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Weihnachten

Ein merkwürdiger Platz für eine Krippe. Mitten auf einem Fels in der Brandung. Umgeben von Tang und Algen. Passt das?

Natürlich haben Sie recht, wenn Sie meinen, dass es nicht passt. Die Krippe gehört in den Stall. Und der gehört in die Kirche oder dahin, wo Weihnachten gefeiert wird. Und doch macht dieser ausgefallene Platz hier Sinn.

Jesus wurde nach der Erzählung der Bibel über Seine Geburt in eine Krippe gelegt, weil kein Platz für IHN war. Zu viel Trubel, zu wenig Zeit, zu viel Wichtigeres. Die große Politik rollte über die Menschen her: Volkszählung in Palästina für eine Steuerschätzung. Jeder musste in seine Geburtsstadt und sich dort melden. Die Geburt eines Kindes war da nicht gefragt. Das kleine Durcheinander in einer überfüllten Stadt wie Bethlehem damals ließ wenig Raum für feierliche Gefühle. Schnell, schnell. Es geht los mit der Geburt. In einer Ecke im Hinterhof, in einem Stall hinter dem Haus, war es soweit. Das neugeborene Kind kam in eine Krippe. Denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und Gott lag in diesem Kind Jesus draußen vor der Tür. Sein Kinderbett war eine Krippe. Seine Geburtsstation ein Stall. Ein merkwürdiger Platz für den Herrn der Welt. Warum ER das nicht anders inszenierte? Warum ER nicht wartete, bis die Medizin mehr Sicherheit zum Überleben bot und die Kirchen - vielleicht - für IHN Kathedralen gebaut hätten, in denen ER wenigstens in Prunk und Pracht zur Welt gekommen wäre. Nichts von allem. Und obendrein: Es schien vom Herrn der Welt gewollt.

Es scheint als wollte ER so draußen sein, so gänzlich am falschen Platz zur Welt kommen, so merkwürdig fremd geboren werden. ER kommt uns damit wirklich nah.

Wie häufig sind wir einander fremd und falsch. Wie oft fehlt uns der Raum und die Zeit für die, die eigentlich ganz nah zu uns gehören. Wie zahlreich sind die Tage, wo wir fast weggespült werden von der Flut der Ansprüche. Wie oft verbringen wir die Zeit am falschen Platz. Kein Raum, keine Zeit, keine Liebe. Mal sind wir die Akteure dieses Lebensstiles, mal sind wir die Opfer. Doch oft sind wir beides. Und dann wird alles fremd wie eine Krippe auf dem Tang.

Da hinein ist ER geboren worden. ER bringt die Botschaft: Auch dort bin ICH. Dein Gott ist nah. Es gab Menschen, die das zu Weihnachten erfahren haben. Zu Weihnachten wird davon erzählt. Ob Sie den Mut aufbringen zu hoffen, dass das auch für Sie gilt: ER ist mir nah?