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Artoklasia an 1.000 Tischen Artoklasia an 1.000 Tischen

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Ökumenischer Kirchentag in München ist größte ökumenische Veranstaltung der Welt

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Es ging nicht um Superlative, aber ein bisschen davon lag doch in der Luft als am Abend der Begegnung des Ökumenischen Kirchentages Hunderttausende Besucher über den Ring der Münchner Altstadt schoben. Die einzelnen Regionen Bayerns präsentierten mit lukullischen Köstlichkeiten und Folklore ihre örtlichen und geistlichen Prägungen. Für die Kirchentagsgäste war dies eine interessante Präsentation des vielfältigen kirchlichen Lebens. Der Abend endete mit einem Kerzensegen. Unzählige Kerzenlichter, von den Teilnehmenden entzündet, leuchteten in der Dunkelheit. Sie brannten am Ende in bereitgestellten Sand-Containern wie Lichtpunkte in der Finsternis.

Zu einem eindrucksvollen Zeichen für die Tage wurde das in allen Messehallen und Veranstaltungsorten sichtbare Logo der beiden Jugendlichen, die wie Petrus über das Wasser gingen. Was bedeuten solche Schritte des Glaubens im Hinblick auf die Ökumene der beiden einladenden Kirchen? Was heißt es angesichts der Missbrauchs-Debatte vor allem in der katholischen Kirche? Was bedeutet Hoffnung angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen in Währungskrise und Afghanistankrieg? Mit Spannung wurden die Reden von Frau Margot Käßmann, Bischof Ackermann und Bundeskanzlerin Merkel erwartet und gehört.

Völlig überfüllt war das Mahl an 1.000 Tischen auf dem Odeonsplatz, zum dem die Orthodoxe Kirche eingeladen hatte. Die Artoklasia, das Brotbrechen und Brotsegnen während einer orthodoxen Vesper, berührte viele Glaubende aller Konfessionen. 20.000 Menschen hörten die orthodoxen Gesänge der Chöre. Sie teilten dann in kleinen Gruppen unter freiem Himmel das gesegnete Brot. Es war ein symbolträchtiger Moment des Kirchentages. In der Liturgie hieß es dabei: Und alle aßen und wurden satt. Auf vielen Podien wurde in den Diskussionen das gemeinsame Mahl der Christen angemahnt. Hier wurde es von vielen erlebt - auch wenn es kein Abendmahl und keine Eucharistie war. Metropolit Augoustinos sprach den beeindruckenden Schlusssegen, die Kirchentagspräsidenten Alois Glück und Prof. Dr. Dr. Eckhard Nagel sagten Worte der Ermutigung zum Aufbruch in neues ökumenisches Land.

Einen neuen Umgang mit den Opfern des Missbrauchs, aber auch einen neuen Umgang miteinander innerhalb der Katholischen Kirche forderten die Podiumsmitglieder bei der Missbrauchs-Debatte mit Bischof Ackermann und Jesuitenpater Mertes, Rektor des Canisius-Kollegs. Die Loyalität lockern, die vielen in der Kirche Angst macht, die Meinung frei sagen zu können, ohne Repressionen fürchten zu müssen, das waren Forderungen, die angemahnt wurden. Gesunde Sexualität leben, gleich welche Lebensform man wählt, Frauenpriestertum und Zölibat gehörten zu den weiteren Debattenpunkten.

In 3.000 Veranstaltungen in der Messe und verstreut über die ganze Stadt entfaltete sich der Ökumenische Kirchentag. Das Stadtbild war geprägt von singenden Jugendgruppen, Podien an besonderen Straßenpunkten, Großkonzerten an den Abenden. Unzählige Helfer packten bereitwillig an und leisteten Hilfe.

Die EKD war zusammen mit dem Tourismusstand vertreten, der von Mitarbeitenden aus Gran Canaria gestaltet wurde. Die Costa del Sol war mit Pfarrer Friedhelm Peters ebenfalls beteiligt. Leckere Schinkenbrötchen, guter Kaffee und manches Gespräch stärkten viele Kirchentagsbesucher.


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Zuletzt geändert am 26.05.2010 von: (fp)