wird das Grau oft überdeckt vom Blau des Himmels und dem Strahlen der Sonne. Vielen Menschen ist das für ihre Stimmung eine Hilfe. Bei allem Dunkeln - es wird doch hell. Das äußere Licht hilft angesichts von trüber Stimmung.
Doch so wunderbar die Natur ist: sie kann den Schmerz nicht lindern. Verluste bleiben und alle damit einhergehenden Gefühle. Und Sonnenschein wendet auch nicht wirtschaftliche Not. Und doch ist dieser Sonnenschein für uns ein Zeichen.
Wenn unsere Seele schon auf das Licht so reagiert, dass sich die Stimmung aufhellt, so gilt dies sicherlich für andere Dinge unseres Lebens adäquat. Ich fasse Hoffnung für diesen heutigen Tag - und schaue, was dadurch an Einsamkeit verschwindet. Ich fasse Mut, um einen ehrlichen Schritt zu wagen - und warte, was dadurch an Neuem wächst. Ich mache Schluss mit altem Grübeln - und sehe, wie mein Alltag neue Farbe kriegt. Ich gehe selbst - und schaue wie häufig ich aufstehen kann. Ich entscheide mich für ein verändertes Leben - und schaue, was dadurch anders wird. Für jeden ist Licht da.
Vielleicht muss ich lange Durststrecken in Kauf nehmen und möglich ist, dass sich die Not nicht wendet. Doch meine Seele verkriecht sich nicht in Einsamkeit und Bitterkeit und Stillstand.

Christen haben in diesen Augenblicken den Blick aufs Kreuz gerichtet. Es ist Teil unseres Lebens wie es Teil des Lebensweges Jesu war. Christen blicken durchs Kreuz hindurch. Der Glaube weiß um Jesu Auferstehung. Die Hoffnung trägt und lässt sich nicht zerstören. Sie ist wie das Blau des Himmels und das Strahlen der Sonne, das wir hier an der Costa del Sol so gut kennen und schätzen.

Kreuz