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Ausschnitt Krippe

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Mein Jahr mit zwei Krippen

Text: Miisi, Torrox-Costa

Krippe
Krippe "Ost", 1. Advent, El Morche

Alles fing vor einem Jahr an. Also im Dezember 2007.

Unser Pastor Friedhelm Peters fand, dass bei unserem Gottesdienst in der Adventszeit etwas fehle. Er bat nun seine Gemeindemitglieder nachzusehen, ob sich nicht noch irgendwo eine Krippe und die dazupassenden Figuren für eine Krippe befinden.

Und siehe da, am nächsten Samstag vor dem Gottesdienst standen zwei Krippen vor dem Altar. Die Freude war natürlich sehr groß. Jetzt waren die Gottesdienste in der Adventszeit noch schöner und besinnlicher.

Die Wochen vergingen, die Weihnachtszeit war vorbei. Wohin nun mit diesen zwei Krippen?

Ein Gemeindemitglied, genannt "Miisli" hat die zwei Krippen mit nach Hause genommen mit dem Hintergedanken, diese zu restaurieren.

Der Winter verging, wir freuten uns auf den Frühling und den Sommer. Wir fuhren mit dem Auto in die Heimat nach Deutschland. In Deutschland angekommen ging auch gleich die Suche nach verwertbarem Material für die Krippen los.

Bei einem Besuch in Hessen wurde aus einem Steinbruch Basaltsplit in zwei verschiedenen Größen ergattert. (Man könnte diesen vielleicht für die Krippen verwenden)

Der nächste Besuch ging in den tieferen Schwarzwald. Bei der Rückfahrt kamen wir an einem Steinbruch vorbei. Dort kam rotes Gestein vor. Halt, halt, stehenbleiben sagte ich zu meinem Mann. Also aussteigen und rote Erde und rote Steinchen einsammeln. Es goss in Strömen!

Nun kamen die Gedanken, wie ich die Krippe selbst verändern könnte.

Ab in den Baumarkt und nach Leisten sehen. Ich wurde fündig. Von einem Bauernhof holte ich mir Heu. Stroh war nicht geeignet, es wäre zu grob gewesen. Zu Hause angekommen, brachte ich alles auf den Speicher.

Bei einem Besuch bei meinem Sohn und seiner Familie erzählte ich von dem Trafo den ich auch mit nach Deutschland genommen hatte. Ich hatte diesen Trafo schon in meiner Tasche. Mein Sohn schaute sich diese losen Drähte an, nahm die ganze Sache in die Hand und in kurzer Zeit war alles fachmännisch verkabelt.

Ich war ihm dafür so dankbar. Ich versprach ihm ein Dankgebet.

Wieder in Spanien angekommen, mußte ich mich erst von der langen Autofahrt erholen und auch hier wieder alles aufarbeiten. Mein Mann meinte manchmal "Mußt Du nicht langsam anfangen, die Figuren neu zu bemalen?" Meine Antwort war, ich hab doch noch so viel Zeit. Es ist doch alles sehr schnell fertig.

Bei den Autofahrten durch Torrox-Costa hielt ich immer wieder Ausschau nach verwertbarem Material für die Krippen.

Und siehe da, als ich meine Bekannte nach Hause gefahren hatte, sah ich aus einem Container Bretter herausragen. Es waren schöne verwertbare Abschnitte von Laminat. Also auch einige mitnehmen und aufbewahren.

Im Oktober begann ich mit den Figuren. Alte Farbe weg, neue Farbe drauf. Bei zwei Krippen kamen schon einige Figuren zusammen. Mit viel Liebe und Geduld habe ich meine schöne Arbeit gemacht. Anfang November machte ich mich an die Krippen selber. Sägen, schleifen, anstreichen u.s.w.

Nach Rücksprache mit Pfarrfrau Heike Peters konnte ich eine Krippe für die westliche Costa del Sol (Marbella) fertig stellen. Diese Krippe bekam ein breiteres Dach aus diesen Laminatabschnitten. Da es auch in dieser Kirche "El Angel" keinen Lagerraum für die Utensilien der deutschsprachigen ev. Pfarrei gibt, machte ich diese Krippe "transportabel". Die Figuren wurden einfach angeklebt. Auf dem Dach ein Tragegriff angebracht. In der Krippe verstreute ich nun das Heu aus dem Schwarzwald, den Split aus Hessen. Und einige kleine Steine klebte ich auf das reetgedeckte Dach.

Die Zeit wurde nun für die zweite Krippe knapp. Nur noch eine Woche bis zum 1. Advent. Wieder schleifen, streichen, Leisten lasieren, zusägen (Gehrung, ach du liebe Zeit) und anbringen. Auch diese Krippe machte ich wie die Krippe für Marbella, transportabel. Ebenfalls reetgedeckt, mit kleinen Steinen beklebt, mit Heu ausgeschmückt und mit sonstigen Utensilien versehen.

In dieser Arbeit bin ich richtig aufgegangen und ich habe es im Nachhinein bereut, in meiner Jugend keinen handwerklichen Beruf ausgewählt zu haben.

Ich glaube, wenn ich im Sommer mit den Krippen begonnen hätte, wären sie bestimmt anders ausgefallen. So knapp vor Weihnachten hatte ich eine andächtigere Einstellung. Ich freute mich auch auf die Gottesdienste im Advent.

Frohe Adventszeit und besinnliche Weihnachten wünscht von ganzem Herzen "Miisli"