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Karin Piard +34630709310
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Málaga
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Familie Piards Rundschreiben von ihrer ersten Haitireise


Liebe Freunde,

wir sind von unserer Haiti-Reise mit vielen Eindrücken zurückgekommen. Seit Januar sind wir ungezählt viele Stunden vor dem Fernseher gesessen, haben Reportagen gehört und viele grauenhafte, herzzerreißende Fotos der Zerstörung und der Opfer des Erdbebens gesehen;

aber selbst vor Ort zu sein, das gesamte Ausmaß der Katastrophe mit eigenen Augen zu sehen ist fast unerträglich, unbeschreiblich.

Die gesamte Stadt ist zerstört(wie eine im Krieg total zerbombte Stadt…nur dass diese Zerstörung in nur 37 Sekunden stattfand), viele Häuser komplett eingestürzt, oder in sich zusammengesackt, jedes Gebäude ist betroffen. Das riesige Ausmaß bringen weder Fotos noch Dokumentationen im Fernsehen rüber.

Das Unfassbare: Man könnte glauben, das Beben war gerade vor wenigen Tagen, obwohl ja bereits mehrere Monate vergangen sind. Wir haben keinen einzigen Bagger oder sonst richtig schweres Gerät gesehen, das die Unmengen an Schutt abträgt. Noch immer ist die Hilfe eine "erste Hilfe", auch nach sechs Monaten erkennt man keinerlei Maßnahmen zum Wiederaufbau.

Die einzigen Hilfsgüter, die offensichtlich angekommen sind, sind Zelte, Plastikplanen, Essensrationen. Die Millionenstadt Port au Prince ist ein Zelt-Slum geworden.

Überall, an jedem freien Fleckchen steht nun ein Zelt, hausen unter unmenschlichen Bedingungen unzählig viele Menschen auf engstem Raum, z.T. mitten auf stark befahrenen Straßen, zwischen Abfall und Abgasen. Es gibt grauenhafte Berichte über das menschenunwürdige Leben in diesen Zeltbehausungen. Behelfs-WCs und Waschkabinen stehen auf den Straßen, das Ganze zwischen Staub, Gestank, über 40 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit, und jetzt auch Regenmassen und Sturm. Keinerlei Privatsphäre seit Monaten für diese unendlich vielen Menschen.

Und das Schlimmste…keine Hoffnung auf Besserung! Die Regierung muss erst Land enteignen, um dieses dann Hilfsorganisationen zur Verfügung zu stellen, damit darauf sturm-und erdbebensichere Häuser gebaut werden können.

Wir haben uns mit zwei Vertretern kleinerer Hilfsorganisationen vor Ort getroffen und gehört, wie schwierig es ist, dass Hilfe überhaupt ankommt (aus dem Zoll/Korruption). Unglaublich, dass Menschen mit dem Elend der Mitmenschen noch versuchen, Profit herauszuschlagen…

Aber es gibt auch Menschen, die bis zur totalen Erschöpfung sich einsetzen und helfen, helfen, helfen.

Einen großen Teil der Spendengelder, den wir bisher bekamen, haben wir direkt an betroffene Familien verteilt und auch für unsere "adoptierten" Kinder vor Ort: Lisifi, Junior, Rudi und Giovanni, deren Eltern nicht für sie sorgen können, verwendet. Seit dem Erdbeben wohnen sie bei unserer Mutter/Schwiegermutter, die trotz über 80, sich täglich um sie kümmert, zur Schule schickt einkauft und bekocht. Wir schicken von hier aus regelmäßig Geld, um die Lebensmittel- und Schulkosten zu decken.

Wir sind dabei, Kontakte zu knüpfen, um uns auch an einem Projekt zu beteiligen, das sich hauptsächlich um die Abfallbeseitigung kümmert. Ein riesiges Problem in Haiti, das dringendst mehr Aufmerksamkeit bedarf.

Wir bedanken uns bei allen, die für Haiti spenden und uns das Vertrauen geben, dieses Geld richtig zu verwalten und zu verteilen.

Wir bleiben in Kontakt und berichten weiter. Familie Piard. pdf



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Zuletzt geändert am 24.10.2010 von: (fp)